Die Eiskönigin
Gesehen am 18. Dezember 2013
"-völlig unverfroren" werde ich als Titelzusatz einfach unter den Tisch fallen lassen, denn das ist fast so albern wie "- neu verföhnt" bei Rapunzel. Echt mal, beides ist weder witzig, noch trägt es als weitere Erläuterung zum Titel bei. Naja, nicht das Thema.
Disneys neuster Film basiert seeeehr lose auf dem Märchen "Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen. Und wenn ich sage sehr lose, dann meine ich damit, dass es in beiden eine Königin gibt, die was mit Schnee und Eis zutun hat. Oh, und es spielt im Norden.
Die royalen Geschwister Elsa und Anna wachsen zusammen auf und verstehen sich prächtig, bis Elsa Anna eines Tages beim Spielen versehentlich schwer verletzt - Elsa hat nämlich magische Kräfte: Sie kann Eis und Schnee entstehen lassen. Ihre Eltern schaffen es gerade noch, die jüngere Tochter zu retten, aber Elsa, so geschockt und verwirrt, lässt sich einreden, ihre Kräfte von jetzt an geheim zu halten. Danach ist die Beziehung der beiden getrennt, denn Elsa verlässt ihr Zimmer aus Furcht vor ihren Kräften kaum noch, und die Dinge ändern sich auch nicht, als ihre Eltern tragisch verunglücken. Anna wächst zum quirligen Mädchen heran und Elsa zur distanzierten, kühlen Frau. Am Tag von Elsas Krönung versammeln sich Adelige aus allen umliegenden Ländern in Arendelle, um die Königin endlich einmal zu sehen. Anna ist auch ganz aufgeregt, den Palast verlassen zu dürfen, springt durch das Dorf und verliebt sich prompt in einen dahergelaufenen Prinzen. Sagte ich verliebt? Ich meine verlobt. Elsa ist währenddessen unglaublich nervös vor ihrer Krönung, denn durch die Unterdrückung ihrer Magie ist diese unberechenbar geworden und bricht einfach so aus ihr heraus. Provoziert von Anna passiert das natürlich dann auch, und Elsa verwandelt ganz Arendelle unfreiwillig in ein Land des ewigen Winters, bevor sie wegen Hexerei von den Gästen und Anwohnern vertrieben wird.
Sie versteckt sich im Gebirge und baut sich dort ein Schloss aus Eis, indem sie ihrer Magie endlich freien Lauf lässt. Aber der ewige Winter will Arendelle nicht verlassen, und Anna, die sich ihrer Schuld bewusst ist und ihre Schwester vermisst, macht sich auf, diese zu finden, um das Land vom Winter zu befreien und den (geschwisterlichen) Frieden wieder herzustellen.
Ich hatte irgendwie vorher das Gefühl, dass der Film nicht besonders gut werden wird. Ich kann nicht genau sagen, wieso, aber ich kann euch gleich beruhigen: Der Film ist echt klasse und goldig! Im direkten Vergleich mit Merida ist die Story hier besser gelöst, besonders die Twists sind glaubhafter und weniger irritierend. Allerdings liegt die Fokusierung nicht ganz so sehr auf den einzelnen Charakteren, da ja dieses Mal wieder eine Liebesgeschichte an der Seite eingebaut ist. Die wirkt allerdings ein klein wenig überflüssig und irgendwie gezwungen.
Zwei Mal hatte ich die Befürchtung, die Story würde einen extrem vorhersehbaren und doofen Weg einschlagen, aber beides Mal ist das nicht passiert! Erfreulich, und machte den Film dadurch echt gut.
Auch gerade grafisch gesehen ist der Film allerdings spitzenklasse; die Magie und das Eis sehen richtig toll aus. Und wieder erwarten sind auch Elsa und Anna trotz quasi identischem Charakterdesign irgendwie doch unterschiedlich, und das machen nicht nur die Haare!
Hat also solides Disney-Niveau, auch wenn die vorweg-Ankündigungen "Bester Film den Disney je gemacht hat" oder "Woa total cool weil Schwestergeschichte und das ist ja total neu" eindeutig übertrieben sind.
Ps: Passende Fingernägel
Samstag, 21. Dezember 2013
Freitag, 20. Dezember 2013
The Five People You Meet In Heaven - Mitch Albom
The Five People You Meet In Heaven
Gelesen vom 15. bis zum 17. Dezember 2013
Das Buch habe ich schon längere Zeit im Regal stehen. Ich kann mich vage einnern, es mal während eines Klassenausflugs auf den Kölner Weihnachtsmarkt dort in der Mayerschen gekauft zu haben, aber keine Garantie. Wie das eben manchmal so ist: Man will ein Buch gerne lesen, aber irgendwie nicht in diesem Moment.
Die Geschichte handelt von Eddie, einem Wartungsarbeiter in einem Freizeitpark am Pier in einem dieser Küstenstädte. Wo genau wird nicht erwähnt, aber Brighton kommt mal vor, also schätze ich er hält sich in England auf. Eddie stirbt während eines Arbeitsunfalls im Freizeitpark und die Geschichte lässt uns Eddies 5 letzte Treffen im Himmel miterleben; durchzogen von Erinnerungen, Lebensweisheiten und den letzten Dingen, die er begreifen muss, bevor seine Seele den ewigen Frieden finden kann.
Klingt weitaus kitschiger und spiritueller, als er tatsächlich ist. Eigentlich ist dieses Buch mit seinen bloß 231 Seiten eine schöne, kleine Geschichte über das Leben eines völlig normalen Mannes und die Bedeutsamkeit eines jeden Lebens. Was der "Himmel" eigentlich ist, und wie Gott sich in die ganze Geschichte einbauen lässt wird nicht tiefer erläutert, aber die Dinge, die jede der fünf Personen Eddie mit auf den letzten Weg gibt, sind schon aus der moralisch höheren Ebene anzusiedeln.
Es ist nett und schnell zu lesen gewesen, überhaupt nicht fordernd oder zum ultimativen Nachdenken anregend, aber vielleicht bin ich auch das falsche Zielpublikum gewesen, denn ich laufe nicht Tag für Tag durch die Gegend und mache mir Sorgen über das, was passiert wenn man stirbt, bzw was danach kommt, oder ob mein Leben überhaupt einen Wert hat.
Würde ich es empfehlen? Ja, ich denke schon, wenn man mal gerade etwas nettes lesen will. Aber erwartet keine lebenverändernden Erleuchtungen oder so.
Gelesen vom 15. bis zum 17. Dezember 2013
Das Buch habe ich schon längere Zeit im Regal stehen. Ich kann mich vage einnern, es mal während eines Klassenausflugs auf den Kölner Weihnachtsmarkt dort in der Mayerschen gekauft zu haben, aber keine Garantie. Wie das eben manchmal so ist: Man will ein Buch gerne lesen, aber irgendwie nicht in diesem Moment.
Die Geschichte handelt von Eddie, einem Wartungsarbeiter in einem Freizeitpark am Pier in einem dieser Küstenstädte. Wo genau wird nicht erwähnt, aber Brighton kommt mal vor, also schätze ich er hält sich in England auf. Eddie stirbt während eines Arbeitsunfalls im Freizeitpark und die Geschichte lässt uns Eddies 5 letzte Treffen im Himmel miterleben; durchzogen von Erinnerungen, Lebensweisheiten und den letzten Dingen, die er begreifen muss, bevor seine Seele den ewigen Frieden finden kann.
Klingt weitaus kitschiger und spiritueller, als er tatsächlich ist. Eigentlich ist dieses Buch mit seinen bloß 231 Seiten eine schöne, kleine Geschichte über das Leben eines völlig normalen Mannes und die Bedeutsamkeit eines jeden Lebens. Was der "Himmel" eigentlich ist, und wie Gott sich in die ganze Geschichte einbauen lässt wird nicht tiefer erläutert, aber die Dinge, die jede der fünf Personen Eddie mit auf den letzten Weg gibt, sind schon aus der moralisch höheren Ebene anzusiedeln.
Es ist nett und schnell zu lesen gewesen, überhaupt nicht fordernd oder zum ultimativen Nachdenken anregend, aber vielleicht bin ich auch das falsche Zielpublikum gewesen, denn ich laufe nicht Tag für Tag durch die Gegend und mache mir Sorgen über das, was passiert wenn man stirbt, bzw was danach kommt, oder ob mein Leben überhaupt einen Wert hat.
Würde ich es empfehlen? Ja, ich denke schon, wenn man mal gerade etwas nettes lesen will. Aber erwartet keine lebenverändernden Erleuchtungen oder so.
Sonntag, 15. Dezember 2013
A Feast for Crows - George R R Martin
ASoIaF #4, ich halte mich kurz.
Behandelt nur die Schicksale der Charaktere um King's Landing herum, also bekommen wir dieses Mal nur POV's von den Hauptcharakteren Cersei, Jaime, Brienne, Sansa, Arya und Samwell. Samwell, waaaas, der sollte doch eigentlich an der Wall sein?! Nein, auf dem Schiff in Richtung Oldtown. Zusätzlich gibt es Einblicke in einige der Ironborn, die sich nach Balons Tod neu formieren und einen König suchen, und in einige der Martells aus Dorne, und was die da unten in ihrem Wüstenland so machen.
Interessant, mal in Cerseis Kopf zu dürfen - auch wenn da vorallem Paranoia und Pläne schmieden/intregieren vorherrschen. Das überrascht ja eher wenig. Jaime oder nach wie vor auf gutem Kurs, aber bei ihm passiert leider eher wenig wirklich interessantes, und auch Sam ist eigentlich die ganze Zeit auf dem Schiff. Von Sansa gibt es leider nur ganze drei Kapitel, ebenso wie von Arya. Bei beiden bin ich jeweils nicht vor Neugier und Spannung gestorben. Der zeitweilge Ausgang der Martell-Geschichte hat mich ein wenig enttäuscht; da hätte mehr kommen können, und Cerseis direkte Einsicht in die King's Landing Vorgänge hat mir extrem gut gefallen - großartiger Ausgang, der lässt gespannt Hoffen.
Dany, Jon und Tyrion gibts dann erst wieder im nächsten Buch - das wird allerdings mindestens bis nach Weihnachten warten müssen, bis wieder Geld da ist. Und dann wie der Rest der Fangemeinde auf The Winds of Winter warten (falls das in diesem Leben noch erscheint).
Behandelt nur die Schicksale der Charaktere um King's Landing herum, also bekommen wir dieses Mal nur POV's von den Hauptcharakteren Cersei, Jaime, Brienne, Sansa, Arya und Samwell. Samwell, waaaas, der sollte doch eigentlich an der Wall sein?! Nein, auf dem Schiff in Richtung Oldtown. Zusätzlich gibt es Einblicke in einige der Ironborn, die sich nach Balons Tod neu formieren und einen König suchen, und in einige der Martells aus Dorne, und was die da unten in ihrem Wüstenland so machen.
Interessant, mal in Cerseis Kopf zu dürfen - auch wenn da vorallem Paranoia und Pläne schmieden/intregieren vorherrschen. Das überrascht ja eher wenig. Jaime oder nach wie vor auf gutem Kurs, aber bei ihm passiert leider eher wenig wirklich interessantes, und auch Sam ist eigentlich die ganze Zeit auf dem Schiff. Von Sansa gibt es leider nur ganze drei Kapitel, ebenso wie von Arya. Bei beiden bin ich jeweils nicht vor Neugier und Spannung gestorben. Der zeitweilge Ausgang der Martell-Geschichte hat mich ein wenig enttäuscht; da hätte mehr kommen können, und Cerseis direkte Einsicht in die King's Landing Vorgänge hat mir extrem gut gefallen - großartiger Ausgang, der lässt gespannt Hoffen.
Dany, Jon und Tyrion gibts dann erst wieder im nächsten Buch - das wird allerdings mindestens bis nach Weihnachten warten müssen, bis wieder Geld da ist. Und dann wie der Rest der Fangemeinde auf The Winds of Winter warten (
Serien: Arrow 1x01
Arrow, die Serien-Adaption des DC Comics "Green Arrow" from amerikanischen Fernsehsender The CW, läuft schon seit letztem Jahr, und ich war mir auch darüber bewusst, dass sie existiert. Von dem einen oder anderen tumblr-Post konnte ich schon erfahren, dass es irgendwie um einen Typem im Cape geht der Pfeile schießt, daher wohl der Name "Green Arrow". Besondere Lust hatte ich bis jetzt noch nicht, an die Serie heran zu gehen, aber da jetzt in der Vorweihnachtszeit das dämliche Fernsehprogramm ständig so umgeschmissen wird, dass die drei Serien, die ich noch verfolge, dauernd aussetzten oder schon in der Weihnachtspause sind, wollte ich Arrow eine Chance geben.
Hier die Prämisse:Genius Billionair Playboy Philanthropist(?) Oliver Queen, der Erbe eines Milliardenunternehmens, ist mit seinem Vater und der Schwester seiner Schnalle und noch ein paar anderen Extras auf Bootstour, als besagtes Boot in einem Gewittersturm kentert und nur Oliver überlebt. Er kann sich auf eine einsame Insel retten, auf der er Robinson-Crueso-Style in der Wildnis überleben muss. Er kann schließlich irgendwann gerettet werden; kehrt nach Hause zurück und oh! Plötzlich hat er ein Gewissen. Vor dem Tod seines Vaters hat er von dem noch erfahren, dass die ganze Stadt bankrupt ist, also schwört Oliver, Rache zu nehmen(?) und alle nach der Reihe umzulegen. Außerdem hat sein bester Kumpel neuerdings was mit seiner Schnalle; beide hielten Olli nämlich für tot.
Irgendwie klingt das alles extrem nach einer Mischung aus Batman und Ironman, bloß dass der Hauptcharakter Hawkeye ist (oder Legolas, oder Katniss, oder wer sonst noch in der Popkultur heutzutage mit Pfeil und Bogen schießt. Ist offenbar ziemlich im kommen, vielleicht sollte ich das doch mal lernen?). Aber mal ehrlich, Bruce Wayne kann zwar nicht mit Pfeil und Bogen umgehen, aber auch er findet irgendwo hinten um China rum plötzlich sein Gewissen, hängt sein Playboy-Dasein an den Nagel und räumt als maskierter Held seine Heimatstadt auf, während er sein offentliches Image als arroganter reicher Sack aufrecht erhält. Gingen denen bei DC irgendwann die Ideen aus?
Unsicher bin ich mir nach dem Ansehen der Pilotfolge, ob ich Arrow mal weiter schaue oder es lieber sein lasse. Oliver Queen als Charakter hat mich irgendwie nicht 100% angesprochen, obwohl er ja eindeutig ins Schema derer passt, die ich gerne verfolge; seien es Bruce, Tony oder Jaime Lannister (auch wenn der keine geheime Identität hat, aber Cast-Away-Oliver sah aus wie Jaime auf der Rückreise von Riverrun). Lustig anzusehen wäre sicher, wie sie dieses Mal erklären, dass sich Olli und Green Arrow nie im gleichen Raum aufhalten bzw zur gleichen Zeit anwesend sind, oder dass der Grüne Kapuzentyp mysteriöser Weise genau dann aufgetaucht ist, als auch der verschollene Olli von dem Toten auferstand. Immer diese geheimen Identitäten. Echt mal, die DC-Stories spielen doch auch alle im selben Universum; wie werden die Leute da nicht stutzig?! Batman hat immerhin die Maske und den Batsuit, aber Green Arrow hat ne Kapuze und Superman eine Brille. BRILLE.
Fazit: Unentschlossen. Vielleicht kann man nach der Pilotfolge noch kein Urteil fällen, und vermutlich werde ich noch mal ein, zwei Folgen weiter schauen wie sich die Charaktere und das große Mysterium so entwickeln. Habe aber wenig Hoffnung, hier ein Juwel entdeckt zu haben.
Hier die Prämisse:
Irgendwie klingt das alles extrem nach einer Mischung aus Batman und Ironman, bloß dass der Hauptcharakter Hawkeye ist (
Unsicher bin ich mir nach dem Ansehen der Pilotfolge, ob ich Arrow mal weiter schaue oder es lieber sein lasse. Oliver Queen als Charakter hat mich irgendwie nicht 100% angesprochen, obwohl er ja eindeutig ins Schema derer passt, die ich gerne verfolge; seien es Bruce, Tony oder Jaime Lannister (
Fazit: Unentschlossen. Vielleicht kann man nach der Pilotfolge noch kein Urteil fällen, und vermutlich werde ich noch mal ein, zwei Folgen weiter schauen wie sich die Charaktere und das große Mysterium so entwickeln. Habe aber wenig Hoffnung, hier ein Juwel entdeckt zu haben.
Mittwoch, 27. November 2013
Fack Ju Göhte
Fack Ju Göhte
Gesehem am 23. November 2013 im Kino
Gesehem am 23. November 2013 im Kino
Nach langem hin und her habe ich mich entgegen meines
logischen Denkens entschieden, denn Film anzusehen. Okay, der Trailer war
irgendwie witzig und auf unerwartete Weise ansprechend, aber das war der von
Fremd Fischen ja auch und wir alle wissen wohin das geführt hat es ist nach
wie vor eine Deutsche Komödie, und die sind nun mal nicht für Großartigkeit
bekannt.Trotzdem, der Freundeskreis hatte so grundsätzlich die
gleiche Einstellung wie ich, und diverse begeisterte Empfehlungen von Menschen
aller gesellschaftlichen Schichten veranlassten uns dann doch zu einer Runde
russisches-Film-Roulette. Und ob ihr glaubt oder nicht: Der Film war keine
Kugel, ich lebe noch, und amüsiert habe ich mich auch. Verrückt, ich weiß.
Aber erst mal zum Inhalt des Films.
Ehemals-Gefängnisinsasse Zeki Müller kommt aus dem Bau und
will mit Hilfe seiner Bekannten, Freundin, Nutte, was auch immer, direkt das
Geld aus seinem Überfall bergen - das ist allerdings auf einer Baustelle vergraben worden, und diese Baustelle ist
mittlerweile weg. Stattdessen steht da jetzt die neue Turnhalle der
Goethe-Schule (übrigens die einzige offensichtliche Reference zu Goethe, und
somit wohl der Grund für den Titel? Nicht ersichtlich). Zeki bewirbt sich dort
undercover als Hausmeister, wird aber als Aushilfslehrer eingestellt, und muss
sich fortan tagsüber mit streber-Siebtklässlern, asozialen Zehntklässlern und
einer absolut korrekten Referendarin herumschlagen, während er nachts fröhlich
einen Tunnel unter der Turnhalle gräbt um an sein Geld zu kommen.
Wer sich an dieser Stelle den Rest des Films noch nicht 1:1
erschließen kann wird vermutlich richtig begeistert sein, denn die absolute
Vorhersehbarkeit ist schon ein bisschen ein Nachteil. Wie es sich für eine
(deutsche) Komödie gehört läuft auch Fack Ju Göhte ausnahmslos nach Schema F ab
und lässt keinerlei Raum für überraschende Wendungen, was man sowohl negativ
als auch positiv betrachten kann – man wird zum Beispiel auch nicht durch
unrealistische(re) Nebenhandlungen und unnötig verkomplizierte Twists
irritiert.
Die Stärke des Films liegt, wie bei so vielen dieses Genres,
eindeutig in der Art und Weise der Erzählung.
Die absichtlich überzogenen
Charaktere sind eine gelungene Karikatur; sowohl auf Deutschlands nachmittägliches
Fernsehprogramm als auch – tragischer Weise
– auf das wahre Leben. Dabei sind die Witze selbstverständlich alles andere als
niveauvoll, war aber bei einer solchen Prämisse auch keinesfalls zu erwarten,
und der Humor insgesamt polarisiert sich größtenteils auf eine Art selbstironischer,
vorurteilsbehafteter Gesellschaftssatire, wenn auch mit flacher Basis.
10/10 ist FackJu Göhte also keinesfalls, aber durchaus
charmant und unterhaltsam für einen lockeren Kino-, oder vermutlich besser
DVD-Abend mit Freunden. Würde ich mir den Film erneut ansehen? Durchaus.
Nochmal im Kino: Nein.
Mittwoch, 20. November 2013
Serien-Update zur neuen "Saison"
Nachdem ich ja in den vergangenen Wochen fleißig diverse neue Serien angefangen und alte fortgesetzt habe, dachte ich mir dass es mal wieder an der Zeit sei, diese Empfehlungen auf den neusten Stand zu bringen. Vorher aber eine Zusammenfassung!
Auf dem Plan für Neuanfänge standen:
Gar nicht angefangen habe ich (bis jetzt) mit:
Auf dem Plan für Neuanfänge standen:
- Marvel's Agents of Shield
- Sleepy Hollow
- Dracula
- The Originals (Vampire Diaries Spin-off
) - Reign
- Once Upon A Time in Wonderland (Once Upon A Time Spin-off)
- Witches of the East End
- Ravenswood (Pretty Little Liars Spin-off)
- The Big Bang Theory (Staffel 7)
- Once Upon A Time (Staffel 3)
- The Vampire Diaries (Staffel 5)
- How I Met Your Mother (Staffel 9)
- Castle (Staffel 6)
- New Girl (Staffel 3)
Gar nicht angefangen habe ich (bis jetzt) mit:
- Witches of the East End. Laut Zusammenfassung eine Charmed-ähnliche Serie nur mit der Mutter noch am leben. Klingt vielversprechend, aber ich kam einfach noch nicht dazu. (In diesem Zusammenhang)
- Castle. Nach dem Finale der vierten Staffel war irgendwie für mich schon ein bisschen die Luft raus - kriegen-sie-sich-oder-kriegen-sie-sich-nicht's sind meistens bloß solange interessant, bis die Entscheidung fällt, und Castle steht zur Zeit nicht auf meiner Prioritätenliste.
- New Girl. Habe ich ohnehin nie wöchentlich verfolgt sondern immer mal ge-marathon-ed wenn ich krank war.
- Once Upon A Time in Wonderland: Hat mich einfach nicht verzaubert. Once Upon A Time schaue ich extrem gerne, und die teilweise echt komplizierten Vernetzungen zwischen den einzelnen Märchen-Strängen sind für mich immer wieder richtig interessant. Aber OUaT Wonderland hat meiner Meinung nach irgendwie nicht dieses Gefühl einer Alice-Verfilmung getroffen.
- Ravenswood: Extrem strange. Irgendwas übernatürliches treibt da offenbar im Nachbarort von Rosewood sein Unwesen, was aus zwei Gründen unrealistisch und unpassend ist. Der erste ist offensichtlich und der zweite: Es ist ein Spin-off von Pretty Little Liars, spielt also im gleichen Universum. Bei PLL gab es seit 4 Staffeln nicht Übernatürliches - warum aber einen Ort weiter? Nicht überzeugend.
- Sleepy Hollow: So vielversprechend angefangen, und doch hat sie mein Interesse nicht halten können. Seit zwei, drei Wochen lasse ich schon aus Zeitgründen schleifen, und als ich heute mal wieder eine Folge nachholen wollte, langweilte ich mich leider ziemlich. Schade, davon hatte ich mir mehr erhofft.
~ unsicher - Dracula: Huhm. Von der Pilotfolge war ich ganz angetan, die zweite habe ich schon mit mäßiger Begeisterung und die dritte schon gar nicht mehr geschaut. Wie Castle einfach nicht auf der derzeitigen Prioritätenliste. Dafür hat die Serie mich offenbar doch nicht genug angesprochen.
~ unsicher
- The Vampire Diaries & The Originals: Für TVD habe ich einfach eine Schwachstelle, auch wenn die Story diese Staffel wieder irgendwie schwach angefangen und nachgelassen hat. Bei The Originals wars genau anders herum; nicht 100% überzeugender Anfang aber es wurde von Folge zu Folge irgendwie besser.
- The Big Bang Theory: Habe ich auch noch nie Woche für Woche begeistert verfolgt, hole ich auch immer mal auf, wenn ich gerade Zeit habe. Stagniert auch meiner Meinung nach mittlerweile, ähnlich wie How I Met Your Mother. Sie sollten ein angemessenes Ende finden und dann bald aufhören, damit die Luft nicht irgendwann ganz raus ist.
- How I Met Your Mother: Es tut mir in der Seele weh, meine einstige Lieblingsserie nicht auf die Gewinnerliste zu setzen. Ihr habt ja keine Ahnung. Aber wie eben schon angesprochen stagniert die Serie extrem, und auch wenn wir die Mutter ja endlich mal gesehen haben: 10 Folgen sind rum, Ted kennt sie immer noch nicht und Barney und Robins Hochzeit ist auch noch nicht passiert. Es scheint, als wollten die Macher das Treffen trotz allem so lange wie möglich herauszögern anstatt Ted die Mutter endlich treffen zu lassen und uns noch ein paar Folgen zu geben, in denen man sie tatsächlich als Paar erlebt. Stattdessen plant CBS jetzt offenbar ein Spin-Off, How I Met Your Father, in dem wir das Leben der Mutter vor Ted erzählt bekommen. Bitte nicht.
- Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.: Trotz etwas holprigem Start, bei dem man den Eindruck hatte dass da durchaus mehr geht haben mich gerade die letzten drei Folgen richtig überzeugt. Es hat einfach irgendwie was, dem Team um Agent Coulson dabei zuzusehen, wie sich mit den alltäglichen Problemen von S.H.I.E.L.D. herumschlagen, die vielleicht nicht ganz so pompös sind wie ihre dazugehörigen Kinofilme, aber gerade darin ihrem Charme haben. Das Marvel-Universum wird dadurch irgendwie realistischer - als wären Dinge wie das Battle von New York (in Avengers) tatsächlich neulich erst passiert. Und nachdem der Fokus etwas von Skye weg auf die anderen Charaktere gerückt wurde, wurde das ganze Team dreidimensionaler. Weiter so, Joss Whedon, mach diese Serie großartig.
- Once Upon A Time: Wie oben gesagt mag ich diese Serie einfach, denn sie ist so schön, und märchenhaft, und trotzdem verzwickt und kickass. Staffel drei habe ich nach dem Finale der zweiten Staffel sehnsüchtig erwartet, denn Emma, Snow, Charming, Regina und Rumpelstilzchen machen zusammen mit Hook einen Trip ins Nimmerland um Henry zu retten - ist das nicht eine wundervolle Kombination von Charakteren? Da bieten sich völlig neue Dynamiken und eine völlig neue Umgebung, nachdem sowohl Storybrook als auch die Märchenwelt ja mittlerweile ausreichend erforscht wurden.
- Reign: In kürzester zeit hat Reign es trotz seiner absoluten historischen Ungenauigkeit, unpassender Kostüme und Verhaltensweisen und kitschig-kindischer Plot-Twists auf meine Favoritenliste geschafft. Was soll ich sagen, ich habe einfach eine Schwäche für sowas. und die vielen hübschen Frisuren und Haarbänder.
A Storm of Swords - George R R Martin
Doppel-Post zu beiden Büchern (3.1 und 3.2) da ich beschlossen haben, sie als eins zu behandeln.
3.1: Steel and Snow
Gelesen vom 21. Oktober bis 05. November 2013
Dieser Part der Geschichte war mir von der Serie her noch bekannt, und der Plot verläuft auch, wie gewohnt, ziemlich genauso. Die Geschichte ist wieder ziemlich Lauf-lastig mit wenigen Dingen, die tatsächlich passieren, und wenn man weiß, worauf die Geschichte mehr oder weniger hinaus läuft sieht man vieles als offensichtliche Vorbereitung auf kommende Ereignisse. Am liebsten habe ich dieses mal Sansa, Jaime und Jon gelesen; Dany war trotz durchschnittlicher Action irgendwie träge. Ihr Umgang mit den Yunkai war in der Serie einfach besser und die Auflösung epischer, SPOILER weil man in der Serie nicht direkt wusste, dass sie Kraznys versteht. Und auch wenn das alles so wunderbar inszeniert ist, wie sie sämtliche Sklaven befreit und alle in den Boden stampft - irgendwie langweilt es mich, ständig von ihrem Erfolgen zu lesen. Und sie ist einfach nach wie vor so weit weg vom restlichen Geschehen.
3.2: Blood and Gold
Gelesen vom 08. bis zum 19. November 2013
Den zweiten Teil habe ich nach dem doch etwas trägen ersten viel begeisterter gelesen. Das liegt an mehreren Sachen, vor allem aber am flotteren Plot. Viele überraschende Twists & Turns, da nach den ersten hundert Seiten auch der Inhalt der 3. Staffel abgeschlossen war, und ich tatsächliche diverse neue Sachen erfahren habe - und ich sags euch, das wird euch umhauen. Nach wie vor stehen Sansa, Jaime und Jon auf meiner POV-Favoritenliste, dicht gefolgt von Tyrion, der den cut beim letzten Mal ja nicht gemacht hat. Arya war leider extrem uninteressant im ganzen zweiten Teil, und bei Dany hat sich auch wenig geändert, wobei auch sie mal einen herben Rückschlag erhalten hat. Ich bin gespannt, wie sie das in die Serie einbauen werden. Besonderes Highlight waren für mich die royale Hochzeit, der jeweilige Ausgang der Story von Jon und Sansa (bis jetzt) und Jaimes komplette Existenz.
3.1: Steel and Snow
Gelesen vom 21. Oktober bis 05. November 2013
Dieser Part der Geschichte war mir von der Serie her noch bekannt, und der Plot verläuft auch, wie gewohnt, ziemlich genauso. Die Geschichte ist wieder ziemlich Lauf-lastig mit wenigen Dingen, die tatsächlich passieren, und wenn man weiß, worauf die Geschichte mehr oder weniger hinaus läuft sieht man vieles als offensichtliche Vorbereitung auf kommende Ereignisse. Am liebsten habe ich dieses mal Sansa, Jaime und Jon gelesen; Dany war trotz durchschnittlicher Action irgendwie träge. Ihr Umgang mit den Yunkai war in der Serie einfach besser und die Auflösung epischer, SPOILER weil man in der Serie nicht direkt wusste, dass sie Kraznys versteht. Und auch wenn das alles so wunderbar inszeniert ist, wie sie sämtliche Sklaven befreit und alle in den Boden stampft - irgendwie langweilt es mich, ständig von ihrem Erfolgen zu lesen. Und sie ist einfach nach wie vor so weit weg vom restlichen Geschehen.
3.2: Blood and Gold
Gelesen vom 08. bis zum 19. November 2013
Den zweiten Teil habe ich nach dem doch etwas trägen ersten viel begeisterter gelesen. Das liegt an mehreren Sachen, vor allem aber am flotteren Plot. Viele überraschende Twists & Turns, da nach den ersten hundert Seiten auch der Inhalt der 3. Staffel abgeschlossen war, und ich tatsächliche diverse neue Sachen erfahren habe - und ich sags euch, das wird euch umhauen. Nach wie vor stehen Sansa, Jaime und Jon auf meiner POV-Favoritenliste, dicht gefolgt von Tyrion, der den cut beim letzten Mal ja nicht gemacht hat. Arya war leider extrem uninteressant im ganzen zweiten Teil, und bei Dany hat sich auch wenig geändert, wobei auch sie mal einen herben Rückschlag erhalten hat. Ich bin gespannt, wie sie das in die Serie einbauen werden. Besonderes Highlight waren für mich die royale Hochzeit, der jeweilige Ausgang der Story von Jon und Sansa (bis jetzt) und Jaimes komplette Existenz.
Sonntag, 3. November 2013
Thor: The Dark World
Thor: The Dark World
Gesehen am 01. (und 02.) November 2013(keine dummen Kommentare jetzt)
Unser liebster hammerschwingender Donnergott ist zurück auf der großen Leinwand in einem Film, den ich natürlich sehnsüchtig erwartet habe! Da ja offenbar keine eine mitternachts-sneak-Premiere angeboten wurde und ich donnerstags von 6.30 Uhr bis abends um 10 beschäftigt bin musste ich mich bis Freitagsnacht gedulden. Dafür war ich aber dann Samstag gleich noch mal drin, weil Mama nicht alleine gehen wollte. Da sag ich doch nicht nein! Und froh bin ich auch, denn nach dem ersten mal schauen wäre die Review wohl etwas härter ausgefallen als sie jetzt letztendlich ist.
Zum Plot:
Nach der(sinnlosen, dämlichen, irgendwie
bescheuerten) Zerstörung des Bifröst herrschte Chaos und Bürgerkrieg
in den 9 Welten. Thor und seine Musketiere haben gerade so ziemlich den Frieden
zurück gebracht, da tut sich eine neue Bedrohung auf: Jane Foster findet
während ihrer Forschungsarbeit zufällig ein Portal in eine andere Dimension und
entdeckt dort den Aether, eine uralte mächtige Waffe, mit deren Hilfe einst die
Dunkelelfen um ihren Anführer Malekith die Welt unterjochen wollten. Jane, die
diese Waffe jetzt in sich trägt, wird von Thor nach Asgard gebracht, aber in
Sicherheit ist sie dort auch nicht. Malekith erklärt den Asen den Krieg um an
seine Waffe in Form von Jane zu kommen, und Thor ist gezwungen, sich an seinen
Bruder zu wenden, um Jane mit dessen Hilfe und gegen die Anweisung seines
Vaters heimlich aus Asgard heraus zu schmuggeln um Malekith in eine Falle zu
locken.
Grundsätzlich ein solider Actionfilm, der besonders durch seine unendlich vielen wirklich komischen Szenen punktet. Mehr als einmal hat der ganze Saal laut gelacht - bei beiden Vorstellungen! Auch die Geschichte an sich ist ordentlich inszeniert, hat jedoch eindeutige Schwächen. Beim ersten Mal anschauen wirkte gerade der erste Teil des Films ein wenig auseinandergerissen und unzusammenhängend, und gerade die "Bedrohung" durch die Dunkelelfen scheint schwach und eben nicht sehr bedrohlich. Mal abgesehen von den Masken, die schon irgendwie unheimlich sind, fragt man sich unwillkürlich: Was sind Malekiths Beweggründe? Warum alle Welten in Dunkelheit stürzen? Wir bekommen keinerlei Charaktertiefe für den Hauptantagonisten, was ein bisschen schade ist.
Der Grund dafür ist eindeutig: Es war einfach keine richtige Zeit, noch einen komplexen Charakter einzuführen, und viel von Malekiths potentieller Screentime ging sicher für Thors allseits beliebten (harr harr) bösen Stiefbruder drauf. Ich bin natürlich die letzte, die sich beschwert, aber die Schwerpunkte wurden hier eindeutig anders gelegt. Und zwar nicht ausschließlich auf Loki - der Film verbringt einen Großteil seiner Zeit in Asgard und gibt damit auch dem Allvater und seiner Königin einen aktiven Part. Wir bekommen ein besseres Bild von Thor in seiner natürlichen Umgebung (die gerade während einigen Kampfszenen extrem an Naboo erinnert - aber vielleicht lag das auch bloß an Natalie Portman) und dem Leben, was eigentlich für ihn vorgesehen ist.
Ich könnte noch mindestens 10 Seiten schreiben, aber vermutlich würde das die wenigsten interessieren. Lasst mich nur noch so viel sagen: Wie der erste Teil auch schon ist Thor: The Dark Kingdom nicht unbedingt einer der stärksten Marvel-Filme. Er gewinnt auch erst ab der Hälfte an Dichte und Witz (und auch wenn ihr mir jetzt einredet, das läge an persönlichen Präferenzen), wenn sich nämlich die Brüder zusammentun. Trotzdem überzeugt der Film mit dem typischen Charme, den auch Teil 1 an den Tag legte, und gerade beim zweiten Mal anschauen habe ich ihn richtig genossen.
Gesehen am 01. (und 02.) November 2013
Unser liebster hammerschwingender Donnergott ist zurück auf der großen Leinwand in einem Film, den ich natürlich sehnsüchtig erwartet habe! Da ja offenbar keine eine mitternachts-sneak-Premiere angeboten wurde und ich donnerstags von 6.30 Uhr bis abends um 10 beschäftigt bin musste ich mich bis Freitagsnacht gedulden. Dafür war ich aber dann Samstag gleich noch mal drin, weil Mama nicht alleine gehen wollte. Da sag ich doch nicht nein! Und froh bin ich auch, denn nach dem ersten mal schauen wäre die Review wohl etwas härter ausgefallen als sie jetzt letztendlich ist.
Zum Plot:
Nach der
Grundsätzlich ein solider Actionfilm, der besonders durch seine unendlich vielen wirklich komischen Szenen punktet. Mehr als einmal hat der ganze Saal laut gelacht - bei beiden Vorstellungen! Auch die Geschichte an sich ist ordentlich inszeniert, hat jedoch eindeutige Schwächen. Beim ersten Mal anschauen wirkte gerade der erste Teil des Films ein wenig auseinandergerissen und unzusammenhängend, und gerade die "Bedrohung" durch die Dunkelelfen scheint schwach und eben nicht sehr bedrohlich. Mal abgesehen von den Masken, die schon irgendwie unheimlich sind, fragt man sich unwillkürlich: Was sind Malekiths Beweggründe? Warum alle Welten in Dunkelheit stürzen? Wir bekommen keinerlei Charaktertiefe für den Hauptantagonisten, was ein bisschen schade ist.
Der Grund dafür ist eindeutig: Es war einfach keine richtige Zeit, noch einen komplexen Charakter einzuführen, und viel von Malekiths potentieller Screentime ging sicher für Thors allseits beliebten (harr harr) bösen Stiefbruder drauf. Ich bin natürlich die letzte, die sich beschwert, aber die Schwerpunkte wurden hier eindeutig anders gelegt. Und zwar nicht ausschließlich auf Loki - der Film verbringt einen Großteil seiner Zeit in Asgard und gibt damit auch dem Allvater und seiner Königin einen aktiven Part. Wir bekommen ein besseres Bild von Thor in seiner natürlichen Umgebung (die gerade während einigen Kampfszenen extrem an Naboo erinnert - aber vielleicht lag das auch bloß an Natalie Portman) und dem Leben, was eigentlich für ihn vorgesehen ist.
Ich könnte noch mindestens 10 Seiten schreiben, aber vermutlich würde das die wenigsten interessieren. Lasst mich nur noch so viel sagen: Wie der erste Teil auch schon ist Thor: The Dark Kingdom nicht unbedingt einer der stärksten Marvel-Filme. Er gewinnt auch erst ab der Hälfte an Dichte und Witz (und auch wenn ihr mir jetzt einredet, das läge an persönlichen Präferenzen), wenn sich nämlich die Brüder zusammentun. Trotzdem überzeugt der Film mit dem typischen Charme, den auch Teil 1 an den Tag legte, und gerade beim zweiten Mal anschauen habe ich ihn richtig genossen.
Samstag, 2. November 2013
Serien: Dracula 1x01 und Reign 1x01
Hier sind dann endlich die letzten zwei neuen Serien, die ich mir in dieser "Saison" angeschaut habe. Die erste ist NBC's Dracula, bei der der Name keine Fragen über den Inhalt offen lässt, und The CW's Reign, eine historische Serie über die jungen Jahre von Königin Maria Stuart.
Dracula 1x01
Gerade denkt man, Vampire sind wieder out, da haut der amerikanische Fernsehsender NBC, der uns zuletzt Hannibal bracht, eine Serie über den Vater als Blutsaugergeschichten raus. Dracula basiert, wie der Name schon sagt, auf Bram Stocker's Meisterwerk aus dem Jahre 1897 (was ihr übrigens alle unbedingt gelesen haben solltet. Nur so am Rande.).
Die Serie spielt im viktorianischen England (wen wundert's) und scheint sich wenigstens von den Charakteren her mehr an die Originalvorlage zu halten als zum Beispiel einige der Verfilmungen mit Christopher Lee. Dracula tarnt sich als amerikanischer Wissenschaftler und Industrieller namens Alexander Grayson und versucht sich in die Londoner High Society einzuschleusen um einen uralten Clan auszuschalten der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist. Unterstützt wird er dabei von seinem treuen Diener Renfield und - und jetzt haltet euch fest, Kenner der Geschichte! - Professor Van Helsing. Ja, richtig gelesen. Er trifft dort außerdem auf den aufstrebenden Journalisten Jonathan Harker und dessen Verlobte Mina, die Draculas toter Frau aufs Haar gleicht.
So weit, so gut.
Der Stoff wurde nun wirklich schon unendliche Male verfilmt oder wenigstens als Basis verwendet, und man fragt sich wirklich: Brauch man echt noch eine Variante? Gespielt wird der berühmte Graf von Jonathan Rhys Meyers, den die meisten von euch wahrscheinlich als Henry VIII aus The Tudors kennen. Optisch gesehen passt er natürlich schon mal ziemlich gut auf Dracula, und sein Schauspiel ist auch überzeugend. Einziger Wehmutstropfen ist sein etwas merkwürdiger amerikanischer Akzent. Die tiefere Bedeutung seiner Tarnung als Amerikaner hat sich mir auch noch nicht ganz erschlossen, aber vielleicht ergibt sich das ja noch.
Vom Hocker gerissen hat die erste Folge mich nicht, aber Dank Sendeplatz am Freitagabend werde ich sie definitiv weiter verfolgen, denn am Wochenende habe ich ja sonst nichts zu schauen.
Reign 1x01
Reign stand ursprünglich gar nicht auf der Liste. Mehr durch Zufall bin ich letzte Woche auf die Serie gestoßen und habe mich entschieden, in die erste Folge mal rein zu schauen. Die Geschichte dreht sich, wie gesagt, um die jugendlichen Jahre von Queen Mary of Scotland, als sie sich am französischen Hof befindet. Es handelt sich allerdings nicht um eine Doku-ähnliche, historisch wertvolle Erwachsenenserie sondern ist quasi Jane Austen für Teenager mit kleinen mystery-Nebenteil.
In einer Review las ich einen wundervollen Satz der die Darsteller allesamt mit Hollister-Models verglich, und ich muss sagen: Das passt wirklich. Ein hübsch polierter Cast mit perfekten Zähnen ist natürlich ebenso elementar für eine Teeny-Serie wie das Liebesdreieck, und gepaart mit der unschuldigen, liebenswerten Hauptperson, die sich gegen unverdiente Angriffe und Verrat verteidigen muss haben wir hier die perfekten Zutaten für einen Hit. Das ganze wirkt direkt pädagogisch wertvoller durch den historischen Hintergrund, aber das es am französischen Hof spukte würde ich doch in Frage stellen.
Allerdings kommt Reign bei weitem nicht so flach und naiv-dämlich daher wie manch andere Serie dieses Formats, und ob es jetzt das romantisch-altertümliche, die wunderschönen Haarbänder und Kostüme oder der Soundtrack, der zu 50% aus Liedern von The Lumineers besteht, ist: Gefallen hat die Pilotfolge mir durchaus. Ich ordne es also ein unter guilty-pleasure Teenyserien direkt neben Pretty Little Liars, The Vampire Diaries und Teen Wolf.
Dracula 1x01
Gerade denkt man, Vampire sind wieder out, da haut der amerikanische Fernsehsender NBC, der uns zuletzt Hannibal bracht, eine Serie über den Vater als Blutsaugergeschichten raus. Dracula basiert, wie der Name schon sagt, auf Bram Stocker's Meisterwerk aus dem Jahre 1897 (was ihr übrigens alle unbedingt gelesen haben solltet. Nur so am Rande.).
Die Serie spielt im viktorianischen England (wen wundert's) und scheint sich wenigstens von den Charakteren her mehr an die Originalvorlage zu halten als zum Beispiel einige der Verfilmungen mit Christopher Lee. Dracula tarnt sich als amerikanischer Wissenschaftler und Industrieller namens Alexander Grayson und versucht sich in die Londoner High Society einzuschleusen um einen uralten Clan auszuschalten der für den Tod seiner Frau verantwortlich ist. Unterstützt wird er dabei von seinem treuen Diener Renfield und - und jetzt haltet euch fest, Kenner der Geschichte! - Professor Van Helsing. Ja, richtig gelesen. Er trifft dort außerdem auf den aufstrebenden Journalisten Jonathan Harker und dessen Verlobte Mina, die Draculas toter Frau aufs Haar gleicht.
So weit, so gut.
Der Stoff wurde nun wirklich schon unendliche Male verfilmt oder wenigstens als Basis verwendet, und man fragt sich wirklich: Brauch man echt noch eine Variante? Gespielt wird der berühmte Graf von Jonathan Rhys Meyers, den die meisten von euch wahrscheinlich als Henry VIII aus The Tudors kennen. Optisch gesehen passt er natürlich schon mal ziemlich gut auf Dracula, und sein Schauspiel ist auch überzeugend. Einziger Wehmutstropfen ist sein etwas merkwürdiger amerikanischer Akzent. Die tiefere Bedeutung seiner Tarnung als Amerikaner hat sich mir auch noch nicht ganz erschlossen, aber vielleicht ergibt sich das ja noch.
Vom Hocker gerissen hat die erste Folge mich nicht, aber Dank Sendeplatz am Freitagabend werde ich sie definitiv weiter verfolgen, denn am Wochenende habe ich ja sonst nichts zu schauen.
Reign 1x01
Reign stand ursprünglich gar nicht auf der Liste. Mehr durch Zufall bin ich letzte Woche auf die Serie gestoßen und habe mich entschieden, in die erste Folge mal rein zu schauen. Die Geschichte dreht sich, wie gesagt, um die jugendlichen Jahre von Queen Mary of Scotland, als sie sich am französischen Hof befindet. Es handelt sich allerdings nicht um eine Doku-ähnliche, historisch wertvolle Erwachsenenserie sondern ist quasi Jane Austen für Teenager mit kleinen mystery-Nebenteil.
In einer Review las ich einen wundervollen Satz der die Darsteller allesamt mit Hollister-Models verglich, und ich muss sagen: Das passt wirklich. Ein hübsch polierter Cast mit perfekten Zähnen ist natürlich ebenso elementar für eine Teeny-Serie wie das Liebesdreieck, und gepaart mit der unschuldigen, liebenswerten Hauptperson, die sich gegen unverdiente Angriffe und Verrat verteidigen muss haben wir hier die perfekten Zutaten für einen Hit. Das ganze wirkt direkt pädagogisch wertvoller durch den historischen Hintergrund, aber das es am französischen Hof spukte würde ich doch in Frage stellen.
Allerdings kommt Reign bei weitem nicht so flach und naiv-dämlich daher wie manch andere Serie dieses Formats, und ob es jetzt das romantisch-altertümliche, die wunderschönen Haarbänder und Kostüme oder der Soundtrack, der zu 50% aus Liedern von The Lumineers besteht, ist: Gefallen hat die Pilotfolge mir durchaus. Ich ordne es also ein unter guilty-pleasure Teenyserien direkt neben Pretty Little Liars, The Vampire Diaries und Teen Wolf.
Donnerstag, 24. Oktober 2013
A Clash of Kings - George R R Martin
A Clash of Kings
Gelesen vom 15 Juni bis 15. Oktober 2013
Endlich! Endlich bin ich fertig. Es erweckt einen völlig falschen Eindruck, wenn man sieht, dass ich quasi genau 4 Monate für Band von A Song of Ice and Fire gebraucht habe, denn das Buch ist eigentlich sehr gut!
Anders als bei A Game of Thrones versuche ich hier nicht wieder, "den Inhalt kurz zusammen zu fassen". Es geht quasi weiter wie im ersten Band, und wir beschäftigen uns hier mit den Nachwehen von Robert Baratheons Tod. Jeder ist nämlich jetzt plötzlich der Meinung, der rechtmäßige König zu sein, und jeder bemannt seine Armee und erklärt den anderen Krieg - hence "A Clash of Kings"; Ein Zusammenstoß von Königen.
Große Unterschiede zum ersten Teil gibt es nicht. Ein neuer POV kommt dazu; Davos Seaworth, ein treuer Gefolgsmann von Stannis Baratheon, der uns Einblicke in das Geschehen auf Dragonstone gibt. Davos ist ein loyaler und ernsthafter Mann, der von seinem König Stannis überzeugt ist; er kommt aus einem schwammig-illegalen Hintergrund und ärmlichen Verhältnissen, deswegen machen seine POVs Spaß. Einziger Wehmutsfaktor ist the Battle of the Blackwater, welches ja in der Serie in 2x09 einzigartig actionreich inszeniert wurde, aber im Buch leider etwas träge geschildert wird und sich extrem in die Länge zieht, unter anderem wegen Davos' endlosen Beschreibungen der 4648703274 verschiedenen Schiffe, deren Namen man sich ohnehin nicht merken kann. Viel Spannung bleibt dabei auf der Strecke, besonders, wenn man den Ausgang der Schlacht schon kennt.
Danys Aufenthalt in Quarth ist ebenfalls etwas träge und abgesehen von ihrem Abstecher ins House of the Undying auch irgendwie etwas sinnlos. Die Prophezeihungen, die ihr da allerdings gemacht werden, sind höchst interessant, besonders dann, wenn man beim Lesen schon einiges an Vorwissen hat und hier und da etwas wiedererkennt.
Alles in allem eine gute Fortsetzung; die zweite Staffel hat mir ohnehin nicht so unglaublich gefallen. Die dritte war da wieder besser, und ans dritte Buch geht es auch jetzt!
Gelesen vom 15 Juni bis 15. Oktober 2013
Endlich! Endlich bin ich fertig. Es erweckt einen völlig falschen Eindruck, wenn man sieht, dass ich quasi genau 4 Monate für Band von A Song of Ice and Fire gebraucht habe, denn das Buch ist eigentlich sehr gut!
Anders als bei A Game of Thrones versuche ich hier nicht wieder, "den Inhalt kurz zusammen zu fassen". Es geht quasi weiter wie im ersten Band, und wir beschäftigen uns hier mit den Nachwehen von Robert Baratheons Tod. Jeder ist nämlich jetzt plötzlich der Meinung, der rechtmäßige König zu sein, und jeder bemannt seine Armee und erklärt den anderen Krieg - hence "A Clash of Kings"; Ein Zusammenstoß von Königen.
Große Unterschiede zum ersten Teil gibt es nicht. Ein neuer POV kommt dazu; Davos Seaworth, ein treuer Gefolgsmann von Stannis Baratheon, der uns Einblicke in das Geschehen auf Dragonstone gibt. Davos ist ein loyaler und ernsthafter Mann, der von seinem König Stannis überzeugt ist; er kommt aus einem schwammig-illegalen Hintergrund und ärmlichen Verhältnissen, deswegen machen seine POVs Spaß. Einziger Wehmutsfaktor ist the Battle of the Blackwater, welches ja in der Serie in 2x09 einzigartig actionreich inszeniert wurde, aber im Buch leider etwas träge geschildert wird und sich extrem in die Länge zieht, unter anderem wegen Davos' endlosen Beschreibungen der 4648703274 verschiedenen Schiffe, deren Namen man sich ohnehin nicht merken kann. Viel Spannung bleibt dabei auf der Strecke, besonders, wenn man den Ausgang der Schlacht schon kennt.
Danys Aufenthalt in Quarth ist ebenfalls etwas träge und abgesehen von ihrem Abstecher ins House of the Undying auch irgendwie etwas sinnlos. Die Prophezeihungen, die ihr da allerdings gemacht werden, sind höchst interessant, besonders dann, wenn man beim Lesen schon einiges an Vorwissen hat und hier und da etwas wiedererkennt.
Alles in allem eine gute Fortsetzung; die zweite Staffel hat mir ohnehin nicht so unglaublich gefallen. Die dritte war da wieder besser, und ans dritte Buch geht es auch jetzt!
Dienstag, 15. Oktober 2013
Rush
Rush
Gesehen am 11. Oktober 2013 im Kino
Unglaublich, zwei mal non-fiction hintereinander! Bei solchen "wahren" Geschichten, die auf historisch belegbaren Geschehnissen basieren ist durchaus immer etwas etwas Spielraum einzuräumen was die tatsächliche Realität betrifft. Allerdings ist das hier dargestellte "erst" um die 40 Jahre her, und wenigstens einer der beiden Hauptfiguren lebt noch.
Rush ist ein Film über die Formel 1 Fahrer James Hunt, gespielt von Chris Hemsworth, und Niki Lauda, gespielt von Daniel Brühl. Den Österreicher Lauda wenigstens sollte jeder kennen, der schonmal irgendwie im deutschen Fernsehen Formel 1 geschaut hat, denn er ist der mit narbigen Gesicht und dem halben Ohr, der immer die schlauen Kenner-Kommentare abgibt. Beide jedenfalls waren Rivalen und kämpften in den 1970er Jahren um den Weltmeistertitel im Rennsport: Einer als Österreich bei Ferrari und einer aus England bei McLaren. Haupt-Aufhänger ist dabei Niki Laudas spektakulärer und lebensgefährlicher Unfall 1976 auf dem Nürburgring, als er von der regennassen Fahrbahn abkommt, sich überschlägt und sein Wagen, mit ihm noch darin eingesperrt, Feuer fängt.
Direkt zu Anfang des Film werden wir darauf hingewiesen, dass sie Rivalität zwischen beiden Fahrern von der Presse übertrieben dargestellt wurde und ein größerer Hehl daraus gemacht wurde, als wirklich wahr war. Aber über den Film verteilt werden die beiden auch nur selten in tatsächlicher Interaktion gezeigt, und eine Todfeindschaft wird auch nicht unbedingt suggeriert. Vielmehr werden die Leben und Hintergründe der beiden Figuren eindrucksvoll beleuchtet; die Beweggründe, Chrakterschwächen und Antriebsmotive erklärt und dargestellt. Besonders gelungen ist dabei, dass keiner der beiden Charaktere auf den ersten Blick besonders sympathisch wirkt, und auch auf den zweiten nicht. Keiner wird hier als der Böse oder der Gute abgestempelt; stattdessen werden beide mit einer unschönen Härte abgebildet, die nichts mit Zucker überzieht. Gerade das ist es, was mich als Zuschauer besonders angesprochen hat, denn dadurch wurde das ganze lebensecht. Keiner ist einseitig böse oder gut, vielmehr hat jeder Schwächen und versucht, seinen Platz zu finden und die fünf Minuten Ruhm, die er ergattern kann, festzuhalten.
Obwohl es es Rennfahrerfilm ist stehen nicht die Autos, sondern die Fahrer im Vordergrund. Und auch nur diese beiden - alles und alle anderen werden in den Hintergrund gedrängt. Die lobenswerte Vielschichtigkeit der beiden Protagonisten fehlt leider bei sämtlichen Nebenfiguren gänzlich, was besonders bei Niki Laudas Frau, gespielt von Alexandra Maria Lara, zu bedauern ist. Olivia Wilde in der Rolle von Suzy Miller, zeitweilige Frau von James Hunt, hat da ein klein wenig mehr Spielraum als ihre Kollegin, kommt aber trotzdem etwas kurz. Natalie Dormer ist völlig verschenkt in ihrer Rolle als Krankenschwester, mit gefühlten 5 Minuten Screentime. Schade eigentlich; ich mag sie.
Filmerisch ist Rush durchaus gelungen. Die Bilder sind eindrucksvoll und die Atmosphäre teilweise verdammt spannend. Bei der Formel 1 wird nunmal hauptsächlich eine Ewigkeit im Kreis gefahren - um das auf Dauer ansprechend auch für nicht-Fans zu inszenieren braucht es eben abwechslungsreiche Aufnahmen und ein Art und Weise, die das Gefühl vermittelt, mitten drin statt nur dabei zu sein.
Meiner Meinung nach ein gelungenes Tribut an zwei Rennfahrerlegenden, und eine extrem nervenaufreibende Geschichtsstunde über eine Zeit, in der man als Formel 1 Fahrer noch regelmäßig sein Leben riskiert hat.
Gesehen am 11. Oktober 2013 im Kino
Unglaublich, zwei mal non-fiction hintereinander! Bei solchen "wahren" Geschichten, die auf historisch belegbaren Geschehnissen basieren ist durchaus immer etwas etwas Spielraum einzuräumen was die tatsächliche Realität betrifft. Allerdings ist das hier dargestellte "erst" um die 40 Jahre her, und wenigstens einer der beiden Hauptfiguren lebt noch.
Rush ist ein Film über die Formel 1 Fahrer James Hunt, gespielt von Chris Hemsworth, und Niki Lauda, gespielt von Daniel Brühl. Den Österreicher Lauda wenigstens sollte jeder kennen, der schonmal irgendwie im deutschen Fernsehen Formel 1 geschaut hat, denn er ist der mit narbigen Gesicht und dem halben Ohr, der immer die schlauen Kenner-Kommentare abgibt. Beide jedenfalls waren Rivalen und kämpften in den 1970er Jahren um den Weltmeistertitel im Rennsport: Einer als Österreich bei Ferrari und einer aus England bei McLaren. Haupt-Aufhänger ist dabei Niki Laudas spektakulärer und lebensgefährlicher Unfall 1976 auf dem Nürburgring, als er von der regennassen Fahrbahn abkommt, sich überschlägt und sein Wagen, mit ihm noch darin eingesperrt, Feuer fängt.
Direkt zu Anfang des Film werden wir darauf hingewiesen, dass sie Rivalität zwischen beiden Fahrern von der Presse übertrieben dargestellt wurde und ein größerer Hehl daraus gemacht wurde, als wirklich wahr war. Aber über den Film verteilt werden die beiden auch nur selten in tatsächlicher Interaktion gezeigt, und eine Todfeindschaft wird auch nicht unbedingt suggeriert. Vielmehr werden die Leben und Hintergründe der beiden Figuren eindrucksvoll beleuchtet; die Beweggründe, Chrakterschwächen und Antriebsmotive erklärt und dargestellt. Besonders gelungen ist dabei, dass keiner der beiden Charaktere auf den ersten Blick besonders sympathisch wirkt, und auch auf den zweiten nicht. Keiner wird hier als der Böse oder der Gute abgestempelt; stattdessen werden beide mit einer unschönen Härte abgebildet, die nichts mit Zucker überzieht. Gerade das ist es, was mich als Zuschauer besonders angesprochen hat, denn dadurch wurde das ganze lebensecht. Keiner ist einseitig böse oder gut, vielmehr hat jeder Schwächen und versucht, seinen Platz zu finden und die fünf Minuten Ruhm, die er ergattern kann, festzuhalten.
Obwohl es es Rennfahrerfilm ist stehen nicht die Autos, sondern die Fahrer im Vordergrund. Und auch nur diese beiden - alles und alle anderen werden in den Hintergrund gedrängt. Die lobenswerte Vielschichtigkeit der beiden Protagonisten fehlt leider bei sämtlichen Nebenfiguren gänzlich, was besonders bei Niki Laudas Frau, gespielt von Alexandra Maria Lara, zu bedauern ist. Olivia Wilde in der Rolle von Suzy Miller, zeitweilige Frau von James Hunt, hat da ein klein wenig mehr Spielraum als ihre Kollegin, kommt aber trotzdem etwas kurz. Natalie Dormer ist völlig verschenkt in ihrer Rolle als Krankenschwester, mit gefühlten 5 Minuten Screentime. Schade eigentlich; ich mag sie.
Filmerisch ist Rush durchaus gelungen. Die Bilder sind eindrucksvoll und die Atmosphäre teilweise verdammt spannend. Bei der Formel 1 wird nunmal hauptsächlich eine Ewigkeit im Kreis gefahren - um das auf Dauer ansprechend auch für nicht-Fans zu inszenieren braucht es eben abwechslungsreiche Aufnahmen und ein Art und Weise, die das Gefühl vermittelt, mitten drin statt nur dabei zu sein.
Meiner Meinung nach ein gelungenes Tribut an zwei Rennfahrerlegenden, und eine extrem nervenaufreibende Geschichtsstunde über eine Zeit, in der man als Formel 1 Fahrer noch regelmäßig sein Leben riskiert hat.
Sonntag, 13. Oktober 2013
Ich bin dann mal weg - Hape Kerkeling
Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg
Gelesen vom 03. bis 12. Oktober 2013
Wärmsten von meiner Oma empfohlen, und erstaunlich schnell gelesen mit etwa 34 Seiten am Tag - Hape Kerkelings Reiseroman ist das erste non-fiction Werk das ich hier review-e. In Namen steckt eigentlich alles drin, was man über den Inhalt wissen muss: Hape Kerkeling, der bekannte deutsche Komiker, pilgert den Jakobsweg und berichtet über seine Erfahrungen und Eindrücke.
Besonders großartig finde ich Hape jetzt ja nicht unbedingt, besonders sein Horst Schlämmer geht mir gehörig auf die Nerven - aber Talent hat der Kerl nichts desto trotz. Das er gläubig ist wusste ich bis dato noch nicht. Ist aber auch kein Wunder, da ich mich ja auch noch nie großartig mit ihm beschäftigt habe. Skeptisch war ich wegen besagter Gründe also ein wenig, aber da ich weder direkt Lust hatte, A Clash of Kings endlich zu beenden, noch meinen neuen Neil Gaiman zur Hand hatte, gab ich dem Buch eine Chance.
Schreibstiltechnisch ist es wirklich angenehm zu lesen. Manchmal sind die Sätze etwas kurz und abgehackt, das stört den Lesefluss hier und da, sollte allerdings sicher als stilistisches Mittel absichtlich so eingesetzt werden. Hm.
Gegliedert ist das Buch in einzelne Wegabschnitte. Ein Kapitel beginnt immer mit einer Etappe und endet auch mit ihr, was dem Leser zuweilen den Eindruck vermittelt, gerade selbst unterwegs zu sein. Langschaftsbeschreibungen sind sehr anschaulich, und auch die Atmosphäre wird super vermittelt. Besonders gefallen hat mir dabei, dass Hape Kerkeling durchaus zu seinen Schwächen steht - ein, zwei Mal nimmt er den Bus, weil ihm die Füße zu weh tun oder weil er gerade ein Stimmungstief hat. Das regt an zum Mitfühlen und macht das ganze realitätsnaher. Wer liest schon gerne einen ständig-optimistischen, niemals-aufgebenden Gute-Laune-Pilgerbericht? Was ich damit meine ist, dass man nicht den Eindruck bekommt, die Reise wird künstlich beschönigt oder katastrophale Zustände werden heruntergespielt. Bei den meisten Lesern wird es sich wohl um Durchschnittsdeutsche handeln, und die brauchen nun mal einen gewissen Komfort und Luxus, wie Hape auch.
Seine unterschiedlichen Bekanntschaften während der Pilgertour sind ebenfalls sehr interessant und vielseitig. Gegen Ende des Buches allerdings wird es deswegen allerdings etwas knapper und nicht mehr so detailiert wie zwischendurch. Das hat damit zu tun, dass es sich bei dem Rohmaterial um ein Reisetagebuch handelte, und er am Ende der Reise kaum noch Zeit hatte, dieses zu führen, weil er so mit seinen Mitreisenden beschäftigt war. Man kommt also doch sehr plötzlich in Santiago de Compostela an und das Ende ist sehr abrupt.
Ein weiterer Nachteil dieser Tagebuch-Gedankengeschichte sind die zuweilen auftretenden, leicht chaotischen Gedankensprünge oder Erklärungen. Manchmal schweift er etwas ab und erzählt Geschichten von wer-weiß-wann oder versucht mehr oder weniger erfolgreich, komplexe Eindrücke oder Erkenntnisse zu erklären. Es fällt dann ab und zu nicht so leicht, da durchzusteigen und die Quintessenz seiner Ausführungen zu erkennen.
Spirituell hat mich das Buch - vielleicht gerade deswegen - nicht beflügelt. Viele seiner Feststellungen sind etwas wirr oder vage, und wie genau ihm Gottes Gegenwart erneut klar wurde erklärt er auch nicht ("zu persönlich"). Aber trotzdem habe ich seine Reise mit Freude verfolgt, und ein bisschen neidisch hat sie mich auch gemacht. Leider bin ich aber nicht so wortgewandt wie der gute Herr Kerkeling und habe auch nicht das nötige Kleingeld, eine deratige Reise mal eben zu starten. Der Jakobsweg wird also weiter ein netter Traum bleiben.
Gelesen vom 03. bis 12. Oktober 2013
Wärmsten von meiner Oma empfohlen, und erstaunlich schnell gelesen mit etwa 34 Seiten am Tag - Hape Kerkelings Reiseroman ist das erste non-fiction Werk das ich hier review-e. In Namen steckt eigentlich alles drin, was man über den Inhalt wissen muss: Hape Kerkeling, der bekannte deutsche Komiker, pilgert den Jakobsweg und berichtet über seine Erfahrungen und Eindrücke.
Besonders großartig finde ich Hape jetzt ja nicht unbedingt, besonders sein Horst Schlämmer geht mir gehörig auf die Nerven - aber Talent hat der Kerl nichts desto trotz. Das er gläubig ist wusste ich bis dato noch nicht. Ist aber auch kein Wunder, da ich mich ja auch noch nie großartig mit ihm beschäftigt habe. Skeptisch war ich wegen besagter Gründe also ein wenig, aber da ich weder direkt Lust hatte, A Clash of Kings endlich zu beenden, noch meinen neuen Neil Gaiman zur Hand hatte, gab ich dem Buch eine Chance.
Schreibstiltechnisch ist es wirklich angenehm zu lesen. Manchmal sind die Sätze etwas kurz und abgehackt, das stört den Lesefluss hier und da, sollte allerdings sicher als stilistisches Mittel absichtlich so eingesetzt werden. Hm.
Gegliedert ist das Buch in einzelne Wegabschnitte. Ein Kapitel beginnt immer mit einer Etappe und endet auch mit ihr, was dem Leser zuweilen den Eindruck vermittelt, gerade selbst unterwegs zu sein. Langschaftsbeschreibungen sind sehr anschaulich, und auch die Atmosphäre wird super vermittelt. Besonders gefallen hat mir dabei, dass Hape Kerkeling durchaus zu seinen Schwächen steht - ein, zwei Mal nimmt er den Bus, weil ihm die Füße zu weh tun oder weil er gerade ein Stimmungstief hat. Das regt an zum Mitfühlen und macht das ganze realitätsnaher. Wer liest schon gerne einen ständig-optimistischen, niemals-aufgebenden Gute-Laune-Pilgerbericht? Was ich damit meine ist, dass man nicht den Eindruck bekommt, die Reise wird künstlich beschönigt oder katastrophale Zustände werden heruntergespielt. Bei den meisten Lesern wird es sich wohl um Durchschnittsdeutsche handeln, und die brauchen nun mal einen gewissen Komfort und Luxus, wie Hape auch.
Seine unterschiedlichen Bekanntschaften während der Pilgertour sind ebenfalls sehr interessant und vielseitig. Gegen Ende des Buches allerdings wird es deswegen allerdings etwas knapper und nicht mehr so detailiert wie zwischendurch. Das hat damit zu tun, dass es sich bei dem Rohmaterial um ein Reisetagebuch handelte, und er am Ende der Reise kaum noch Zeit hatte, dieses zu führen, weil er so mit seinen Mitreisenden beschäftigt war. Man kommt also doch sehr plötzlich in Santiago de Compostela an und das Ende ist sehr abrupt.
Ein weiterer Nachteil dieser Tagebuch-Gedankengeschichte sind die zuweilen auftretenden, leicht chaotischen Gedankensprünge oder Erklärungen. Manchmal schweift er etwas ab und erzählt Geschichten von wer-weiß-wann oder versucht mehr oder weniger erfolgreich, komplexe Eindrücke oder Erkenntnisse zu erklären. Es fällt dann ab und zu nicht so leicht, da durchzusteigen und die Quintessenz seiner Ausführungen zu erkennen.
Spirituell hat mich das Buch - vielleicht gerade deswegen - nicht beflügelt. Viele seiner Feststellungen sind etwas wirr oder vage, und wie genau ihm Gottes Gegenwart erneut klar wurde erklärt er auch nicht ("zu persönlich"). Aber trotzdem habe ich seine Reise mit Freude verfolgt, und ein bisschen neidisch hat sie mich auch gemacht. Leider bin ich aber nicht so wortgewandt wie der gute Herr Kerkeling und habe auch nicht das nötige Kleingeld, eine deratige Reise mal eben zu starten. Der Jakobsweg wird also weiter ein netter Traum bleiben.
Mittwoch, 2. Oktober 2013
The Return of the King - J R R Tolkien
Gelesen vom bis 25. August bis 24. September 2013
Wegen des bevorstehenden Endes meines Englandaufenthaltes
dachte ich mir, ich muss das Jahr beenden wie es begonnen hat – in Mittelerde.
Und da Teil drei ja immer noch ausstand war die Zeit nun endlich gekommen: Die
Rückkehr des Königs!
Durch den zweiten Teil habe ich mich ja ungefähr nach der
Hälfte ziemlich gequält, denn Frodo und Sam beim wandern zu begleiten ist nun
mal relativ unspektakulär. Vermutlich habe ich RotK auch deswegen so ewig
aufgeschoben, denn abgesehen von erneutem Herumgewandere gibt’s ja nur die
Schlacht vor Minas Tirith, und die zieht sich ja auch ziemlich. Oh, und
natürlich die 25 Endszenen nicht zu vergessen!
Ich muss allerdings sagen, nach anfänglichen Schwierigkeiten
(die Szene, in der Aragorn den Anführer der Geisterarmee aufsucht und die Armee
für sich gewinnt ist extrem kurz, aber im Film eine meiner Lieblingsstellen)
war ich in der ersten Hälfte heillos begeistert! Eine tolle Atmosphäre beim
Lesen, und regelmäßige Gänsehaut.
Auch weniger schleichend als erwartet war der letzte
Webabschnitt von Frodo und Sam, denn ich wusste ja, das Ende steht kurz bevor!
Das war dann auch wieder ausreichend dramatisch; auch ohne die Effekthascherei im
Film, und auch die diversen Enden waren viel besser. Man hatte nämlich nicht
den Eindruck, es würde unnötig in die Länge gezogen; im Gegenteil! Die Rückkehr
der Hobbits ins Auenland beispielsweise wird im Film gar nicht behandelt, deswegen
will ich hier nichts vorweg nehmen, aber Merry und Pippin glänzen zum Schluss
nochmal besonders, und auch Frodos Entscheidung, mit Bilbo und den Elben weg zu
gehen wird noch einmal besser begründet.
Den Anhang habe ich nochmal weggelassen – man muss sich immerhin
auch noch etwas aufheben! Aber alles in allem hat mir Die Rückkehr des Königs
doch ziemlich gut gefallen.
Und zum Abschluss der Reihe kann ich nochmal zusammenfassend
sagen, dass die Bücher durchaus ein harter Brocken sind, und viel Spannung im
wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt wenn man die Filme schon
gesehen hat. Gelesen haben sollte man sie als Fantasyfan aber auf jeden Fall!
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