Les Misérables
Gesehen am 14.01.2013 im Kino
Oooh,
Les Mis! Ich bin ja grundsätzlich nicht so der Musical-Geher (ich
schiebe das auf wenig Geld und meine kulturbanausige Familie (wenn ihr
das lest, ich hab euch lieb so wir ihr seid!)), und das Buch ist so ein
dicker Schinken das ichs ebenfalls noch nicht gelesen habe. Aber jetzt
wo ein Film draus gemacht wurde und man es mir quasi auf einem
Silbertablett präsentiert kann ich ja wohl kaum nein sagen! Der Trailer
versprach auch schon ein super Gänsehaut-feeling mit epischen Gesängen
(kay, es ist ein Musical) und einem tollen Aufgebot an Schauspielern.
Hugh Jackman, Anne Hathaway, Russel Crowe, Helena Bonham-Carter...und
alle singen sie! Wow!
Zum Plot: 19. Jhd, Frankreich:
Jean Valjean (Hugh Jackman), ex-Sträfling, wird aus der Gefangenschaft
entlassen und versucht, ein neues Leben für sich aufzubauen; ständig auf
der Flucht von Inspector Javert (Russel Crowe). Er hat Erfolg damit und
wird Bürgermeister von ner Pariser Vorstadt/irgend ner anderen Stadt
bei Paris (?) und besitzt eine Näh-Fabrik. In der Fabrik arbeitet
Fantine (Anne Hathaway), die all ihr Geld zusammen kratzt um ihre
Tochter Cosette zu unterstützen, die sie im Pub/Hotel-Dings bei Helena
Bonham-Carter und Sacha Baron Cohen untergebracht hat. Dann wird sie
gefeuert (völlig zu Unrecht!) und muss sich prostituieren. Währenddessen
taucht Javert in der Stadt auf und erkennt Valjean nicht wieder, der ja
mittlerweile was aus sich gemacht hat. Fantine wird einmal blöd
angemacht und wehrt sich, wofür sie dann ins Gefängnis fliegen soll.
Valjean ist zufällig anwesend und erkennt sie als eine ex-Näherin wieder
und fühlt sich, nachdem sie ihre Geschichte erzählt, verpflichtet, ihr
zu helfen. Er bringt sie ins Krankenhaus, wo sie kurze zeit später
stirbt, und "kauft" Cosette frei und flieht mit ihr vor Javert, der
mittlerweile um seine wahre Identität weiß.
18 (oder so) Jahre
später steht in Paris die Junirevolution vor der Tür, und der junge
Aktivist Marius und seine Freunde sind mitten drin. Eines Tages sieht
dann Marius auf einem Marktplatz Cosette (jetzt erwachsen und Amanda
Seyfried), verliebt sich unsterblich in sie (und, wie sich das gehört,
sie auch in ihn), aber einen Tag später taucht Javert wieder auf und
Valjean will mit Cosette erneut fliehen. Marius, treuer Aktivist, läuft
ihr nicht hinterher sondern zieht es durch, und Valjean, der einen Brief
von Marius an Cosette gefunden hat, steckt plötzlich auch mitten drin,
weil er wissen wollte, was fürn dahergelaufener Kerl da Cosette Briefe
schreibt.
Was danach passiert will ich erst mal nicht verraten, vermutlich kann man es sich denken, aber sehr euch den Film an!
Vielleicht
als Warnung für die, dies noch nicht kapiert haben: 98% dieses Films
ist Gesinge. Also nicht wie bei Mamma Mia oder High School Musical, wo
die hin und wieder mal spontan eine Ballade schmettern, nein: Hier
unterhält man sich durch Gesang. Im ernst. Es werden insg vielleicht 3
Zeilen gesprochen. Und der Film ist 158 Minuten, also like I said:
Stellt euch drauf ein. Aber es ist es sowas. von. wert! Die Musik ist
hinreißend, ich habe einen Dauerohrwurm! So bewegend!
Den
historischen Rahmen finde ich natürlich richtig interessant, denn auch
wenn ich im Abi in Geschichte leicht versagt habe (und das war nur zu
50% meine Schuld!) finde ich post-revolutionary France sehr interessant.
Man leidet und fühlt mit den Charakteren, und außer Cosette und
vielleicht Marius sind auch alle super! Cosette macht halt quasi nix,
und Marius istn bisschen ein Heuchler weil er als Reicher Typ ind er
Revolution mitkäpft und dann SPOILER: Am Ende einfach Cosette heiratet und wieder reich ist...naja, Bro, Ideale oder so? Nevermind.
Und die beiden sehen sich echt 2 Minuten aufm Marktplatz, reden nicht
mal miteinander und sind sofort unsterblich verliebt, wtf? Eponin,
Marius beste Freundin (und ja, big-time friendzoned) und der anderen
Aktivisten-Typ sind 9876545678 mal sympathischer, aber egal.
Ich
hab dem Film 9/10 gegeben, aber vermutlich ändere ich das noch in 9,5.
Oder nicht, ich will ja nicht wieder heillos überbewerten, und sicher
ist das Buch bzw das echte Musical besser. Mmmh. Es gab ne ganze Menge
close-ups von singenden Gesichtern, das hat mich ein wenig gestört.
Die Musik ist HAMMER und Russel Crowe hat eine großartige Stimme!
Wenn
euch also der Teil mit dem Singen a) nichts ausmacht oder b) sowieso
gefällt solltet ihr sofort reingehen. Falls nicht...ja...tuts nicht.
Geschichte oder Szenerie machen das dann nicht wett.