Donnerstag, 28. Februar 2013

I Give It A Year

I Give It A Year
Gesehen am 27. Februar 2013 im Kino

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Sandi und ihr Hass gegenüber Frauenfilmen" oder "Warum zum Geier gehe ich immer wieder in diese dämlichen Chick-Flicks?" Zu meiner Verteidigung: Es war nicht meine eigene Idee, wie bei Fremdfischen, und Katies Hostmum Elizabeth hat uns eingeladen. Trotzdem: Nicht mal Simon Baker hat den Film großartig gerettet. 

I Give It A Year (zu deutsch: Das hält kein Jahr!) handelt von einem frischverliebten Pärchen, das sich nach nur 7 Monaten entscheidet, zu heiraten weil das auch immer so gut klapptNatürlich kommt das unvermeidliche: Sie lernen sich erst nach der Hochzeit so richtig kennen und fragen sich dann mehr als einmal kopfschüttelnd "Welchen Affen hab ich mir da bloß angelacht?".Verschiedene Komplikationen tauchen dann auch auf in Form von attraktiven Arbeitskollegen und zwar wirklich attraktiv, halloooo, Simon Baker und Ex-Partnern, über die man vielleicht aber vielleicht auch nicht längst hinweg ist, Schwiegereltern extrem originell und diversen anderen Feuerstellen. Also eine völlig überraschend neue Geschichte die in dieser Form noch nie vorher erzählt wurde. Not.

Die Charaktere sind teilweise ein wenig überzogen, angefangen beim Ehemann, der sich oft zu kindisch anstellt um noch realitisch zu wirken, und geendet beim besten Freund, der wohl der Komiker sein soll, aber dessen komplette Existenz bei mir nur Kopfschütteln hervorbringen konnte. Ich sage es nochmal: Zu überzogen. Die Charaktere haben untereinander auch wenig Chemie, und gerade bei den Newlyweds frage ich mich ernsthaft, warum die überhaupt geheiratet haben, denn verliebt wirken die an keinem Punkt des Films. Nat, die Frau, ist auch irgendwie unsympathisch und seltsam, genauso wie der Rest der Charaktere, ja, sogar Simon Baker, dessen Rolle irgendwie fast die gleiche ist wie in Der Teufel trägt Prada (übrigens einer der wenigen, wenn nicht der einzige Chick Flick den ich mag und empfehle). Und bei den "Comedyeinlagen" habe ich auch bloß aus Höflichkeit gelacht denn Elizabeth saß neben mir und immerhin hat sie uns eingeladen. Vom Ende will ich gar nicht erst anfangen, denn das hat dem Film dann entgültig all seine letzten minimalen Spuren an Glaubwürdigkeit geraubt und einem alles andere als überzeugenden Film eine angemessene Krone aufgesetzt. Für die kreischende Frauengruppe zwischen 20 und 30 hinter uns war es sicher die Limonenscheibe am Cosmopolitan, aber ich kann mich einfach für sowas nicht erwärmen. Dann schaue ich mir ja eher Another Day To Die Hard an, obwohl ich Bruce Willis nicht mag.

So, genug über den Film hergezogen ich komme zum Ende meiner Review eines Filmes, an den ich mikroskopisch kleine Erwartungen hatte, und kann daher sagen: Voll erfüllt! Wenn man auf Frauenfilme steht kann man diesen hier sicher ertragen, aber für mich waren es 97 Minuten, die ich lieber mit diversen anderen Dingen verbracht hätte. Aber hey, einer geschenkten Lasagne schaut man nicht ins Maul? Kinostart bei euch in Deutschland ist irgendwann im April, und ich hoffe einfach dass Oz - The Great And Powerful besser wird.

Stardust - Neil Gaiman

Stardust
Gelesen vom 18.Februar bis 26. Februar 2013

Herrje, ich lasse nach. Nur ~24 Seiten am Tag, nachdem ich schon bei Mists of Avalon nur ~38 hatte. Sagt nach wie vor nicht zwangsweise was über die Qualität des Buches aus!

Stardust, oder zu deutsch glaube ich "Der Sternenwanderer" ist quasi ein Märchen. Drauf gekommen bin ich über den Autor, muss ich sagen, denn Neil Gaiman ist ziemlich bekannt. Hat auch schonmal eine Folge für Doctor Who geschrieben, und die kam ziemlich gut an. Als ich dann jedenfalls im Buchladen stand und das Regal voller Neil-Gaiman-Werke sah musste ich direkt mal eins mitnehmen. Stardust war das dünnste, was dabei stand, aber die Geschichte hat mich am meisten angesprochen: Ein junger Mann bricht auf in eine fremde, fantastische Welt um seiner Geliebten einen gefallenen Stern zu bringen und erlebt dabei allerhand ungewöhnlicher Abenteur. Ich sage ja, Märchen.

Erwartet hier keine ewige Review wie zuletzt bei Mists (ich habe übrigens meine Mama dazu gebracht, es zu lesen, also zieht alle nach damit wir uns darüber unterhalten können!), denn 214 Seiten im Vergleich zu 1009...naja. Häufig, wenn man ein deartiges Buch liest ist es wie wenn man einen Disney-Film schaut: Man weiß von vornherein wie er ausgehen wird und das interessante ist bloß, wie schön oder zauberhaft der Weg dorthin ist. Stardust passt ganz genau in diese Kategorie und bereits nach den ersten paar Seiten (aus der Perspektive von Tristran, nicht Dunstan, denn der ist der eigentliche Held) steht der Ausgang außer Frage. Aber Stardust schafft es, einen trotzdem zu verzaubern und den Verlauf der Geschichte lesenswert und interessant zu gestalten, und gerade am Ende, wenn die losen Stränge zusammengebracht werden, musste ich mehr als einmal vor Überraschung "Aaaah! So ist das!" oder eher "Oh, I get it!" rufen. Wirklich gut gemacht, und nachdem man einen Wälzer wie Mists gelesen hat ist es wirklich schön, etwas lockeres zu haben was trotzdem nicht platt ist.

Stardust wurde verfilmt, aber der Typ im Buchladen hat gesagt, ich soll mir die Verfilmung bloß nicht ansehen? Vertraue ich wahllosen Fremden, selbst wenn sie in Buchläden arbeiten? Hat jemand von euch zufällig den Film gesehen? Naja. Sollte ich ihn noch anschauen (vermutlich, denn gerade weil er gesagt hat ich soll es lassen will ich wissen, wieso) kommt ein kurzer Kommentar, aber keine ganze Review. Es sei denn, er ist so dermaßen erwähnenswert.

Also, wenn ihr ein schönes Buch lesen wollt, greift zu! Ich empfehle es ohne Frage und lese demnächst mal etwas mehr von Neil Gaiman.

Sonntag, 24. Februar 2013

Cloud Atlas

Cloud Atlas
Gesehen am 23.02.2013 im Kino

Schwierig. Schwierig, schwierig, schwierig. Hin und wieder sieht man einen Film, den man einfach nicht richtig bewerten kann, weil er gleichzeitig irgendwie gut aber auch irgendwie nicht gut ist. Cloud Atlas ist so ein Film für mich. Ich versuche mal, das verständlich zu erklären.

Wie immer, erst mal zum Plot. In dem Film laufen 6 verschiedene Erzählstränge nebeneinander ab. Die erste spielt 1849; ein frisch verlobter reicher Sohn, Adam Ewing (Jim Sturgess), reist mit dem Schiff über den Pazifik, wird dabei schwer krank und sein Leben wird am Ende von einem schwarzen Ex-Sklaven gerettet. 1936: Ein junger, schwuler Komponist, Robert Frobisher (Ben Wishaw), lässt seine große Liebe Rufus Sixsmith in Cambridge zurück um in Edinburgh bei einem alten, gefeierten zu lernen, schreibt das Stück seines Lebens (Cloud Atlas) und erschießt sich. 1973: Die junge Journalistin Luisa Rey (Halle Berry) gerät in San Francisco eine Reaktor-vs-Öl-Verschwörung, und lässt fast ihr Leben bei dem Versuch, diese aufzudecken. 2012: Der alte Verleger Timothy Cavendish (Jim Broadbent) hat Geldprobleme und wird darauf hin von seinem Bruder in ein Altenheim eingesperrt, aus dem er mit Hilfe drei anderer schließlich flieht. 2144: Klon Sonmi~451 bricht aus ihrem Klon-Dasein aus und wird Teil einer Rebellion, die für die Rechte der Klone kämpfen. Und letztendlich im 106. post-apokalyptischen Winter: Eine Botschafterin des Technik-Volkes versucht mit Hilfe eines Inselbewohners (Tom Hanks) den "heiligen Berg" zu erklimmen, auf dem sich eine Kommunikationsstation befindet mit der sie nach Hilfe von außerirdischen Kolonien senden will um die Bewohner der vertrahlten Erde zu retten.

Klingt jetzt erstmal ziemlich wahlos, aber natürlich sind diese Storylines alle miteinander verknüpft. Der Komponist bspw liest während seiner Zeit in Edinburgh das Reisetagebuch Adam Ewings. Luisa Rey trifft Rufus Sixsmith und gelangt so an Frobishers Briefe an ihn; außerdem hört sie das Stück "Cloud Atlas". Cavendish setzt seine Arbeit als Verleger nach der Flucht fort, und verlegt, nachdem er seine eigene Geschichte als Film heraus gebracht hat, ein Buch über den Reaktor-Zwischenfall aus 1973. Der Film wiederum wird von Sonmi in 2144 gesehen und eine Stelle daraus inspiriert sie zur Rebellion, und ihre Person wird von dem Inselvolk in der Zukunft als Göttin verehrt.

Aber der echte Clou kommt erst noch: Diverse Rollen werden von den gleichen Schauspielern gespielt und damit wird quasi impliziert, dass wir alle nicht nur ein Leben leben, sondern viele. Und diese Leben sind alle miteinander verknüpft. So treffen sich bespielsweise Tom Hanks (ua ein Mitarbeiter der Reaktorfirma und der Inselbewohner in der Post-Apokalypse) und Halle Berry (Luisa Rey und die von den Technik-Leuten), usw. Ihr könnt euch das sicher vorstellen.
Der Film spielt also eindeutig mit der ganzen Wiedergeburt-Idee, und auch ein bisschen mit Karma, würde ich sagen, wenn auch in einer abgewandelten Form. Die einzelnen Geschichten sind als solche spannend (und wer mich kennt würd sich auch denken können, welche ich am liebsten mochte. Ratet los, und der Gewinner kriegt einen Keks. Lisa, du zählst nicht, for obvious reasons), auch wenn es das alles schon öfter gegeben hat. Aber so miteinander verknüpft funktioniert es ganz gut, auch wenn man am Anfang eine ganz schöne Zeit braucht, um rein zu kommen. Während des Films, und auch danach, hatte ich das Gefühl, einen wirklich guten Film zu sehen/gesehen zu haben, der auch total eine Bedeutung hatte. Aber so im Nachhinein denke ich mir immer mehr, dass da irgendwas gefehlt hat. Es gab keine ordentliche Erklärung für das Wiedergeburten-Phänomen, aber der Film wirkte trotzdem zu tiefgründig, um einfach nur wahllos ein paar Geschichten erzählen zu wollen (wie bspw New York I Love You). Irgendwas hat mir da gefehlt, und das war sehr frustierend. Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht intelligent oder was auch immer genug um das zu verstehen? Mmmh.

Was allerdings ganz besonders beeindruckt hat war das Makeup und die Kostüme. Macht euch ruhig mal die Mühe und schaut auf der imdb-Seite, wie viele verschiedene Rollen gerade Tom Hanks oder Halle Berry spielen. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass man bei den meisten Charakteren zwei bis drei mal hinschauen musste, bevor auffiel, dass das ja schon wieder Hugo Weaving ist, bloß neu verkleidet. Im Abspann wird dann jeder Schauspieler in allen Rollen nochmal gezeigt, und das war ein besonderer Spaß für Katie und mich. "Oh, guck mal, das war er auch! Das auch! Und wow, sogar die Frau!"

Für eine deutsche Produktion jedenfalls war der Film erste Klasse, und ich würde ihn durchaus weiterempfehlen. Man muss eben die Art mögen, und man darf nicht darauf aus sein, einfach sein Hirn auszuschalten und sinnlos irgendwas zu schauen. Oh, und Tom Hanks war gut in allen Rollen, und dabei mag ich ihn nicht mal, das sagt ja auch was aus. Jetzt würde ich gerne noch eine Petition unterzeichnen, diese eine meine lieblings-Storyline mit genau den gleichen Schauspielern als kompletten Film raus zu bringen und ich wäre glücklich.

Sonntag, 17. Februar 2013

The Mists of Avalon - Marion Zimmer Bradley

The Mists of Avalon
Gelesen vom 8. Januar bis zum 16. Februar 2013

Eins will ich gleich vorweg sagen: Ich neige ja gerne mal zu Phasen spontaner und absoluter Besessenheit was Bücher, Filme oder Fernsehserien betrifft. In solchen sauge ich dann bekanntlich jeden Fitzel an Material auf, rede von und denke an nichts anderes und übertreibe maßlos bezüglich der Genialität des jeweiligen Werkes. Für jeden der mich einigermaßen kennt ist das nichts Neues. Meistens also, wenn ich Sachen sage wie: "Woooa, das ist mein absoluter Lieblingsfilm/-buch/-Serie, nichts besseres existiert!" dann ist jedem klar, dass es zwar vermutlich gut ist, aber es durchaus bessere Dinge gibt. Warum habe ich das jetzt geschrieben? Naja, ich musste deutlich machen, dass mir durchaus bewusst ist, dass ich zu Übertreibungen diesbezüglich neige. Aber Mists of Avalon ist, bis jetzt, das beste Buch was ich jemals gelesen habe. Warum könnt ihr euch auf diese Aussage verlassen und sie nicht als temporäre Obsession verwerfen? Ich werde das erläutern.

Erst mal aber generelle Informationen zum Plot, für alle die es nicht kennen (also alle außer Laura G? Bitte verbessert mich?). Mists of Avalon ist, grob zusammengefasst, eine Nacherzählung der Artussage aus der Perspektive von Morgan/Morgana/Morgaine (je nachdem) le Fay. Mit der Artussage kann hier hoffentlich jeder wenigstens grob was anfangen, ja? König Artus? Merlin? Guinevere und Lancelot? Wie der Name schon sagt, SAGE, und die Person König Artus hat vermutlich auch nie als solche Existiert, aber was Englische Legenden- und Sagenwelt betrifft ist das ne ziemlich große Sache. In meinem Kopf ist es irgendwie mit der Nibelungensage gleichgestellt, warum genau weiß ich nicht. Anyway, zurück zum Thema: 5./6. Jhd. England: Das Land hängt in den Seilen und Chaos herrscht zwischen den verschiedenen kleineren Königreichen, und darüber hinaus spaltet auch die beginnende Christianisierung das Volk, das ja bis dahin vor allem aus Kelten bestand. Um die Ecke kommt Uther, erledigt die grobe Beseitigung des Chaos und bereitet den Weg für seinen Sohn Arthur, der das Land schließlich vereint, die bösen Sachsen besiegt und dann sogar christianisiert und mitspielen lässt. Arthur hat seine Tafelrunde, sein Camelot, seine Ritterlein und seine Frau Guinevere. Die mag allerdings Lancelot lieber als ihren König, also gibts dahingehend schon mal Probleme, außerdem kann sie keine Kinder kriegen. Arthur hat allerdings schon ein Kind von seiner Halbschwester Morgaine (und bevor ihr jetzt aufschreit: Die hatten sich nicht gesehen seit die kleine Kiddies waren und es war im Rahmen einer magischen Zeremonie, also kann man denen eigentlich nichts vorwerfen. Und sobald es denen auffällt sind sie komplett panisch und so, also alles cool), das, nach dem es herangewachsen ist, seine Vater umbringt und das Land erneut in Chaos verfällt. Mein grobes erzählen wird der Sage jetzt alles andere als gerecht, aber ein Überblick muss sein.

Zugegebener maßen wusste ich bis ca.  Ende September auch nicht mehr von der Artussage als dass es einen King Arthur und eine Zauberer Merlin gibt - ich habe den Film mit Sam Neill mal gesehen, glaube ich, aber selbst die Disneyverfilmung habe ich nie gesehen. Dann war plötzlich der erste Teil der siebten Staffel von Doctor Who rum, und samstags abends lief auf BBC 1 die 5. Staffel Merlin an. Ich hatte schon mal die eine oder andere Folge gesehen, und dachte mir: Ei komm, ist bestimmt cool. Also hab ich, wie sich das gehört, innerhalb von 2(?) Wochen alle 4 vorherigen Staffeln angeschaut, um up to date zu sein. Perfektes Beispiel für temporäre Obsession, die allerdings immer noch andauert...naja, was Neues kommt sicher bald. Aber mein Interesse an der Sage war geweckt, und Zusatzmaterial musste her. Und dann ist mir eingefallen, dass ich bei Lau mal Die Nebel von Avalon im Regal hab stehen sehen, und nach dem durchlesen des Klappentextes (Hallo? Nacherzählung aus Sicht der Gegenspielerin? Was will ich mehr?!) wusste ich, das Buch muss her. Gesagt, getan: Gekauft und auf den Nachttisch gelegt, die ersten 20 Seiten gelesen, und dann habe ich erst mal 3 andere Bücher gelesen. Okay, die hatten nur jeweils 500 Seiten und relativ große Schrift, und es waren solche, die man in einem durch lesen konnte. Aber Es hat mich nun mal nicht sofort komplett eingefangen. Richtig angefangen zu lesen habe ich eigentlich erst ab dem 22 Januar, würde ich sagen. Und je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat es mich umgehauen.

Es war kein Buch wie eine Droge, dass dich mitreißt und wo man den ganzen Tag an nichts anderes denken kann als an das Buch und man am liebsten jede freie Minute mit Lesen verbringen möchte (zumindest nicht am Anfang). Es ist auch nicht schön, es ist echt.

Es erzählt die Geschichte eines Zeitalters aus den Perspektiven von 6 Frauen: Igraine, aufgewachsen in Avalon und früh verheiratet mit dem viel älteren Gorlois, König von Cornwall, die sich gerade mit ihrem Leben abgefunden hat als man ihr verkündet, dass sie stattdessen Uther einen Sohn gebären soll, der der nächste Hochkönig über Großbritannien wird. Viviane, Lady of the Lake, Hohepriesterin in Avalon, die im Hintergrund die Fäden spinnt und ihr Lebenswerk nicht beenden kann. Guinevere (oder Gwenhyfar), christlich erzogen in einem Kloster, die sich in den jungen Lancelot verliebt und dann mit dem Hochkönig Arthur verheiratet wird, die ihr ganzes Leben in Elend verbringt, gefangen in ihren christlichen Idealen und ihrer sündigen Liebe für Lancelot.  Morgause, ehrgeizige und gerissene Schwester Igraines, die vor allem anderen ihre eigenen Interessen durchsetzt. Niniane, Tochter des Merlins die nach Morgaines Flucht und Vivians Tod die Position der Lady of the Lake einnehmen muss obwohl sie nicht ansatzweise geschaffen ist, sie zu füllen. Und Morgaine, Tochter von Igraine und Gorlois, die nach der Geburt ihres Bruders Arthur für ihre Mutter nur noch zweitrangig ist, die ihre Kindheit damit verbringt, sich um ihren Bruder zu kümmern bis sie von Viviane nach Avalon gebracht wird und dort als Priesterin erzogen wird. Morgaine, die unwissend um seine Identität ein Kind mit ihrem eigenen Halbbruder zeugt, die vor dem Verrat Vivians aus Avalon flieht und bei ihrer Tante Morgause unterkommt, bevor sie Jahre später am Hofe Arthurs Kammerfrau Guinevers wird. Morgaine, die vor ihrem Schicksal davon läuft und erst viel zu spät merkt, dass es einen Plan gab, der größer war als sie und die dann mit Leibeskräften versucht, Avalon zu retten und Vivians Werk fortzusetzen. Eine Frau, die ihr ganzes Leben gekämpft hat: Für Anerkennung ihrer Mutter, gegen Guinevere, die ihr ihren Bruder und ihren heimlichen Geliebten Lancelot genommen hat, für ihren Glauben, ihre Bestimmung und ihr eigenes Glück.
Ein Buch über Frauen und ihre Schicksale, ihr Leben und ihre Entscheidungen.
Ein Buch über Religionen, dass zeigt, dass es kein richtig oder falsch gibt, bloß die menschengemachten Regeln und Gesetze und solche, die sich ihr Leben sowohl mit als auch ohne oder eben durch Religion zur Hölle machen.
Ein Buch über Politik und das Pläneschmieden, über Intrigen und Verrat und darüber, dass es nie so wird, wie es soll, und man manchmal alles tun kann und den Ausgang trotzdem nicht verändert.

Wenn ich das Buch in einem Wort beschreiben sollte, könnte ich es nicht. Es ist stark, tiefgründig, hart und herzlos; es regt zum Nachdenken an und berührt, es fesselt auf eine völlig andere Art und Weise, und es macht mich schlicht und einfach sprachlos. Es ließ mich mitleiden und mit fiebern und gab mit trotzdem Luft zum atmen. Als ich es zu Ende gelesen habe musste ich es einfach eine Weile festhalten und weinen, und ich kann nicht mal sagen, warum. Es hat mich einfach auf eine neue Art berührt, eine Art, die ich noch nicht kannte. Wenn ich lese bin ich entweder für eine Weile komplett und absolut gefangen, besessen fast, und kann an nichts denken als das Buch. Oder ich lese weil ich die Geschichte nett finde, oder weil man das eben mal gelesen habe sollte, oder weil ich jetzt eben angefangen habe und nicht einfach aufhören will. Aber noch nie vorher hatte ich ein derartiges Gefühl nach dem Lesen eines Buchs. Und deswegen kann ich eindeutig sagen, dass es nicht eine dieser typischen Phasen ist, und dass ich das Buch nicht grundlos über den grünen Klee loben. Wenn ich für den Rest meines Lebens nur noch ein Buch besitzen dürfte, dann wäre es dieses. Und nein, damit stelle ist es nicht über Harry Potter, schon alleine, weil man beides nicht miteinander vergleichen kann.

Das war also meine endlos lange Ode an Mists of Avalon. Wenn ihr wirklich alles gelesen habt bin ich begeistert und dankbar - wie immer eigentlich - und hoffe, ich konnte euch inspirieren. Von ganzen Herzen empfehle ich das Buch für alle, besonders alle Frauen (ich denke ohnehin nicht, das die männlichen Leser sich durch meine Reviews quälen), Fantasy-Liebhaber und solche, die nicht nur Fluff und "schöne" Geschichten lesen, sondern den Wert in Büchern erkennen, in denen jeder (aber auch wirklich jeder) stirbt.

Fünf von fünf Sternen, aber ich denke, es war fast überflüssig das noch zu erwähnen.