Freitag, 26. April 2013

Iron Man 3

Iron Man 3
Gesehen am 25. April 2013 im Kino

Spoiler zur Geschichte sind am Ende und eindeutig als Solche markiert, ihr könnt die Review also ruhig lesen ohne euch den Spaß zu verderben.

Der Vorteil eines Aufenthaltes in einem englischsprachigen Land: Man kann neue Filme früher sehen! Eine ganze Woche weniger musste ich sehnlichst auf Iron Man 3 warten: England 1, Deutschland 0. Der Plan war, Donnerstagabend direkt reinzugehen und Freitagmorgen meine Review zu schreiben. Jetzt ist es Samstagnachmittag. Was ist passiert?

Ich musste ein wenig nachdenken, wenn ich ehrlich bin. Ich hatte extrem hohe Erwartungen in den Film, und zwar aus mehreren Gründen: Der direkte Vorgänger, also The Avengers, hat mich weggehauen und ich war drei mal im Kino, das ist kein Geheimnis. Der erste Teil war episch, der zweite nicht so, und laut der unausgesprochenen Regel für Trilogien müsste der dritte dann das Versagen des zweiten wettmachen. Richtig? Alleine schon wenn man sich Fluch der Karibik ansieht, oder Indiana Jones dann kann mir hier keiner abstreiten dass die jeweiligen dritten Teile euch vergessen lassen haben, welche Fehler Teil 2 hatte. Und außerdem, Tony Stark! Also von allen "menschlichen" Superhelden die bis jetzt so ihre eigenen Filme bekommen haben ist er ja wohl mit Abstand der Gewinner.
Warum also nicht direkt Donnerstagnacht noch extreme Lobeshymnen auf den Film schwingen fragt ihr? Es tut mir weh, das zu sagen, aber ich war nicht überzeugt. Der Film ist klasse, keine Frage, und es gibt eine Menge Aspekte, die mir absolut gefallen haben. Aber overall war ich nicht mitgerissen, umgehauen oder verzaubert, und ich habe nicht das extreme Bedürfnis, den Film sofort nochmal zu sehen.

Aber fangen wir von vorne an: Die Story! Nach den Events in New York ist Tony Stark nervlich ein bisschen mitgenommen, hat sich aus der Öffentlichkeit so gut er eben kann zurückgezogen und verbringt seine Zeit damit, an seinen Anzügen rumzubasteln. Pepper schmeißt währenddessen die Firma, und wird von einem Ex-Kollegen angesprochen, der Stark Industries für sein Projekt gewinnen möchte. Es handelt sich dabei um Genforschung, und der nette Herr und sein Team haben ein (scheinbar) wirksames Mittel zur Zell-Regenerierung gefunden (und nein, die Testpersonen werden nicht alle zu Riesenechsen, das ist The Amazing Spiderman). Zur gleichen Zeit bedroht ein Terrorist, der sich selbst The Mandarin nennt, Amerika und ihren Präsidenten mit Bombenanschlägen. Das Militär und Rhodey hängen an der Sache dran, aber als einer dieser Anschläge Happy, Tony's Bodygurard/Assistenten/Chauffeur lebensgefährlich verletzt wird es für Tony persönlich, und er fordert Mandarin heraus.

Tony Stark, der arrogante, selbstsichere Tony Stark erleidet Angstattacken? Super! Gebt dem Helden mehr Tiefe, zeigt seine Verwundbarkeit! Was mir an ihm schon immer gefallen hat, und auch jetzt noch mehr: Er hat eine gewaltige Charakterentwicklung durchgemacht! Schon im ersten Film vom Playboy mit kompletter whatever-Attitude zu einem bewussteren Menschen der aufhört, nur sich selbst zu sehen und sich auf das Große Ganze fokussierte. Trotzdem hat ihm die Iron Man Sache einen derartigen Ego-Schub gegeben, dass er im zweiten Teil durch seinen bevorstehenden Tod durch Paladiumvergiftung und Nick Fury's Eingreifen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Er wurde sich seiner Gefühle für Pepper bewusst, legte sein Playboydasein ab und ging eine feste Beziehung ein. In Avengers wird er vom Einzelgänger zum Teamplayer und geht sogar soweit, sich selbst zu opfern. Eine derartige Nahtoderfahrung geht an keinem spurlos vorbei, und der Tony in Teil 3 ist gezeichnet von den Erlebnissen. Alpträume, Panikattacken, das ganze Programm. Man sieht Tony von einer unsicheren, verletzlichen Seite, und das macht ihn nur noch sympathischer, bzw menschlicher. Man sieht, wie sehr die Verantwortung der Figur Iron Man ihn doch gerade psychisch belastet und wie er das Tag und Nacht mit sich herumträgt; wunderbar dargestellt in einer Szene in der er den Anzug an einem Seil hinter sich her ziehen muss, weil er nicht mehr funktioniert.

Ebenfalls großartig in diesem Film: Pepper Potts. Es gibt im Marvel-Universum viele weibliche Charaktere, die ich zweifelsohne als fantastisch bezeichnen würde. Pepper ist eine von ihnen, denn sie hat es zu etwas gebracht in ihrem Leben. Sie ist eine Figur die ihre eigene Geschichte hat, die intelligent, selbstbewusst und eigenständig ist und deren Charakter nicht dadurch definiert ist, dass sie Iron Mans Love-Interest ist. Auch in diesem Teil demonstriert sie wieder, dass sie mit Tony absolut auf einer Stufe steht und er sie eindeutig mehr braucht als sie ihn. Die beiden sind mit Abstand mein liebstes Superheldenpaar!

Rhodey macht ebenfalls wieder eine klasse Figur als Tony's Sidekick, auch wenn ihm die Bezeichnung nicht ganz gerecht wird. Denn wie wir auch in Teil 2 schon gesehen haben kann Rhodey auch sehr gut auf sich alleine aufpassen, aber trotzdem geben die beiden ein super Team ab; ganz besonders wenns ums Seite-an-Seite Kämpfen geht.

Mandarin, der Gegenspieler, ist ebenfalls bedrohlich und unberechenbar - wenigstens am Anfang. Hier muss ich kurz spoilern: Seine Rolle als Terrorist aus dem Osten, der mit Bombenanschlägen droht und Videonachrichten sendet ist sehr zeitgemäß und realistisch, aber genau deswegen finde ich es interessant, dass er quasi nur eine Figur ist, hinter der sich der echte Terrorist verbirgt: Ein Weißer. Schön, wenn die Schuld nicht immer den "bösen Terroristen in Asien" zugeschoben wird, gerade auch politisch ein interessantes Statement. Killian konnte die Figur Mandarin erschaffen und sich dahinter verstecken, da es niemand bezweifeln würde, dass ein Asiate Amerika angreifen wollen würde. Und trotzdem fand ich es enttäuschend, als rauskam, dass "Mandarin" nur ein trotteliger pseudo-britischer Schauspieler war. Irgendwie war der Charakter danach nur noch komplett überzogen und hat das Gesamtbild ruiniert (zumindest meiner Meinung nach). Adrich Killian dagegen ist der typische Böse auf Rachefeldzug, aber leider wenig ansprechend und auch nicht gruselig. Erinnerte mich irgendwie an den Lizard im neuen Spiderman. Und auch die Gründe, weshalb er den Mandarin erschaffen hat waren ein wenig wischi-waschi, also lange Rede kurzer Sinn: Die Gegenspieler-Seite hat mich enttäuscht.

Jetzt zu den Dingen, die mir weniger gut gefallen haben. 
Was leichtes am Anfang: Beim Hobbit haben sich alle beschwert, die Aufnahmetechnik sei eine neue und alles wäre zu scharf/ zu realistisch: Wie Realitysoaps. Beim Hobbit hat es mich kaum gestört, aber bei Iron Man 3 ist es mir manchmal negativ aufgefallen. Könnte Einbildung sein, aber irgendwie...naja. 
Der ganze Extremis-Plot an sich kam mir auch etwas schwach vor und hat mich sehr stark an Amazing Spiderman erinnert, aber Extremis ist scheinbar eine Storyline in den Comics und daher canon, also kann ich dagegen nichts sagen. 
Zu den anderen Teilen muss ich jetzt wieder spoilern, Entschuldigung! 
Wie ich ja am Anfang erklärt habe finde ich Tony's psychische Probleme super als Storyline für ihn persönlich. Aber die Idee dahinter ist leider besser als die Ausführung tatsächlich gewesen ist. Ab dem Punkt, an dem er in Tennesse ankommt verläuft seine Geschichte relativ uninteressant und schleppend, und leider kann es auch der extrem goldige kleine Junge nicht ordentlich rausreißen. Meiner Meinung nach kann er den extremen inneren Konflikt, die Unsicherheit und die Selbstzweifel die diese Panikattacken auslösen nicht ordentlich rüberbringen. Das ist nicht RDJ's Schuld sondern vielmehr die Art und Weise, wie der ganze Film aufgebaut ist. Er ist einfach zu witzig. Versteht mich nicht falsch, Iron Man basiert auf Humor ebenso sehr wie auf Action, und mir ist auch klar dass Iron Man und Batman sich bloß das Vermögen teilen, nicht den Charakter. Aber der Humor hier wirkte an vielen Stellen zu überzogen und irgendwie nicht passend platziert. Und eine ordentliche Auflösung für das ganze gibts leider auch nicht - irgendwann sind die Panikattacken in den Hintergrund verschwunden. Eine Szene wie zB in Dark Knight Rises, als Bruce aus dem Gefängnis ausbricht, wäre nett gewesen. 
Und das Ende an sich war irgendwie auch so eine Sache. Tony sprengt alle seine Anzüge in die Luft und es scheint, als habe er mit dem Iron-Man-Dasein abgeschlossen. Gleichzeitig dazu aber die Aussage, dass er Iron Man ist und es immer sein wird, und das kombiniert mit der Tatsache das wir wissen, dass er in Avengers 2 wieder dabei sein wird ist irgendwie nicht so gelungen. Warum die Anzüge sprengen und der scheinbare Abschluss mit seinem Sperheldenleben wenn es gar nicht der Fall ist? Okay, es ist der letzte Teil der Trilogie, man braucht ein Ende. Aber begeistert bin ich trotzdem nicht. 

Es ist schwierig für mich, den Film zu bewerten. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, das mir nicht richtig gefallen hat. Ich bin auch ziemlich überzeugt davon, dass ich mit meiner Meinung relativ alleine dastehen werde, denn es ist nun mal Iron Man. Ich werde den Film nochmal schauen (aber nicht im Kino) und dann meine Meinung vielleicht ändern, aber zumindest beim ersten Mal schauen hat mir irgendetwas gefehlt. Trotzdem will ich keinem ausreden, unbedingt reinzugehen! Es ist Iron Man, verdammt nochmal! Aber schraubt eure Erwartungen vielleicht ein kleines bisschen runter, dann könnt ihr den Film umso mehr genießen.

Samstag, 20. April 2013

The Bucket List

The Bucket List (Das Beste kommt zum Schluss)
Gesehen irgendwann neulich auf DVD

Katie meinte neulich so zu mir 'Wir sollten unbedingt mal "The Bucket List" schauen'. Jetzt stand der Film auch schon länger auf meiner Merkliste, also warum nicht! Morgan Freeman und Jack Nicholson als zwei dem Tode geweite alte Männer die ihre letzten Tagen optimal ausnutzen wollen und auf eine Abenteuerreise gehen? Der Film verspricht Comedy und Tränen gleichzeitig!

Morgan Freeman spielt einen Normal- bis Wenigverdiener aus der Mittelschicht, der im Allgemeinwissensquiz ein Profi ist und gerne mehr aus seinem Leben gemacht hätte, das aber aufgrund seines gesellschaftlichen Hintergrundes nicht geschafft hat. Jack Nicholson ist ein reicher, relativ arroganter und schnöseliger Krankenhausbesitzer dem die Interessen des  kleinen Mannes grundsätzlich kaum egaler sein könnten. Bei beiden wird Krebs diagnostiziert und beiden wird noch höchstens ein halbes Jahr gegeben. Als temporäre Bewohner des gleichen Krankenhauszimmers lernen sich die beiden gezwungenermaßen kennen, aber es entwickelt sich natürlich bald eine Freundschaft. Und so kommen die beiden dann während einem Gespräch über Dinge, die sie gerne mal gemacht hätten aber nie geschafft haben, auf die Idee, Jack Nicholsons Geld für eine Weltreise rauszuschmeißen und ebendiese Träume alle noch zu leben. Spoiler: Auf dieser Reise lernen sie sich dann auch selbst besser kennen, Jack Nicholson wirft seine Arroganz über Bord, Morgan Freeman rettet seine Ehe und Jack Nicholson kittet die Beziehung zu seiner Tochter.

Ich habe gemischte Gefühle über diesen Film, weswegen ich auch mehr als eine Woche mit dem Schreiben der Review gewartet habe. Meine Erwartungen waren ziemlich hoch, und wenn ihr euch jetzt den Plot und Cast durchlest dann könnt ihr sicher vertehen, was ich meine: Witz, Charme, und trotzdem eine tiefe Ergriffenheit oder Melancholie, und ein extrem dramatisches Ende welches mehr als nur zu Tränen rührt. Aber während des gesammten ersten Teils des Filmes kam nichts davon so richig auf; es wirkte irgendwie flach. Natürlich gab es hier und da den einen oder anderen Witz, die waren auch jeweils gut platziert und konnte die Charaktere vernünftig kenenlernen. Aber mir hat da irgendwas gefehlt. Sobald das Team dann auf Reise geht wurde es sogar noch etwas schlimmer, und ich machte mir schon Sorgen, der Film würde mich am Ende noch total enttäuschen. Aber gute Nachrichten: Das Ende hat es allemal wieder rausgeholt! Kitschig, klar, und sicherlich auch in gewissen Punkten absolut vorhersehbar, aber mal Hand aufs Herz: Der ganze Film ist doch absolut vorhersehbar, und man schaut ihn sicher nicht wegen der Action oder der Spannung.

Ich würde den Film empfehlen, würde aber auch niemanden zwingen wollen, ihn zu schauen (wie zB bei Fdk, HdR oder Avengers), denn ich war, wie gesagt, nicht hundertprozentig überzeugt und könnte mir vorstellen, dass er den einen oder anderen von euch nicht unbedingt enttäuschen würde, aber auch nicht begeistern. Der Film hatte das Potential, perfekt zu sein, ist aber leider irgendwie vorbeigeschlittert.

Samstag, 6. April 2013

Cloud Atlas - David Mitchell

Cloud Atlas
Gelesen vom 01. März bis 05. April 2013

~15 Seiten am Tag, aber man muss mir zu Gute halten, dass ich ja auch den wohl stressigsten Monat ever hatte. Und außerdem habe ich ja neulich erst den Film gesehen, also wusste ich von vornherein, was passiert. Wer inhaltliche Informationen haben möchte weil er meine Review zum Film nicht gelesen hat, sollte das unbedingt hier nachholen, denn das ich ausführlich genug. Prinzipiell ist das Geschehen nicht groß verändert worden, abgesehen von ein paar Schauplätzen. Bspw. spielt die Storyline des schwulen Komponisten nicht in Schottland sondern Belgien usw., aber das tut der Handlung keinen Abbruch sondern dient eher einen anderen Zweck - dazu später mehr.

Was mich an dem Buch am meisten begeistert hat war die Aufteilung bzw. der Schreibstil. Die 6 verschiedenen Geschichten waren nicht wie im Film in endlos viele kleine Ausschnitte gesplittet, sondern jeweils in der Hälfte geteilt. Naja, alle bis auf die post-apokalyptische, die ist in der Mitte als Ganzes, bevor die Reihenfolge sich dann rückwärts fortsetzt. Man muss sich das also so vorstellen: 1 2 3 4 5 6 5 4 3 2 1. Der einzige offensichtliche Bezug, den die einzelnen Teile dabei aufeinander nehmen, ist die Tatsache, dass das jeweils vorrangegangene Werk vom aktuellen Protagonisten gelesen wird. So findet bspw. Frobischer (der Komponist) das Reiseragebuch von Adam Ewing, Luisa Rey liest die Briefe von Frobisher an Sixsmith, Cavendish liest den Roman über Luisa Reys Abenteuer usw. - aber alle haben jeweils immer nur Zugriff auf die erste Hälfte. In der jeweils zweiten Hälfte der Storyline taucht dann die Fortsetzung auf, was auch die rückwärtslaufende Reihenfolge erklärt. Kompliziert, aber klug, denn man fühlt sich als Leser dadurch eher eingebunden.

Dann zum Schreibstil: Umwerfend! Die 6 verschiedenen Handlungen spielen ja offensichtlich in 6 verschiedenen Zeiten. Das ist allerdings nicht der Hauptunterschied: Zwar handelt es sich bei allen um Schriftstücke, aber Adam Ewings Geschichte ist ein Tagebuch, Frobisher schreibt Briefe, Luisa Reys Geschichte ist ein Kriminalroman, Cavendishs eine Autobiografie, die mit den Klonen ein Interview und das post-apokalyptische eine Geschichte, die ein alter Mann seinen Enkeln erzählt. Und genauso ist der jeweilige Teil auch geschrieben. Wer schon mal zB Dracula gelesen hat, oder Sherlock Holmes, oder irgendwas aus der Zeit kennt diese Tagebuch-Schreibweise. Irgendwie nicht ganz realistisch weil zu detailliert, aber ebenfalls voll von Banalitäten, persönlichen Eindrücken und Meinungen; ein Tagebuch eben. Unter Briefen sollte sich jeder was vorstellen können; der Kriminalromanteil ist sehr prägnant und kurz gehalten, mit kurzen Kapiteln die mehr an Filmszenen erinnern. Die Memoiren sind dagegen ausschweifend und brechen quasi die vierte Wand, also sprechen den Leser aktiv an (wir haben mal im Englisch LK darüber gesprochen aber ich hab vergessen, wies heißt - Lis, weißt dus noch?), und so weiter und so fort. Dabei sind es auch Kleinigkeiten, die in der Erzählweise verändert wurden und es dadurch tatsächlich so wirken lassen, als hätten alle 6 Geschichten unterschiedliche Autoren, und nicht bloß den einen. Beeindruckend, wirklich beeindruckend, und alleine deswegen extrem lohnenswert!

Was die mysteriösen Widergeburts-Zusammenhänge betrifft, die ja im Film so toll durch die gleichen Schauspieler in unterschiedlichen Zeiten dargestellt wurden: Das ist im Buch viel weniger offensichtlich. Anstatt eine große Nummer drauß zu machen haben die Charaktere hier bloß manchmal ein komisches Gefühl, wenn sie mit Objekten der Vergangenheit in Verbindung kommen, und alle haben eben das gleiche Muttermal irgendwo am Körper, aber das wars dann auch. Das ist ganz schön, denn dadurch hatte ich weniger den Eindruck, das Buch wollte dem Leser gewaltsam etwas mitteilen und ich habe ein essentielles Element verpasst und verstehe es deswegen nicht richtig. Und in diesem Zusammenhang auch meine Theorie, weshalb manche Schauplätze geändert worden: Ganz einfach um einen offensichtlicheren Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Storys zu etablieren. So ist beispielweise das Altenheim im Film das gleiche Haus, in das Frobisher zieht um für Vyvyan Ayers zu arbeiten. Ayers wird zB auch vom gleichen Schauspieler gespielt wird wie Cavendish, der ins Altenheim abgeschoben wird - Kontinuität. Oder Jim Sturgess spielt beides Mal einen Mann, der sich gegen die Unterdrückung verschiedener Gruppierungen auflehnt - einmal als Adam Ewing und dann bei den Klonen. Im Buch kann man das natürlich nicht so deutlich machen, denn hey - keine Schauspieler. Aber durch die Unterschwelligen Andeutungen wird einem die Widergeburtssache nicht so ins Gesicht geworfen und man wundert sich viel eher über die kleinen Details: Ist das jetzt ein Hinweis, oder...?

Abschließend kann ich das Buch also nur empfehlen, selbstverständlich mehr als den Film denn hallo - es ist ein Buch!, aber auch weil das Lesen nicht bloß wegen der Geschichte Spaß macht. Wie der Film auch ziehen einen nicht die einzelnen Geschehnisse in den Bann, sondern vielmehr die Art und Weise der Erzählung. Man sollte also tatsächlich am besten beides lesen/schauen, aber natürlich zuerst das Buch.

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