Freitag, 3. Januar 2014

Sherlock 3x01



Also eigentlich wollte ich das gar nicht posten, aber here we go.
 
Also, ich muss ehrlich sagen, als ich die Folge Sonntagabend mit Anne und Lisa live verfolgt habe, war ich irgendwie ziemlich enttäuscht und alles andere als gefesselt. Die ganze Geschichte wirkte gezwungen, durcheinander und einfach nicht wie die restlichen sechs Folgen. Irgendwas war anders, und diverse Dinge haben mich ziemlich gestört. Ich habe die Folge seitdem noch mal angesehen und meine Meinung ein wenig geändert, aber überzeugt bin ich nach wie vor nicht.
Ich werde mal nicht chronologisch vorgehen, sondern meine Aufhänger nach persönlicher Wichtigkeit/Bedeutung staffeln, und fange dabei mal mit den Punkten an, die ich nicht mittlerweile entschuldigt habe.

  1. Die Fälle nebenbei.
    Ja, wir brauchten einen Fall; einen Plot, denn wir haben hier ja immerhin eine Crime-Serie. Hätte die Folge sich voll und ganz darauf konzentriert, wie John und Sherlock miteinander umgehen, nachdem er wieder zurück ist, hätte ohne Frage etwas gefehlt. Aber nichts desto trotz wirkte die ganze Geschichte auf mich merkwürdig gezwungen und unkonzentriert. Es ist ja keine neue Einführung, dass mehrere Fälle parallel ablaufen; schauen wir uns nur mal The Great Game an. Das hier allerdings a) John schon direkt wieder entführt wurde und sein Leben scheinbar grundlos in Gefahr gebracht wurde schien hintergrundlos, auch wenn die Wahl mit dem Feuer direkt an Sherlocks Zitat aus A Scandal in Belgravia erinnert: “Amazing how fire exposes our priorities“. Allerdings steht ja außer Frage, dass John Sherlock sehr wichtig ist, eine Priorität eben, das zeigt sein gesamtes Verhalten in der Folge und wir müssen nicht nochmal extra darauf hingewiesen werden, indem John fast stirbt. Wer steckt dahinter? Ebenfalls nicht klar. Und stehen die nun in Verbindung mit dem Kerl, der Guy Fawkes Nr 2 werden wollte? Diese Geschichte hatte ebenfalls ihre Macken. Ich sehe die Nützlichkeit eines solchen Falls für das Fortschreiten der Geschichte, bzw gerade für die vorhandene Ausgangssituation: Es ist komplex genug dass Mycroft sich nicht selbst drum kümmern will, also bringt er Sherlock zurück, um seine Beinarbeit zu erledigen. Auch für die Entwicklung von Sherlocks und Johns „Freundschaft“ war die Endsituation nützlich, das sehe ich mittlerweile. Aber die Phrase “It’s not an underground network, it’s an underground network!“ – cleveres Wortspiel; es ist keine Organisation die sich im Untergrund bewegt, zumindest nicht im konventionellen Sinne – der böse Untergund, der Hintergrund, unterhalb des Gesetzes – sondern vielmehr der wörtliche Underground, eine Bezeichnung für das Londoner U-Bahn System. Aber heißt das nun, der Kerl hat unabhängig gehandelt oder gibt’s es trotzdem ein Netzwerk aus Untergrundlern?
    Über diese komische Leiche und die Jack the Ripper Implikation will ich gar nicht viel reden; nachdem klar wurde, dass das bloß von Anderson inszeniert war, erschien das Ganze bloß noch überflüssiger als es ohnehin war. Insgesamt ein Kuddelmuddel aus scheinbar unzusammenhängenden Fällen; da sind wir von Sherlock eigentlich besseres gewohnt! 
  2.  Anderson und sein Fanclub
    Versteht mich nicht falsch, ich bin in gewisser Weise absolut begeistert von Andersons Entwicklung! Genauso wie Sally Donovan sind beide am Anfang aus Sherlocks Perspektive porträtiert und erscheinen damit als nutzlose/dumme/inkompetente Polizeibeamte. Wenn man sich die Situation aber mal ernsthaft vor Augen führt sind Lestrade und Sherlock diejenigen, die sich falsch verhalten, und Sally und Anderson sind im Recht – Lestrade bringt einen außenstehenden Laien in eine polizeiliche Ermittlung und gefährdet diese damit ohne Frage; egal wie intelligent und nützlich Sherlock vielleicht ist. Und wir wissen alle wie arrogant und unsozial Sherlock ist, und wie er sich gegenüber Außenstehenden von minderem Intellekt verhält. Kann man ihnen die Abneigung also wirklich übel nehmen? Und wie man in Reichenbach Fall gesehen hat waren die beiden maßgeblich daran beteiligt, dass Lestrade Sherlock in Frage stellte. Selbst wenn man ihnen verletzten Stolz vorwirft, was sicherlich ein großer Faktor war, sollte man sie dennoch nicht vollkommen verurteilen. Selbstverständlich erschien es Anderson nun so, als hätte deren Verhalten Sherlock mit dazu animiert, in den Tod zu springen, und als Ausweg aus den Schuldgefühlen fixiert er sich nun voll und ganz auf die Theorie, dass Sherlock nach wie vor am Leben ist; wird regelrecht fanatisch. Extrem interessante Charakterentwicklung, aber trotzdem habe ich ein Problem mit Anderson und seinem Fanclub: Er, zusammen mit seinem Club, symbolisiert die Fangemeinde, die sich über zwei Jahre die verrücktesten Theorien zu Sherlocks Überleben gemacht hat. Anstatt es als netten Wink zu verarbeiten funktioniert Anderson, und gerade der Club, hier allerdings als komisches, witziges Element – ein „oh schau dir diese verrückten Fanatisten und ihre idiotischen Ideen an“. Und ich finde es nicht in Ordnung, dass es so durch den Kakao gezogen wird. Streng genommen ist diese ganze Serie eine gigantische Fanfiction, denn Conan Doyle ist ja eindeutig nicht involviert, inwiefern ist es also okay, sich über die Ideen anderer Fans lustig zu machen? Nicht.
  3. Die Theorien und die nicht vorhandene Auflösung
    Eng im Zusammenhang mit dem vorangegangenen Punkt: Wir bekommen drei Theorien in verschiedenen Stadien der Glaubwürdigkeit, aber keine echte Auflösung. Warum nicht? Andersons ausgedachtes Video am Ende gibt uns eine sehr plausible Erklärung. Nachdem Sherlock „erklärt“ hat, wie er seinen Tod vorgetäuscht hat, kommentiert Anderson das Ganze mit enttäuschend, und „nicht so wie [ich] es gemacht hätte“, und Sherlock reagiert indem er sagt, jeder sei heutzutage ein Kritiker. Nachdem man zwei Jahre lang die Spannung aufgebaut hat und die Fangemeinde, wie schon angesprochen, Theorien ohne Ende entwickelt hat, wäre die Auflösung ohne Frage in gewisser Weise eine Enttäuschung gewesen. Auf diese Art und Weise haben die Schreiberlinge sich also quasi vor der Kritik gerettet, die es zweifelsohne gegeben hätte. Das finde ich allerdings wiederum ärgerlich, und fühle mich irgendwie betrogen. Sicherlich, für die Geschichte ist es eigentlich egal, wie genau Sherlock nun verhindert hat, zu sterben, aber für eine Serie, die so viel Zeit darauf verwendet, unglaubliche Vorgänge und Zusammenhänge in Mordfällen zu erklären und zu glorifizieren erscheint dieser Ausstieg als geschummelt.
  4.  Mary
    Ich sage es jetzt – mit ihr stimmt irgendwas nicht. Ihre anfängliche Reaktion auf Sherlock im Restaurant erscheint natürlich; sie ist geschockt und stellt Sherlock in Frage. Aber alles was danach kommt ist einfach merkwürdig. Anscheinend war sie während der zwei Jahre Trauer an Johns Seite, und hat demnach direkt miterlebt, wie schlecht es ihm ging und was er durchgemacht hat. Sie persönlich hat Sherlock nie kennengelernt und hat wenn überhaupt durch Johns Blog von ihm erfahren (ich denke nicht, dass er viel über Sherlock gesprochen hat). Jetzt steht er plötzlich da und macht auch noch Witze über den Schnurrbart, anstatt auf Knien um Vergebung zu flehen. Wie kann sie da ernsthaft am Ende des Abends schon auf Sherlocks Seite stehen? Wären es in diesem Moment Mycroft, Lestrade, Mrs Hudson oder Molly gewesen, die eindeutig wissen, wie viel John Sherlock bedeutet, hätte man die Sympathie verstehen können, aber eine fremde gegenüber der Beziehung der beiden? Unwahrscheinlich.Trotz allem scheint Mary irgendwie perfekt – ein fröhlicher, offener, liebenswerter Mensch, und selbst Sherlock scheint ihr gegenüber aufgeschlossener als wir das von Johns früheren Schnallen gewohnt sind. Womöglich hat die Erfahrung mich paranoid gemacht, aber ich trau dem Braten nicht. Da kommt noch irgendwas; entweder ist sie selbst eine Böse oder aber sie stirbt gleich wieder. Oder beides.

  5. Sherlock vs John vs Mycroft oder charakterliche Weiterentwicklung
    Jetzt ein Punkt, der mich beim ursprünglichen Anschauen extrem gestört hat, den ich aber mittlerweile einsehe und entschuldige: Sherlocks Verhalten gegenüber John, und speziell die beiden Schlüsselszenen im Restaurant und in der Bahn. Seine witzelnde Art, die ständige Fixierung auf dem Schnauzer und die vorgetäuschte ausweglose Explosions-Situation: Das schien alles completely out-of-character; einfach nicht Sherlock-ig.
    Was war da also los?
    So wie ich das sehe war Sherlock im Restaurant einfach überfordert mit der Situation. Wie er selbst oft genug sagt hat er keine Ahnung von Menschen und menschlicher Natur und Reaktion. Was wir aber außerdem wissen ist, a) das Sherlock ein Angeber und Show-man ist, der sich selbst gerne in Szene setzt, b) keinerlei Erfahrung mit emotionalen Situationen oder dem Umgang mit solchen hat aber c) John sehr gut kennt und eingängig studiert hat. Indem er eine derartige Bombe so komplett ohne Vorwarnung platzen lässt und sich, anstatt sich ernsthaft und ehrlich zu entschuldigen vor allem über John lustig macht, überspielt er seine eigene Unsicherheit und provoziert John zur Wut. Er kann Sherlock beruhigt verhauen und sich komplett darauf konzentrieren, wie wütend er eigentlich ist – etwas, dass ihm in den vergangenen zwei Jahren vermutlich nicht möglich war, denn die Trauer überwog. Damit war dem Ärger Luft gemacht und die Wut war aus dem Weg. Hätte er eine ruhige, intime und dadurch gefühlsbeladene Situation herbeigeführt wäre das nicht möglich gewesen, denn John hätte ihn nicht derartig physisch attackieren und konfrontieren können.
    Weiter im Text kommt die Situation mit dem Zugabteil. Erneut wirkt es so, als hätte Sherlock schlicht Spaß daran, John zu provozieren und zu veralbern, indem er ihm vorspielt, er würde gleich sterben. Tatsächlich inszeniert er diese Situation aber aus völlig anderen Gründen: Wie wir bereits wissen, und uns am Anfang der Folge auch noch einmal gezeigt wird, kann John ebenso wenig mit Emotionen umgehen wie Sherlock, oder aber sagen was Sache ist. Durch den offenbar unmittelbar bevorstehenden Tod der beiden kreiert Sherlock eine Ebene, auf der beide dazu in der Lage sind, ehrlich zueinander zu sein und die Dinge auszusprechen – für ihn die Entschuldigung und für John die Vergebung. Die anschließend folgende doppelte Erleichtung (Wir sind nicht gestorben und wir haben uns ausgesprochen) wiegen eindeutig schwerer als die Verärgerung über Sherlocks Lüge.Was also beim ersten Mal völlig un-charakteristisch wirkte war tatsächlich extrem charakteristisch, und zeigt vor allem wie wichtig es Sherlock war, von John vergeben zu bekommen, und macht deutlich, wie sehr der Charakter seit Beginn der Serie eigentlich gewachsen ist. Schauen wir uns das Gespräch mit Mycroft während der Doktor-Bibber-Partie an: Er wehrt Mycrofts Vorwurf, sich neuerdings mit Freunden und solcherlei „minderwertigen“ Individuen zu umgeben, nicht ab sondern erklärt ihm durch die Mütze seines Clienten indirekt, dass er sich verändert hat: Er trägt gerne dumme Hüte und steht zu seiner Eigenheit, aber das heißt nicht, dass er einsam sein muss, und zeigt Mycroft damit indirekt seine eigenen Schwächen auf.
    Und nicht nur gegenüber seinem Bruder, sondern speziell auch gegenüber Molly wird die Entwicklung extrem deutlich. Nicht nur, dass er zu ihr für Hilfe ging, als es um seinen Selbstmord ging – er bedankt sich bei ihr, indem er sie auf seine Abenteuer mit nimmt und ihr zeigen will, dass sie ihm wichtig ist. Er akzeptiert ihre Entscheidung, das in Zukunft nicht mehr zu tun, da es für sie zu verwirrend/schmerzhaft ist, da sie offenbar Gefühle für ihn hat und begrüßt ihren Freund am Ende ohne jeglichen Kommentar, obwohl die Ähnlichkeit der beiden offensichtlich ist. Der Sherlock der ersten Staffel, und selbst der Sherlock in A Scandal in Belgravia hätte sich nicht zurückhalten können, ihr die eigenen Fehler ins Gesicht zu schmeißen, aber dieser Sherlock hat gelernt und soziale Fähigkeiten entwickelt, und er achtet auf die Gefühle seiner Umgebung.

Zusammenfassend muss ich also sagen, dass ich diese Episode nicht mehr als schlecht oder gut einstufen kann. Die Dinge, die mich stören, sind nach wie vor eindeutig da, und dass sie mir grundsätzlich nicht gefallen hat wird auch nicht weg gehen – aber gleichzeitig bin ich so ein großer Fan von Charakterentwicklung, dass ich sie nicht mehr einfach so in den Boden stampfen kann.
Aber eins muss ich sagen, grafisch war die Folge, wie immer, der Oberhammer.

Samstag, 21. Dezember 2013

Die Eiskönigin

Die Eiskönigin
Gesehen am 18. Dezember 2013

"-völlig unverfroren" werde ich als Titelzusatz einfach unter den Tisch fallen lassen, denn das ist fast so albern wie "- neu verföhnt" bei Rapunzel. Echt mal, beides ist weder witzig, noch trägt es als weitere Erläuterung zum Titel bei. Naja, nicht das Thema.
Disneys neuster Film basiert seeeehr lose auf dem Märchen "Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen. Und wenn ich sage sehr lose, dann meine ich damit, dass es in beiden eine Königin gibt, die was mit Schnee und Eis zutun hat. Oh, und es spielt im Norden.

Die royalen Geschwister Elsa und Anna wachsen zusammen auf und verstehen sich prächtig, bis Elsa Anna eines Tages beim Spielen versehentlich schwer verletzt - Elsa hat nämlich magische Kräfte: Sie kann Eis und Schnee entstehen lassen. Ihre Eltern schaffen es gerade noch, die jüngere Tochter zu retten, aber Elsa, so geschockt und verwirrt, lässt sich einreden, ihre Kräfte von jetzt an geheim zu halten. Danach ist die Beziehung der beiden getrennt, denn Elsa verlässt ihr Zimmer aus Furcht vor ihren Kräften kaum noch, und die Dinge ändern sich auch nicht, als ihre Eltern tragisch verunglücken. Anna wächst zum quirligen Mädchen heran und Elsa zur distanzierten, kühlen Frau. Am Tag von Elsas Krönung versammeln sich Adelige aus allen umliegenden Ländern in Arendelle, um die Königin endlich einmal zu sehen. Anna ist auch ganz aufgeregt, den Palast verlassen zu dürfen, springt durch das Dorf und verliebt sich prompt in einen dahergelaufenen Prinzen. Sagte ich verliebt? Ich meine verlobt. Elsa ist währenddessen unglaublich nervös vor ihrer Krönung, denn durch die Unterdrückung ihrer Magie ist diese unberechenbar geworden und bricht einfach so aus ihr heraus. Provoziert von Anna passiert das natürlich dann auch, und Elsa verwandelt ganz Arendelle unfreiwillig in ein Land des ewigen Winters, bevor sie wegen Hexerei von den Gästen und Anwohnern vertrieben wird.
Sie versteckt sich im Gebirge und baut sich dort ein Schloss aus Eis, indem sie ihrer Magie endlich freien Lauf lässt. Aber der ewige Winter will Arendelle nicht verlassen, und Anna, die sich ihrer Schuld bewusst ist und ihre Schwester vermisst, macht sich auf, diese zu finden, um das Land vom Winter zu befreien und den (geschwisterlichen) Frieden wieder herzustellen.

Ich hatte irgendwie vorher das Gefühl, dass der Film nicht besonders gut werden wird. Ich kann nicht genau sagen, wieso, aber ich kann euch gleich beruhigen: Der Film ist echt klasse und goldig! Im direkten Vergleich mit Merida ist die Story hier besser gelöst, besonders die Twists sind glaubhafter und weniger irritierend. Allerdings liegt die Fokusierung nicht ganz so sehr auf den einzelnen Charakteren, da ja dieses Mal wieder eine Liebesgeschichte an der Seite eingebaut ist. Die wirkt allerdings ein klein wenig überflüssig und irgendwie gezwungen.
Zwei Mal hatte ich die Befürchtung, die Story würde einen extrem vorhersehbaren und doofen Weg einschlagen, aber beides Mal ist das nicht passiert! Erfreulich, und machte den Film dadurch echt gut.

Auch gerade grafisch gesehen ist der Film allerdings spitzenklasse; die Magie und das Eis sehen richtig toll aus. Und wieder erwarten sind auch Elsa und Anna trotz quasi identischem Charakterdesign irgendwie doch unterschiedlich, und das machen nicht nur die Haare!

Hat also solides Disney-Niveau, auch wenn die vorweg-Ankündigungen "Bester Film den Disney je gemacht hat" oder "Woa total cool weil Schwestergeschichte und das ist ja total neu" eindeutig übertrieben sind.

Ps: Passende Fingernägel

Freitag, 20. Dezember 2013

The Five People You Meet In Heaven - Mitch Albom

The Five People You Meet In Heaven
Gelesen vom 15. bis zum 17. Dezember 2013

Das Buch habe ich schon längere Zeit im Regal stehen. Ich kann mich vage einnern, es mal während eines Klassenausflugs auf den Kölner Weihnachtsmarkt dort in der Mayerschen gekauft zu haben, aber keine Garantie. Wie das eben manchmal so ist: Man will ein Buch gerne lesen, aber irgendwie nicht in diesem Moment.

Die Geschichte handelt von Eddie, einem Wartungsarbeiter in einem Freizeitpark am Pier in einem dieser Küstenstädte. Wo genau wird nicht erwähnt, aber Brighton kommt mal vor, also schätze ich er hält sich in England auf. Eddie stirbt während eines Arbeitsunfalls im Freizeitpark und die Geschichte lässt uns Eddies 5 letzte Treffen im Himmel miterleben; durchzogen von Erinnerungen, Lebensweisheiten und den letzten Dingen, die er begreifen muss, bevor seine Seele den ewigen Frieden finden kann.

Klingt weitaus kitschiger und spiritueller, als er tatsächlich ist. Eigentlich ist dieses Buch mit seinen bloß 231 Seiten eine schöne, kleine Geschichte über das Leben eines völlig normalen Mannes und die Bedeutsamkeit eines jeden Lebens. Was der "Himmel" eigentlich ist, und wie Gott sich in die ganze Geschichte einbauen lässt wird nicht tiefer erläutert, aber die Dinge, die jede der fünf Personen Eddie mit auf den letzten Weg gibt, sind schon aus der moralisch höheren Ebene anzusiedeln.
Es ist nett und schnell zu lesen gewesen, überhaupt nicht fordernd oder zum ultimativen Nachdenken anregend, aber vielleicht bin ich auch das falsche Zielpublikum gewesen, denn ich laufe nicht Tag für Tag durch die Gegend und mache mir Sorgen über das, was passiert wenn man stirbt, bzw was danach kommt, oder ob mein Leben überhaupt einen Wert hat.

Würde ich es empfehlen? Ja, ich denke schon, wenn man mal gerade etwas nettes lesen will. Aber erwartet keine lebenverändernden Erleuchtungen oder so.

Sonntag, 15. Dezember 2013

A Feast for Crows - George R R Martin

ASoIaF #4, ich halte mich kurz.


A Feast for Crows
Gelesen vom 21. November bis 15. Dezember 2013

Behandelt nur die Schicksale der Charaktere um King's Landing herum, also bekommen wir dieses Mal nur POV's von den Hauptcharakteren Cersei, Jaime, Brienne, Sansa, Arya und Samwell. Samwell, waaaas, der sollte doch eigentlich an der Wall sein?! Nein, auf dem Schiff in Richtung Oldtown. Zusätzlich gibt es Einblicke in einige der Ironborn, die sich nach Balons Tod neu formieren und einen König suchen, und in einige der Martells aus Dorne, und was die da unten in ihrem Wüstenland so machen. 

Interessant, mal in Cerseis Kopf zu dürfen - auch wenn da vorallem Paranoia und Pläne schmieden/intregieren vorherrschen. Das überrascht ja eher wenig. Jaime oder nach wie vor auf gutem Kurs, aber bei ihm passiert leider eher wenig wirklich interessantes, und auch Sam ist eigentlich die ganze Zeit auf dem Schiff. Von Sansa gibt es leider nur ganze drei Kapitel, ebenso wie von Arya. Bei beiden bin ich jeweils nicht vor Neugier und Spannung gestorben. Der zeitweilge Ausgang der Martell-Geschichte hat mich ein wenig enttäuscht; da hätte mehr kommen können, und Cerseis direkte Einsicht in die King's Landing Vorgänge hat mir extrem gut gefallen - großartiger Ausgang, der lässt gespannt Hoffen. 

Dany, Jon und Tyrion gibts dann erst wieder im nächsten Buch - das wird allerdings mindestens bis nach Weihnachten warten müssen, bis wieder Geld da ist. Und dann wie der Rest der Fangemeinde auf The Winds of Winter warten (falls das in diesem Leben noch erscheint).

Serien: Arrow 1x01

Arrow, die Serien-Adaption des DC Comics "Green Arrow" from amerikanischen Fernsehsender The CW, läuft schon seit letztem Jahr, und ich war mir auch darüber bewusst, dass sie existiert. Von dem einen oder anderen tumblr-Post konnte ich schon erfahren, dass es irgendwie um einen Typem im Cape geht der Pfeile schießt, daher wohl der Name "Green Arrow". Besondere Lust hatte ich bis jetzt noch nicht, an die Serie heran zu gehen, aber da jetzt in der Vorweihnachtszeit das dämliche Fernsehprogramm ständig so umgeschmissen wird, dass die drei Serien, die ich noch verfolge, dauernd aussetzten oder schon in der Weihnachtspause sind, wollte ich Arrow eine Chance geben.

Hier die Prämisse: Genius Billionair Playboy Philanthropist(?) Oliver Queen, der Erbe eines Milliardenunternehmens, ist mit seinem Vater und der Schwester seiner Schnalle und noch ein paar anderen Extras auf Bootstour, als besagtes Boot in einem Gewittersturm kentert und nur Oliver überlebt. Er kann sich auf eine einsame Insel retten, auf der er Robinson-Crueso-Style in der Wildnis überleben muss. Er kann schließlich irgendwann gerettet werden; kehrt nach Hause zurück und oh! Plötzlich hat er ein Gewissen. Vor dem Tod seines Vaters hat er von dem noch erfahren, dass die ganze Stadt bankrupt ist, also schwört Oliver, Rache zu nehmen(?) und alle nach der Reihe umzulegen. Außerdem hat sein bester Kumpel neuerdings was mit seiner Schnalle; beide hielten Olli nämlich für tot.

Irgendwie klingt das alles extrem nach einer Mischung aus Batman und Ironman, bloß dass der Hauptcharakter Hawkeye ist (oder Legolas, oder Katniss, oder wer sonst noch in der Popkultur heutzutage mit Pfeil und Bogen schießt. Ist offenbar ziemlich im kommen, vielleicht sollte ich das doch mal lernen?). Aber mal ehrlich, Bruce Wayne kann zwar nicht mit Pfeil und Bogen umgehen, aber auch er findet irgendwo hinten um China rum plötzlich sein Gewissen, hängt sein Playboy-Dasein an den Nagel und räumt als maskierter Held seine Heimatstadt auf, während er sein offentliches Image als arroganter reicher Sack aufrecht erhält. Gingen denen bei DC irgendwann die Ideen aus?

Unsicher bin ich mir nach dem Ansehen der Pilotfolge, ob ich Arrow mal weiter schaue oder es lieber sein lasse. Oliver Queen als Charakter hat mich irgendwie nicht 100% angesprochen, obwohl er ja eindeutig ins Schema derer passt, die ich gerne verfolge; seien es Bruce, Tony oder Jaime Lannister (auch wenn der keine geheime Identität hat, aber Cast-Away-Oliver sah aus wie Jaime auf der Rückreise von Riverrun). Lustig anzusehen wäre sicher, wie sie dieses Mal erklären, dass sich Olli und Green Arrow nie im gleichen Raum aufhalten bzw zur gleichen Zeit anwesend sind, oder dass der Grüne Kapuzentyp mysteriöser Weise genau dann aufgetaucht ist, als auch der verschollene Olli von dem Toten auferstand. Immer diese geheimen Identitäten. Echt mal, die DC-Stories spielen doch auch alle im selben Universum; wie werden die Leute da nicht stutzig?! Batman hat immerhin die Maske und den Batsuit, aber Green Arrow hat ne Kapuze und Superman eine Brille. BRILLE.

Fazit: Unentschlossen. Vielleicht kann man nach der Pilotfolge noch kein Urteil fällen, und vermutlich werde ich noch mal ein, zwei Folgen weiter schauen wie sich die Charaktere und das große Mysterium so entwickeln. Habe aber wenig Hoffnung, hier ein Juwel entdeckt zu haben.

Mittwoch, 27. November 2013

Fack Ju Göhte

Fack Ju Göhte
Gesehem am 23. November 2013 im Kino



Nach langem hin und her habe ich mich entgegen meines logischen Denkens entschieden, denn Film anzusehen. Okay, der Trailer war irgendwie witzig und auf unerwartete Weise ansprechend, aber das war der von Fremd Fischen ja auch und wir alle wissen wohin das geführt hat es ist nach wie vor eine Deutsche Komödie, und die sind nun mal nicht für Großartigkeit bekannt.Trotzdem, der Freundeskreis hatte so grundsätzlich die gleiche Einstellung wie ich, und diverse begeisterte Empfehlungen von Menschen aller gesellschaftlichen Schichten veranlassten uns dann doch zu einer Runde russisches-Film-Roulette. Und ob ihr glaubt oder nicht: Der Film war keine Kugel, ich lebe noch, und amüsiert habe ich mich auch. Verrückt, ich weiß.

Aber erst mal zum Inhalt des Films.
Ehemals-Gefängnisinsasse Zeki Müller kommt aus dem Bau und will mit Hilfe seiner Bekannten, Freundin, Nutte, was auch immer, direkt das Geld aus seinem Überfall bergen - das ist allerdings auf einer Baustelle  vergraben worden, und diese Baustelle ist mittlerweile weg. Stattdessen steht da jetzt die neue Turnhalle der Goethe-Schule (übrigens die einzige offensichtliche Reference zu Goethe, und somit wohl der Grund für den Titel? Nicht ersichtlich). Zeki bewirbt sich dort undercover als Hausmeister, wird aber als Aushilfslehrer eingestellt, und muss sich fortan tagsüber mit streber-Siebtklässlern, asozialen Zehntklässlern und einer absolut korrekten Referendarin herumschlagen, während er nachts fröhlich einen Tunnel unter der Turnhalle gräbt um an sein Geld zu kommen. 

Wer sich an dieser Stelle den Rest des Films noch nicht 1:1 erschließen kann wird vermutlich richtig begeistert sein, denn die absolute Vorhersehbarkeit ist schon ein bisschen ein Nachteil. Wie es sich für eine (deutsche) Komödie gehört läuft auch Fack Ju Göhte ausnahmslos nach Schema F ab und lässt keinerlei Raum für überraschende Wendungen, was man sowohl negativ als auch positiv betrachten kann – man wird zum Beispiel auch nicht durch unrealistische(re) Nebenhandlungen und unnötig verkomplizierte Twists irritiert.
Die Stärke des Films liegt, wie bei so vielen dieses Genres, eindeutig in der Art und Weise der Erzählung. 

Die absichtlich überzogenen Charaktere sind eine gelungene Karikatur; sowohl auf Deutschlands nachmittägliches  Fernsehprogramm als auch – tragischer Weise – auf das wahre Leben. Dabei sind die Witze selbstverständlich alles andere als niveauvoll, war aber bei einer solchen Prämisse auch keinesfalls zu erwarten, und der Humor insgesamt polarisiert sich größtenteils auf eine Art selbstironischer, vorurteilsbehafteter Gesellschaftssatire, wenn auch mit flacher Basis.

10/10 ist FackJu Göhte also keinesfalls, aber durchaus charmant und unterhaltsam für einen lockeren Kino-, oder vermutlich besser DVD-Abend mit Freunden. Würde ich mir den Film erneut ansehen? Durchaus. Nochmal im Kino: Nein.

Mittwoch, 20. November 2013

Serien-Update zur neuen "Saison"

Nachdem ich ja in den vergangenen Wochen fleißig diverse neue Serien angefangen und alte fortgesetzt habe, dachte ich mir dass es mal wieder an der Zeit sei, diese Empfehlungen auf den neusten Stand zu bringen. Vorher aber eine Zusammenfassung!
Auf dem Plan für Neuanfänge standen:
Und für Fortsetzungen:
  • The Big Bang Theory (Staffel 7)
  • Once Upon A Time (Staffel 3)
  • The Vampire Diaries (Staffel 5)
  • How I Met Your Mother (Staffel 9)
  • Castle (Staffel 6)
  • New Girl (Staffel 3)
Stand 20. November, welche Serien sind nach wie vor noch im Rennen, welche raus, und welche waren vielleicht nie drin?
Gar nicht angefangen habe ich (bis jetzt) mit:
  • Witches of the East End. Laut Zusammenfassung eine Charmed-ähnliche Serie nur mit der Mutter noch am leben. Klingt vielversprechend, aber ich kam einfach noch nicht dazu. (In diesem Zusammenhang)
  • Castle. Nach dem Finale der vierten Staffel war irgendwie für mich schon ein bisschen die Luft raus - kriegen-sie-sich-oder-kriegen-sie-sich-nicht's sind meistens bloß solange interessant, bis die Entscheidung fällt, und Castle steht zur Zeit nicht auf meiner Prioritätenliste.
  • New Girl. Habe ich ohnehin nie wöchentlich verfolgt sondern immer mal ge-marathon-ed wenn ich krank war.
Mittlerweile aus dem Rennen sind:
  •  Once Upon A Time in Wonderland: Hat mich einfach nicht verzaubert. Once Upon A Time schaue ich extrem gerne, und die teilweise echt komplizierten Vernetzungen zwischen den einzelnen Märchen-Strängen sind für mich immer wieder richtig interessant. Aber OUaT Wonderland hat meiner Meinung nach irgendwie nicht dieses Gefühl einer Alice-Verfilmung getroffen.
  • Ravenswood: Extrem strange. Irgendwas übernatürliches treibt da offenbar im Nachbarort von Rosewood sein Unwesen, was aus zwei Gründen unrealistisch und unpassend ist. Der erste ist offensichtlich und der zweite: Es ist ein Spin-off von Pretty Little Liars, spielt also im gleichen Universum. Bei PLL gab es seit 4 Staffeln nicht Übernatürliches - warum aber einen Ort weiter? Nicht überzeugend.
  • Sleepy Hollow: So vielversprechend angefangen, und doch hat sie mein Interesse nicht halten können. Seit zwei, drei Wochen lasse ich schon aus Zeitgründen schleifen, und als ich heute mal wieder eine Folge nachholen wollte, langweilte ich mich leider ziemlich. Schade, davon hatte ich mir mehr erhofft.
    ~ unsicher
  • Dracula: Huhm. Von der Pilotfolge war ich ganz angetan, die zweite habe ich schon mit mäßiger Begeisterung und die dritte schon gar nicht mehr geschaut. Wie Castle einfach nicht auf der derzeitigen Prioritätenliste. Dafür hat die Serie mich offenbar doch nicht genug angesprochen.
    ~ unsicher
Weiterhin verfolge ich:
  • The Vampire Diaries & The Originals: Für TVD habe ich einfach eine Schwachstelle, auch wenn die Story diese Staffel wieder irgendwie schwach angefangen und nachgelassen hat. Bei The Originals wars genau anders herum; nicht 100% überzeugender Anfang aber es wurde von Folge zu Folge irgendwie besser. 
  • The Big Bang Theory: Habe ich auch noch nie Woche für Woche begeistert verfolgt, hole ich auch immer mal auf, wenn ich gerade Zeit habe. Stagniert auch meiner Meinung nach mittlerweile, ähnlich wie How I Met Your Mother. Sie sollten ein angemessenes Ende finden und dann bald aufhören, damit die Luft nicht irgendwann ganz raus ist.
  • How I Met Your Mother: Es tut mir in der Seele weh, meine einstige Lieblingsserie nicht auf die Gewinnerliste zu setzen. Ihr habt ja keine Ahnung. Aber wie eben schon angesprochen stagniert die Serie extrem, und auch wenn wir die Mutter ja endlich mal gesehen haben: 10 Folgen sind rum, Ted kennt sie immer noch nicht und Barney und Robins Hochzeit ist auch noch nicht passiert. Es scheint, als wollten die Macher das Treffen trotz allem so lange wie möglich herauszögern anstatt Ted die Mutter endlich treffen zu lassen und uns noch ein paar Folgen zu geben, in denen man sie tatsächlich als Paar erlebt. Stattdessen plant CBS jetzt offenbar ein Spin-Off, How I Met Your Father, in dem wir das Leben der Mutter vor Ted erzählt bekommen. Bitte nicht.
Kommen wir damit zu meinen Gewinnern der Seriensaison Herbst 2013; meine Lieblinge, die ich begeistert verfolge!
  • Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.: Trotz etwas holprigem Start, bei dem man den Eindruck hatte dass da durchaus mehr geht haben mich gerade die letzten drei Folgen richtig überzeugt. Es hat einfach irgendwie was, dem Team um Agent Coulson dabei zuzusehen, wie sich mit den alltäglichen Problemen von S.H.I.E.L.D. herumschlagen, die vielleicht nicht ganz so pompös sind wie ihre dazugehörigen Kinofilme, aber gerade darin ihrem Charme haben. Das Marvel-Universum wird dadurch irgendwie realistischer - als wären Dinge wie das Battle von New York (in Avengers) tatsächlich neulich erst passiert. Und nachdem der Fokus etwas von Skye weg auf die anderen Charaktere gerückt wurde, wurde das ganze Team dreidimensionaler. Weiter so, Joss Whedon, mach diese Serie großartig.
  • Once Upon A Time: Wie oben gesagt mag ich diese Serie einfach, denn sie ist so schön, und märchenhaft, und trotzdem verzwickt und kickass. Staffel drei habe ich nach dem Finale der zweiten Staffel sehnsüchtig erwartet, denn Emma, Snow, Charming, Regina und Rumpelstilzchen machen zusammen mit Hook einen Trip ins Nimmerland um Henry zu retten - ist das nicht eine wundervolle Kombination von Charakteren? Da bieten sich völlig neue Dynamiken und eine völlig neue Umgebung, nachdem sowohl Storybrook als auch die Märchenwelt ja mittlerweile ausreichend erforscht wurden.
  • Reign: In kürzester zeit hat Reign es trotz seiner absoluten historischen Ungenauigkeit, unpassender Kostüme und Verhaltensweisen und kitschig-kindischer Plot-Twists auf meine Favoritenliste geschafft. Was soll ich sagen, ich habe einfach eine Schwäche für sowas. und die vielen hübschen Frisuren und Haarbänder.
 So sieht also mein Serienherbst aus! Ich muss sagen, ich bin überrascht wie sehr sich die Liste der Serien verkürzt hat, auf die ich mich jede Woche freue. Wie sieht es bei euch lieben Lesern so aus, was steht für euch im Moment hoch im Kurs? Breaking Bad, Community, The Walking Dead? Was wären absolute Killer-Serien die ich unbedingt anfangen sollte?