Gesehem am 23. November 2013 im Kino
Nach langem hin und her habe ich mich entgegen meines
logischen Denkens entschieden, denn Film anzusehen. Okay, der Trailer war
irgendwie witzig und auf unerwartete Weise ansprechend, aber das war der von
Fremd Fischen ja auch und wir alle wissen wohin das geführt hat es ist nach
wie vor eine Deutsche Komödie, und die sind nun mal nicht für Großartigkeit
bekannt.Trotzdem, der Freundeskreis hatte so grundsätzlich die
gleiche Einstellung wie ich, und diverse begeisterte Empfehlungen von Menschen
aller gesellschaftlichen Schichten veranlassten uns dann doch zu einer Runde
russisches-Film-Roulette. Und ob ihr glaubt oder nicht: Der Film war keine
Kugel, ich lebe noch, und amüsiert habe ich mich auch. Verrückt, ich weiß.
Aber erst mal zum Inhalt des Films.
Ehemals-Gefängnisinsasse Zeki Müller kommt aus dem Bau und
will mit Hilfe seiner Bekannten, Freundin, Nutte, was auch immer, direkt das
Geld aus seinem Überfall bergen - das ist allerdings auf einer Baustelle vergraben worden, und diese Baustelle ist
mittlerweile weg. Stattdessen steht da jetzt die neue Turnhalle der
Goethe-Schule (übrigens die einzige offensichtliche Reference zu Goethe, und
somit wohl der Grund für den Titel? Nicht ersichtlich). Zeki bewirbt sich dort
undercover als Hausmeister, wird aber als Aushilfslehrer eingestellt, und muss
sich fortan tagsüber mit streber-Siebtklässlern, asozialen Zehntklässlern und
einer absolut korrekten Referendarin herumschlagen, während er nachts fröhlich
einen Tunnel unter der Turnhalle gräbt um an sein Geld zu kommen.
Wer sich an dieser Stelle den Rest des Films noch nicht 1:1
erschließen kann wird vermutlich richtig begeistert sein, denn die absolute
Vorhersehbarkeit ist schon ein bisschen ein Nachteil. Wie es sich für eine
(deutsche) Komödie gehört läuft auch Fack Ju Göhte ausnahmslos nach Schema F ab
und lässt keinerlei Raum für überraschende Wendungen, was man sowohl negativ
als auch positiv betrachten kann – man wird zum Beispiel auch nicht durch
unrealistische(re) Nebenhandlungen und unnötig verkomplizierte Twists
irritiert.
Die Stärke des Films liegt, wie bei so vielen dieses Genres,
eindeutig in der Art und Weise der Erzählung.
Die absichtlich überzogenen
Charaktere sind eine gelungene Karikatur; sowohl auf Deutschlands nachmittägliches
Fernsehprogramm als auch – tragischer Weise
– auf das wahre Leben. Dabei sind die Witze selbstverständlich alles andere als
niveauvoll, war aber bei einer solchen Prämisse auch keinesfalls zu erwarten,
und der Humor insgesamt polarisiert sich größtenteils auf eine Art selbstironischer,
vorurteilsbehafteter Gesellschaftssatire, wenn auch mit flacher Basis.
10/10 ist FackJu Göhte also keinesfalls, aber durchaus
charmant und unterhaltsam für einen lockeren Kino-, oder vermutlich besser
DVD-Abend mit Freunden. Würde ich mir den Film erneut ansehen? Durchaus.
Nochmal im Kino: Nein.
Irgendwie weiß ich immer noch nicht wie ich zu der Sache stehe. Vermutlich muss ich ihn mir tatsächlich einfachmal anschauen (auf DVD oder irgendwann in ein paar Jahren im Fernsehen) um zu wissen wo ich stehe. Elyas M'Barek oder wie auch immer man ihn schreibt mag ich ja seit Türkisch für Anfänger eigentlich ganz gern. Mmmhhh.. schwierig alles. Merci für die - wie immer!- gute Review!
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