Donnerstag, 23. Mai 2013

Star Trek Into Darkness

Star Trek Into Darkness
Gesehen am 21. Mai 2013 im Kino

Also gleich vorweg: Ich habe noch keinen einzigen Star Trek (komplett) gesehen, nicht mal den anderen von der Neuauflage aus 2009 mit Chris Pine und Zachary Quinto. Alles was ich weiß sind Dinge, die man eben einfach weiß, und was man eben so beim Schauen von Big Bang Theory aufgreift. Aber ich gehe eben gerne ins Kino und auch als Star-Wars-Verfechter muss man ja irgendwann irgendwo mal anfangen.

Ich habe diese Erklärung geliefert, damit ich hier nicht überschüttet werde mit Aussagen à la: Aber das passt gar nicht zum Plot von Film xy von vor 35 Jahren! oder Die Figur yz ist völlig falsch dargestellt. Dazu kann ich nichts sagen. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass man selbst als Nicht-Trekki dem Plot problemlos folgen kann. Zentrale Charaktere wie Kirk, Spock, Scotty, Bones und so sollte man schon zuordnen können, das ist klar, aber auch wenn sicher viele Anspielungen und Seitenhiebe durch fehlendes Wissen veloren gehen kann man trotzdem noch völlig solide unterhalten werden.

Zu Beginn des Films befindet sich die Enterprise + Crew auf einem Planeten mit einem Vulkan, viel Wasser und den Bäumen aus den Götterwäldchen bei got - ihr wisst schon, diese Herzbäume. Der Vulkan da droht auszubrechen, und Kirk und Spock retten natürlich die Situation. Das eingeborene Völkchen, das aber noch nie ein Raumschiff gesehen hat, fängt dann natürlich direkt mit der Vergötterung an. Der Tag ist zwar sicher, aber Kirk kriegt trotzdem eine drüber, von wgeen Geheimhaltung und so. Viel Zeit für Bestrafung bliebt dann aber doch nicht, denn die Archive (und kurze Zeit später auch der Hauptsitz) der Sternenflotte wird von einem mysteriösen Unbekannten angegriffen. Der mysteriöse Unbekannte ist Benedict Cumberbatch, und letztendlich ist er dann doch nicht so unbekannt. Genauso unfreundlich aber gewalttätiger als Sherlock sorgt er dafür, dass ein bisschen Chaos ausbricht und jemand (ratet wer!) erneut den Tag retten muss.

Wie gesagt, nicht besonders tief, nicht besonders großartig, irgendwie ein bisschen zu krass actionreich, aber trotzdem solide - so würde ich den Film beschreiben. Ich werde jetzt zwar vermutlich für diesen extrem girligen Kommentar gesteinigt, aber mit Eyecandy isses auch nicht so, denn BC sieht irgendwie nur als SH gut aus und CP ist auch nicht so der Hammer, aber naja. Wenn man einfach eine Runde Action mit wenig Plot sucht und sein Hirn mal ausschalten will ist der Film gut. Ich hoffe, die gehen in BBT irgendwie darauf ein - Sheldons Meinung würde mich echt interessieren, da ich ja - wie gesagt - absolut keine Ahnung von Plot und Continuity in Star Trek habe.

Montag, 20. Mai 2013

The Other Hand - Chris Cleave

The Other Hand
Gelesen vom 05. April bis 19. Mai 2013

44 Tage für ein 374-seitiges Buch? Meine Güte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen dass es eins dieser Bücher war, die ich anfange, dann weglege und zwischendurch ein anderes lese (hier A Game of Thrones).

Das Buch fiel mir zusammen mit The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out of the Window and Disappeared während meines Hamburgaufenthaltes letzten Sommer in die Hände. Unglücklicher Weise konnte es ebenso wie der Hunderjährige den Erwartungen nicht standhalten.

Das Cover gibt keine Auskunft über den Inhalt abgesehen von folgenden Sätzen: „We don't want to tell you what happens in this book. It is a truly special story and we don't want to spoil it. Nevertheless, you need to know enough to buy it so we will just say this: This is the story of two women. Their lives collide one fateful day, and one of them has to make a terrible choice. Two years later, they meet again -- the story starts there! Once you have read it, you'll want to tell your friends about it. When you do, please don't tell them what happens either. The magic is in how it unfolds.“ Also quasi: Zwei Frauen verbindet eine schicksalhafte Begegnung die ihre Leben verändert, und eine muss eine schreckliche Entscheidung treffen. Zwei Jahre später treffen sie sich wieder, und hier beginnt die Geschichte. Du wirst allen von diesem Buch erzählen wollen. Gibt ja irgendwie nicht so viel her zum Inhalt, aber hatte mich neugierig gemacht. Der Klappentext sagt: Erzählt euren Freunden nicht, worum es geht, um die Magie zu erhalten. Ich werde das mal dreist ignorieren und euch ganz genau erzählen, worum es geht, damit ihr nicht wie ich voll freudiger Erwartung das Buch kauft und dann enttäuscht werdet.

Es geht um zwei Frauen, soviel ist ja klar. Eine davon, Sarah, ist eine relativ erfolgreiche, britische Businessfrau mit Ehemann und Affäre, und die andere, Little Bee, ein afrikanische Jugendliche auf der Flucht vor denen, die ihr Dorf auf der Suche nach Öl niedergebrannt haben. Während einem Urlaub treffen sie sich in Nigeria am Strand, die Frau rettet das Leben des Mädchens, und von da an geht die Geschichte quasi los.

Wenn ich ehrlich bin: Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch nicht gekauft. Es klingt wie etwas, was man in der Schule lesen muss, und es fühlte sich auch so an. Die beiden Erzählstimmen der Charaktere wurden zwar jeweils gut getroffen, aber irgendwie kam bei mir keine richtige Stimmung auf. Ich konnte weder mit Sarah noch mit Little Bee so richtig mitfühlen; alles ist irgendwie runter erzählt und selbst die richtig dramatischen Stellen – ja, die gibt es – sind irgendwie…gefühllos. Es wirkt wie eine weitere Story die uns die Augen darüber öffnen soll, wie schlecht es Leuten in Afrika geht und wie unbefriedigend Erfolg doch ist. Ist ja schön und gut, wir wissen alle, dass die Ölindustrie voll von skrupellosen Verbrechern ist, die vor nichts zurückschrecken. Wir wissen alle, dass Erfolg alleine nicht glücklich macht. Ja, die beiden treffen sich und helfen sich gegenseitig. Nein, es rührt einen nicht zu Tränen oder bringt eine großartige Lehre fürs Leben rüber.

Das Buch hatte großes Potential, gerade durch dieses mysteriöse Drumherum, aber meiner Meinung nach hat es viel davon verschenkt. Ich war enttäuscht und habe es bloß nicht weggelegt weil ich sowas ungern mache, und immerhin waren es nur 374 Seiten.

Freitag, 10. Mai 2013

A Game of Thrones - George R. R. Martin

Gelesen vom 23. April bis 07. Mai 2013

2 4,5-stündige Zugfahrten, und schon komme ich auf durchschnittliche 53 Seiten am Tag! Ich muss mich allerdings auch ranhalten, denn bei meiner 2013er-Reading-challenge hänge ich zurzeit ein Buch hinterher. Allerdings kam Montag Morganville Nr 14 raus, also spätestens nächste Woche bin ich wieder drin.
Ruhig aber mal zum eigentlichen Thema: A Game of Thrones. Ich bemerke einen beunruhigenden Trend was meine Bücherauswahl betrifft; ich habe auch dieses hier erst gelesen, nachdem ich die Verfilmung gesehen habe. Es wird höchste Zeit, mich mal wieder von den mainstream-Wälzern abzuwenden!
A Game of Thrones ist der erste Band der Buchreihe A Song of Ice and Fire, auf der auch die Fernsehserie Game of Thrones basiert, die seit 2011 auf dem amerikanischen Pay-TV Sender hbo ausgestrahlt wird und sich im Moment in der dritten Staffel befindet. Das erste Buch wurde schon 2001 veröffentlicht, also wie ihr seht: Ich springe etwas spät auf den Wagen auf. Nachdem ich aber von diversen Seiten bequasselt wurde, mir doch mal die Serie endlich anzuschauen (Dominik, Sahra und tumblr) bzw die Bücher doch jetzt endlich mal zu lesen (ebenfalls Dominik und Laura G) konnte ich mich dann irgendwann nicht mehr wehren. Und mal im Ernst, die Serie ist echt richtig gut! Klare Sache also dass die Bücher her mussten.

Jetzt aber genug der Einleitung; kommen wir zum Plot. Grob lässt die Handlung von A Song of Ice and Fire sich ziemlich leicht auf den Punkt bringen: Sieben noble Familien liefern sich einen (blutigen) Machtkampf um den Eisernen Thron der Sieben Königreiche des Kontinents Westeros. Dabei geht es hoch her und in jedem zweiten Kapitel stirbt eine Nebelrolle und in jedem dritten eine Hauptrolle – zumindest kommt es dem Leser so vor.

Den Inhalt detailliert aber kurz zusammenzufassen ist quasi unmöglich, also muss die lange Variante her. Überspring den Teil ruhig falls ihr nur an meiner Meinung interessiert seid!
Die Handlung von A Game of Thrones konzentriert sich größtenteils auf die Schicksale der einzelnen Mitglieder der Familie Stark, die Wächter des Nordens. Eddard „Ned“ Stark, das Familienoberhaupt, ist ein guter Freund des Königs Robert Baratheon, und als dessen rechte Hand Jon Arryn plötzlich stirbt holt Robert Ned zu sich in die Hauptstadt um die Position der Hand zu übernehmen. Ned bringt seine Töchter Sansa und Arya mit sich, denn Sansa soll Roberts Sohn Joffrey heiraten und Arya endlich zu einer anständigen jungen Dame erzogen werden. Kurz nach seiner Abreise bekommt seine Frau Catelyn einen Brief von ihrer Schwester Lyssa Arryn. Diese ist davon überzeugt, dass Roberts Frau und Königin, Cercei Lannister, und ihre Familie hinter Jon Arryn Tods stecken. Catelyn macht sich daraufhin auf den Weg hinter Ned her um ihn vor der möglichen Gefahr zu warnen, und ihr ältester Sohn Robb bleibt als Lord in Winterfell zurück, zusammen mit dem jüngeren Bran und dem dreijährigen Rikkon.
Zeitgleich macht sich Jon Snow, Ned Starks Bastard-Sohn, auf, um sich der Night’s Watch anzuschließen – eine uralten Bruderschaft deren Aufgabe es ist, die Sieben Königreiche vor Angriffen aus dem wilden Norden zu schützen. Zu diesem Zweck wurde vor ewigen Zeiten mal eine riesige Mauer aus Eis errichtet, und an dieser hält die Night’s Watch wache (quasi wie Hadrian’s Wall in GB, bloß das anstatt der Schotten übernatürliche Eis-Zombies hinter der Mauer lauern. Unter anderem.)
Der dritte Strang der Erzählung befasst sich mit Daenerys Targaryen, Tochter des vorherigen Königs Aerys Targaryen, der vom Zwillingsbruder der Königin, Jaime Lannister, ermordert wurde. Daenerys und ihr älterer Bruder und rechtmäßiger Thronfolger Viserys mussten daraufhin fliehen und halten sich seitdem im Exil auf, fest entschlossen eine Armee aufzubauen und die Sieben Königreiche zurückzuerobern. Zu diesem Zweck „verkauft“ Viserys seine Schwester an den Pferdelord Drogo, Khal (König) und Anführer des Nomadenvolks der Dothraki, in der Hoffnung mit deren Hilfe sein Ziel zu erreichen.

Das war jetzt quasi das erste Viertel des Buches (vermutlich nicht mal), also könnt ihr euch in etwa eine Vorstellung von dem extrem umfangreichen Plot machen. Die Geschichte wird aus insgesamt acht verschiedenen Blickrichtungen erzählt: Ned, Catelyn, Jon, Sansa, Bran, Arya, Daenerys und Tyrion Lannister, Bruder von Jaime und Cercei und ein Zwerg. Persönlich bin ich ja kein großer Fan mehrerer POV’s, denn meistens gibt es mindestens eine Storyline, die total langweilig und/oder uninteressant ist. A Game of Thrones ist das erste Buch wo mir die Aufteilung in gleich 8 unterschiedliche Erzähler tatsächlich gefallen hat. Vermutlich liegt das daran, dass die Starks die für den Gesamtverlauf der Geschichte interessanteste Storyline haben, Tyrion und Daenerys aber die besten Charaktere sind. Wobei, alle Charaktere sind durch die Bank klasse. Von jeder Sorte ist etwas dabei, und selbst die dreckigen Arschlöcher sind großartig geschrieben. Selbst den egoistischsten Fiesling kann ich irgendwie nicht hassen (außer Joffrey, der ist quasi Umbridge-Niveau).
Die Welt ist ebenfalls ziemlich gut konstruiert und extrem detailliert; sie steht Mittelerde hier eigentlich in nichts nach. Dank Karten am Anfang und spezifischer Beschreibungen kann man die Figuren auf ihren Reisen immer ziemlich genau verfolgen. Das ist ganz besonders von Vorteil wenn theoretische Kriegsplanung gemacht wird – und damit kommen wir zu einem Teil, der mir ganz besonders gut gefallen hat.
Richtig viele ernstzunehmende erwachsene Fantasy habe ich ja noch nicht gelesen wenn ich ehrlich bin. Damit meine ich jetzt Bücher, die nicht nur schöne Geschichten von Drachen und Zauberern erzählen, sondern hart an der Realität sind und machtpolitische Auseinandersetzungen, Allianzen und das Fädenziehen im Hintergrund im Vordergrund steht. Und genau das hat an Mists of Avalon gefallen und gefällt mir erneut an Game of Thrones. Jeder ist sich selbst der Nächste und auf seinen eigenen Vorteil bedacht; es wird verraten und verkauft was das Zeug hält und die ehrenhaften müssen dabei zusehen wie die Welt zugrunde geht – herrlich! Wie der Name schon sagt ist es ein Spiel – ein Spiel um den Thron, und spielst du das Spiel, dann gewinnst du oder du stirbst – es gibt nichts dazwischen.
Aber es geht nicht nur um die Macht, sondern auch um Familie, Liebe, Rache und Gerechtigkeit. Und wie wir an den Eis-Zombies ja schon sehen gibt es wie in jeder guten Fantasy-Welt auch ein übernatürliches Element. Abgesehen von den Zombies gibt es noch die Drachen, aber zu Magie an sich (und ob sie nun existiert) wird kein eindeutiges Statement abgelegt. Besonders verwirrend wird das dadurch, dass auch Religion eine wichtige Rolle spielt, und man nie so genau feststellen kann: War das jetzt Zauberei oder der Wille irgendeines Gottes? Aber das ist eine kleine Sache, und die verschiedenen eingebauten Religionen sind wirklich interessant und geben der Welt noch mehr Substanz. 

Um das ganze zusammenzufassen würde ich also sagen: Wer auf machtpolitische Spielereien steht und beim Lesen gerne nachdenkt sollte A Game of Thrones eine Chance geben – sowohl dem Buch als auch der Serie. Ich würde nicht mal sagen: Lest auf jeden Fall erst das Buch!, denn die Serie ist quasi 1:1 übersetzt (besser als der Hobbit, denn es kamen keine komischen weißen Orks dazu) und sowohl von der Szenerie und Machart als auch von der Geschichte ansprechend. Das Buch dagegen geht natürlich mehr ins Detail was Gedanken und Gefühle betrifft, aber das ist auch kein Wunder. Aber leichte Unterhaltung ist es auf keinen Fall, also Hirn ausschalten ist nicht drin. Wenn das aber nach dieser Review noch jemand erwartet hat dann würde ich vom Lesen oder Schauen von GoT echt abraten. Lasst euch auf keinen Fall von den vielen POV’s oder der massigen Auswahl an Charakteren abschrecken. Man braucht zwar einen Moment, bis man sich zu Recht gefunden hat, aber spätestens nach den ersten 400 Seiten kann man die meisten Namen zuordnen. Ebenfalls nicht abschrecken lassen sollte man sich von der Anzahl an Bänden in dieser Buchserie und die jeweilige Seitenanzahl (um die 800 sind es immer). Fahrt einfach dauernd Zug, dann habt ihr euch da schnell durchgeknabbert!