The Other Hand
Gelesen vom 05. April bis 19. Mai 2013
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Tage für ein 374-seitiges Buch? Meine Güte. Zu meiner Verteidigung muss
ich sagen dass es eins dieser Bücher war, die ich anfange, dann weglege
und zwischendurch ein anderes lese (hier A Game of Thrones).
Das Buch fiel mir zusammen mit The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out of the Window and Disappeared
während meines Hamburgaufenthaltes letzten Sommer in die Hände.
Unglücklicher Weise konnte es ebenso wie der Hunderjährige den
Erwartungen nicht standhalten.
Das Cover gibt keine
Auskunft über den Inhalt abgesehen von folgenden Sätzen: „We don't want
to tell you what happens in this book. It is a truly special story and
we don't want to spoil it. Nevertheless, you need to know enough to buy
it so we will just say this: This is the story of two women. Their lives
collide one fateful day, and one of them has to make a terrible choice.
Two years later, they meet again -- the story starts there! Once you
have read it, you'll want to tell your friends about it. When you do,
please don't tell them what happens either. The magic is in how it
unfolds.“ Also quasi: Zwei Frauen verbindet eine schicksalhafte
Begegnung die ihre Leben verändert, und eine muss eine schreckliche
Entscheidung treffen. Zwei Jahre später treffen sie sich wieder, und
hier beginnt die Geschichte. Du wirst allen von diesem Buch erzählen
wollen. Gibt ja irgendwie nicht so viel her zum Inhalt, aber hatte mich
neugierig gemacht. Der Klappentext sagt: Erzählt euren Freunden nicht,
worum es geht, um die Magie zu erhalten. Ich werde das mal dreist
ignorieren und euch ganz genau erzählen, worum es geht, damit ihr nicht
wie ich voll freudiger Erwartung das Buch kauft und dann enttäuscht
werdet.
Es geht um zwei Frauen, soviel ist ja klar.
Eine davon, Sarah, ist eine relativ erfolgreiche, britische Businessfrau
mit Ehemann und Affäre, und die andere, Little Bee, ein afrikanische
Jugendliche auf der Flucht vor denen, die ihr Dorf auf der Suche nach Öl
niedergebrannt haben. Während einem Urlaub treffen sie sich in Nigeria
am Strand, die Frau rettet das Leben des Mädchens, und von da an geht
die Geschichte quasi los.
Wenn ich ehrlich bin: Hätte
ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch nicht gekauft. Es klingt wie
etwas, was man in der Schule lesen muss, und es fühlte sich auch so an.
Die beiden Erzählstimmen der Charaktere wurden zwar jeweils gut
getroffen, aber irgendwie kam bei mir keine richtige Stimmung auf. Ich
konnte weder mit Sarah noch mit Little Bee so richtig mitfühlen; alles
ist irgendwie runter erzählt und selbst die richtig dramatischen Stellen
– ja, die gibt es – sind irgendwie…gefühllos. Es wirkt wie eine weitere
Story die uns die Augen darüber öffnen soll, wie schlecht es Leuten in
Afrika geht und wie unbefriedigend Erfolg doch ist. Ist ja schön und
gut, wir wissen alle, dass die Ölindustrie voll von skrupellosen
Verbrechern ist, die vor nichts zurückschrecken. Wir wissen alle, dass
Erfolg alleine nicht glücklich macht. Ja, die beiden treffen sich und
helfen sich gegenseitig. Nein, es rührt einen nicht zu Tränen oder
bringt eine großartige Lehre fürs Leben rüber.
Das
Buch hatte großes Potential, gerade durch dieses mysteriöse Drumherum,
aber meiner Meinung nach hat es viel davon verschenkt. Ich war
enttäuscht und habe es bloß nicht weggelegt weil ich sowas ungern mache,
und immerhin waren es nur 374 Seiten.
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