Montag, 20. Mai 2013

The Other Hand - Chris Cleave

The Other Hand
Gelesen vom 05. April bis 19. Mai 2013

44 Tage für ein 374-seitiges Buch? Meine Güte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen dass es eins dieser Bücher war, die ich anfange, dann weglege und zwischendurch ein anderes lese (hier A Game of Thrones).

Das Buch fiel mir zusammen mit The Hundred-Year-Old Man Who Climbed Out of the Window and Disappeared während meines Hamburgaufenthaltes letzten Sommer in die Hände. Unglücklicher Weise konnte es ebenso wie der Hunderjährige den Erwartungen nicht standhalten.

Das Cover gibt keine Auskunft über den Inhalt abgesehen von folgenden Sätzen: „We don't want to tell you what happens in this book. It is a truly special story and we don't want to spoil it. Nevertheless, you need to know enough to buy it so we will just say this: This is the story of two women. Their lives collide one fateful day, and one of them has to make a terrible choice. Two years later, they meet again -- the story starts there! Once you have read it, you'll want to tell your friends about it. When you do, please don't tell them what happens either. The magic is in how it unfolds.“ Also quasi: Zwei Frauen verbindet eine schicksalhafte Begegnung die ihre Leben verändert, und eine muss eine schreckliche Entscheidung treffen. Zwei Jahre später treffen sie sich wieder, und hier beginnt die Geschichte. Du wirst allen von diesem Buch erzählen wollen. Gibt ja irgendwie nicht so viel her zum Inhalt, aber hatte mich neugierig gemacht. Der Klappentext sagt: Erzählt euren Freunden nicht, worum es geht, um die Magie zu erhalten. Ich werde das mal dreist ignorieren und euch ganz genau erzählen, worum es geht, damit ihr nicht wie ich voll freudiger Erwartung das Buch kauft und dann enttäuscht werdet.

Es geht um zwei Frauen, soviel ist ja klar. Eine davon, Sarah, ist eine relativ erfolgreiche, britische Businessfrau mit Ehemann und Affäre, und die andere, Little Bee, ein afrikanische Jugendliche auf der Flucht vor denen, die ihr Dorf auf der Suche nach Öl niedergebrannt haben. Während einem Urlaub treffen sie sich in Nigeria am Strand, die Frau rettet das Leben des Mädchens, und von da an geht die Geschichte quasi los.

Wenn ich ehrlich bin: Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch nicht gekauft. Es klingt wie etwas, was man in der Schule lesen muss, und es fühlte sich auch so an. Die beiden Erzählstimmen der Charaktere wurden zwar jeweils gut getroffen, aber irgendwie kam bei mir keine richtige Stimmung auf. Ich konnte weder mit Sarah noch mit Little Bee so richtig mitfühlen; alles ist irgendwie runter erzählt und selbst die richtig dramatischen Stellen – ja, die gibt es – sind irgendwie…gefühllos. Es wirkt wie eine weitere Story die uns die Augen darüber öffnen soll, wie schlecht es Leuten in Afrika geht und wie unbefriedigend Erfolg doch ist. Ist ja schön und gut, wir wissen alle, dass die Ölindustrie voll von skrupellosen Verbrechern ist, die vor nichts zurückschrecken. Wir wissen alle, dass Erfolg alleine nicht glücklich macht. Ja, die beiden treffen sich und helfen sich gegenseitig. Nein, es rührt einen nicht zu Tränen oder bringt eine großartige Lehre fürs Leben rüber.

Das Buch hatte großes Potential, gerade durch dieses mysteriöse Drumherum, aber meiner Meinung nach hat es viel davon verschenkt. Ich war enttäuscht und habe es bloß nicht weggelegt weil ich sowas ungern mache, und immerhin waren es nur 374 Seiten.

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