Samstag, 22. Juni 2013

Man of Steel

Man of Steel (2013)
Gesehen am 21. Juni 2013 im Kino

Nachdem Marvel ja mit seiner "Phase 1" ziemlich ordentlich vorgelegt hat wird es für DC höchste Zeit, nachzuziehen. Die Dark Knight Trilogie ist ohne Frage ein Meisterwerk, steht aber (wie immer und immer wieder von Nolan und Bale bestätigt) unabhängig. DC ist aber gerade nach dem Erfolg von The Avengers letztes Jahr eindeutig im Zugzwang, und ein Justice League Movie ist ja auch für 2015 angesetzt (genauso wie übrigens auch Avengers 2 - das wird ein wundervolles face-off!). So eine Gruppengeschichte braucht natürlich ordentliche Vorbereitung, denn man muss ja die Grundlage für das jeweilige Universum setzten und etwaige tiefgründige Origin-Stories erzählen.

Stichwort für den ersten Vorbereiter: Man of Steel. Ich weiß nicht, inwiefern man die Dark Trilogie zählen darf, denn Bale wird beim JL-Movie ja definitiv nicht dabei sein (x). Die Review wird einige Spoiler haben, aber die sind dann wieder in anderer Farbe und nur durch markieren sichtbar.

Superman, Clark Kent oder Kal-El, welchen Namen auch immer man verwenden möchte, ist alles andere als meine Lieblingsfigur. Er hat bei mir so ein bisschen den Status von Captain America - hübscher Kerl, Idealist, moralisch, langweilig. Irgendwie einfach zu gut, oder sagen wir perfekt; keine ordentlichen Charakterschwächen oder mysteriöse Seiten. Das ist natürlich allerdings 100% subjektiv und auch keine richtige Kritik an dem Film, sondern sollte euch bloß verdeutlichen, dass meine Erwartungen an den Film alles andere als hoch waren. Aber ich möchte mich nicht schon zu Anfang festquasseln; konzentrieren wir uns erst mal auf den Plot.

Wir eröffnen den Film auf Supermans Heimatplaneten Krypton und lernen, dass dieser kurz vor der Zerstörung steht. Supermans Daddy, Russell Crowe, versucht den Ältestenrat davon zu überzeugen, ihm die Evakuierung und Sicherung der Rasse zu überlassen, wird dabei aber ziemlich gewalttätig und abrupt von seinem früheren Kumpel und Militärleiter General Zod unterbrochen, der einen anderen Plan hat. Russell Crowe hintergeht dann alle neuen Anweisungen, stiehlt den Kodex und schickt seinen neugeborenen Sohn damit in einer Raumkapsel auf den Planeten Erde, bevor er und seine Frau zusammen mit dem Planeten zugrunde gehen. Anschließend sieht man den mittlerweile erwachsenen Clark Kent auf einem Fischerboot wie er Leute von einer explodierenden Bohrinsel rettet. Mit Hilfe diverser Rückblenden bekommen wir erzählt, wie schwer er es hatte, mit seinen speziellen Gaben aufzuwachsen und dass ihm eingebläut wurde, diese auf alle Fällt geheim zu halten, da die Welt noch nicht so weit sei. Er reist dann etwas ziellos herum und stolpert in einer Bar in Kanada über ein paar Militärs, die sich über einen außergewöhnlichen und möglicherweise außerirdischen Fund irgendwo in Alaska oder sonst wo mit viel Schnee und Eis unterhalten. Clark macht sich dorthin natürlich sofort unterwegs.
An der Fundstelle taucht die Reporterin Lois Lane auf, die für die Zeitung Daily Planet einen Bericht schreiben möchte. Natürlich hält sie sich, wie es sich für eine Journalistin gehört, nicht an die Regeln und schnüffelt nachts herum. Dabei folgt sie Clark und gelangt so zu dem Fund: Ein Raumschiff! Dort wird sie von merkwürdiger Krypton-Technologie angegriffen und Clark muss sie retten. Er haut daraufhin mit dem Raumschiff ab und findet alles Notwendige über seine Herkunft heraus.
Lois gibt sich aber nicht zufrieden damit, in einem Raumschiff von einem gut aussehen Fremden gerettet zu werden und stellt Nachforschungen an. Sie findet ihn auch, und die beiden haben sofort eine Verbindung - wie romantisch! Zeit, dieser auf den Grund zu gehen bleibt allerdings nicht, denn ein Ufo bedroht plötzlich den Planeten und fordert die Herausgabe von Kal-El - Clark Kent! Überraschung: Es ist General Zod, und er ist nicht tot. Stattdessen will er Krypton zurückbringen - am liebsten auf die Erde! Clark muss nun eine Entscheidung treffen - für sein Volk oder für die Menschen? Wie wird er sich entscheiden? Dramatischer Trommelwirbel

Ich hatte keine großen Erwartungen, und diese wurden alles andere als übertroffen. Wer schon auf meinem mp-Profil war hat gesehen, dass ich dem Film 6,5 Punkt gegeben habe; nicht unbedingt herausragend. Mit 143 Minuten Laufzeit ist er eine gute Viertelstunde länger als der durchschnittliche Superheldenfilm, kommt allerdings nicht ganz an DK ran (TDKR mit 160 Minuten ist auch echt hart!) Im Gegensatz zu den meisten seiner Gattung zieht sich die Handlung aber leider wie Kaugummi. Abgesehen von der Anfangssequenz auf Krypton kommt im ersten Teil keine Fahrt auf, und der zweite Teil besteht zu 90% aus Kampfszenen mit maximal (sinnloser) Zerstörung. Stimmung kommt sowieso leider während des gesamten Films keine ordentliche auf. Keiner der Schauspieler schafft es leider eine Performance hinzulegen, die einen so richtig in den Bann zieht. Sei es jetzt Henry Cavill, der zwar optisch eine ausgezeichnete Wahl für den Kryptonier, wirkt aber während des ganzen Filmes irgendwie ein wenig...emotionslos? Ich weiß nicht so recht. Amy Adams ist zwar eine super Schauspielerin und gibt sich eindeutig Mühe, aber leider ist sie einfach zu süß für die Rolle. In Verwünscht oder Die Muppets war sie großartig, aber als knallharte Reporterin? Mmmh. Und Michael Shannons General Zod wirkte alles andere als furchteinflößend und erinnerte mich stark an Nero, den Bösewicht in der 2009-Version von Star Trek. Diverse Nebencharaktere bekamen entweder nicht genügend Screentime (Kevin Costner als Jonathan Kent zum Beispiel, total verschenkt!) oder waren bemerkenswert unauffällig.

Durch die relativ lange Einführungsszene auf Krypton bekam man einen detaillierten Eindruck von Supermans Wurzeln, was wirklich interessant war. Problematisch war es allerdings insofern, dass die Fokussierung dadurch zu sehr auf Superman als Kal-El, der Kryptonier, und nicht genug auf Clark Kent, dem "Menschen", lag. Von seinen Adoptiveltern an kurzer Leine gehalten und von seinen Klassenkameraden gemieden und geschnitten fragt man sich zwangsläufig, SPOILER warum Superman sich  für die Rettung der Erde entscheidet und nicht für ein neues Krypton, wo er kein Außenseiter und Freak wäre.

Jetzt habe ich ja bereits erwähnt, dass der Film gerade in der zweiten Hälfte durch extreme, actiongeladene Kampfszenen glänzt. Wenn ich sage glänzt, dann meine ich damit allerdings nichts Positives. Es wirkt zuweilen so als hätte Regisseur Zack Snyder einfach so viel CGI-Effekte wie nur irgend möglich rein gequetscht, und leider waren diese nicht mal sonderlich originell. Ich hätte mal Strichliste führen sollen, wie oft Superman im Kampf mit irgendwem unnötiger Weise durch ein Gebäude fliegt und es dabei komplett in Schutt und Asche legt. Okay, bei einer Alieninvasion geht immer einiges kaputt, aber die Zerstörung war hier einfach viel, viel, viel zu übertrieben und - wie bereits gesagt - fast ausschließlich unnötig. Es war am Ende quasi fast nichts mehr von der Erde da, das es sich zu retten lohnen würde.
Und zum Thema Originalität: Die Angriffsmasken von General Zod & co sahen aus wie typische Aliens, schon x mal gesehen, der Roboter-Typ am Ende, der sich mit Zods Tussi rumtreibt erinnert mich total an den Destroyer in Thor, Zods Raumschiff sieht aus wie eine Billigversion des Schiffs der Romulaner in Star Trek, diese Maschine mit der sie die Erde umwandeln wollen ähnelt ebenfalls dem Bohrer aus Star Trek und an einer Stelle kämpft Superman EINDEUTIG in der Grand Central Station in New York. Das wäre ja keine große Sache, aber sollten die nicht eigentlich in Metropolis sein?

Der nächste Kritikpunkt beinhaltet einen Spoiler zum Ende, also Vorsicht! Nachdem Superman und Zod eine gefühlte Stunde im Zweikampf verbracht haben bricht er ihm einfach das Genick? Zu einfach und irgendwie zu unspektakulär wenn ihr mich fragt.

Eine letzte Kritik habe ich noch, wenn ihr noch dabei seid, und das ist ein Punkt der mich ehrlich geärgert hat: Die Darstellung der weiblichen Charaktere, allen voran Lois Lane.
Jaja, das hier ein typischer Superheldenfilm ist, in dem der Mann der Boss ist und die arme Frau retten muss. Okay, so war es schon immer und es funktioniert ja auch. Richtig? Falsch. Das muss Heutzutage absolut gar nicht mehr sein! Man denke nur mal an Pepper Potts, Peggy Carter, Jane Foster, Natasha Romanoff oder die Lady Sif - alle diese Frauen sind entweder ihres Zeichens eigene Helden und Krieger, oder wenigstens starke, unabhängige Frauen die selbst Dinge auf die Reihe bekommen.
Die Frauen in Man of Steel dagegen... fangen wir an mit Supermans leiblicher Mutter. Alles klar, sie schickt ihren Sohn weg um ihr Volk zu retten. Fair enough, ihr Charakter dient sonst keinem weiteren Zweck und wird verworfen. Russel Crowe dagegen kommt ständig als Geist zurück und leitet seinen Sohn an.
Dann Martha Kent. Sie hat eine schöne Szene in einer Rückblende, allerdings treibt sie den Plot ansonsten auch nicht voran.
Lois Lane fängt an als unabhängige, starke Reporterin. Als die Story dann aber so richtig losgeht muss sie auch nur ständig von Superman gerettet werden; trägt zur Flucht vom Schiff der Feinde auch nur bei weil Russell Crowe es ihr alles erklärt hat und SPOILER schafft es dann nicht mal, dieses komische Stiftchen in die Kapsel zu stecken?! Nein, der alte Forschertyp muss es machen, indem er das Teil etwas zu Recht rückt. Also da kann mir doch keiner erzählen, dass eine eigentlich kompetente Frau das nicht alleine hinbekommen hätte.
Und eine letzte Dame noch: Ganz am Ende (ist kein Spoiler, jedenfalls kein relevanter) trifft Superman den Militärvorsitzenden in der Wüste und die beiden haben eine kurze Konversation. Der Militär hat eine weibliche Offizierin dabei, und man denkt, hofft, sie hat etwas Wichtiges zu sagen oder erfüllt einen sinnvollen Zweck. Aber nein, alles was sie sagen darf ist: "I think he's kinda hot". Wundervoll. Reduziert bloß alle Frauen darauf dass sie Superman heiß finden und sich von ihm retten lassen müssen. Gott bewahre es gibt mal eine selbstständige Frau!

Abschließend muss ich leider sagen, dass der Film meine schlechten Erwartungen erfüllt hat und darüber hinaus noch enttäuschend war. Er konnte mich vom Charakter Superman nicht überzeugen und erweckt keinerlei Vorfreude auf den kommenden Justice League Film.


Freitag, 21. Juni 2013

Neue-Serien-Update #2

Natürlich ist es nicht bei den fünf Serien aus dem letzten Post geblieben, und die eine oder andere Pilotfolge hatte ich auch schon gesehen und bloß nicht in den anderen integriert um euch nicht zu erschlagen. Anyway, hier sind ein paar mehr "Empfehlungen" meinerseits.

Vicious (2013)
- Pilotfolge gesehen -
Fangen wir mit einer Sitcom an! Himym hat ja schon seit 4 Staffeln extrem nachgelassen und TBBT rutscht auch schon etwas, also muss Ersatz her. Und was habe ich da gefunden, uiuiui. Eine wahre Goldgrube. Vicious ist eine britische Produktion und handelt von einem alten schwulen Pärchen, Freddie und Stuart, das schon seit fast 50 Jahren gemeinsam in einer kleinen Wohnung im Londoner Stadtteil Covent Garden lebt. Die beiden haben eine herrliche Hass-Liebe und zicken sich ständig nur an, mit Unterstützung ihrer Freundin Violet, und ihre Routine wird etwas aus den Fugen gebracht durch den Einzug eines neuen (heißen) Nachbarn, Ash (Ramsay Snow von got). Aber das beste an der Serie ist die Besetzung: SIR IAN MCKELLEN, GUYS!!! Wie kann man das nicht sehen wollen, allein schon wegen ihm?!
Großartiger (selbstverständlich) britischer Humor und eine Sitcom wie sie im Buche steht, völlig überzogen und mit exakt platzierten Witzen und Lachpausen. Unbedingt zu empfehlen!

Vikings (2013)
- Pilotfolge gesehen -
Vikings ist eine Action/Drama/Historisches Kriegs-Ding. Die Machart ist ähnlich wie Game of Thrones, bloß weniger nackte Leute und Sexposition (das ist übrigens ein echter Begriff der ein bestimmtes Utensil/Mittel beim Film/Serien machen beschreibt, siehe wikipedia), und ebenWikinger als Protagonisten. Die Serie dreht sich um Ragnar Lothbrok, einen Wikinger wie er im Buche steht, und seinen Aufstieg zum Boss der Wikinger. Quasi.
An der wischi-waschi Beschreibung hat man sicher schon bemerkt, dass ich nicht so begeistert von der Serie war. Irgendwie wollte es einfach nicht so richtig an mich ran; es kam keine Stimmung beim Schauen auf. Die Kanadische Serie ist vom History Channel produziert und basiert lose auf realen Geschehnissen, wirkt aber weder wie eine historische Doku, noch wie eine richtige Serie, und irgendwie erschien mir alles insgesamt etwas undurchsichtig.
Ich würde aber dennoch nicht davon abraten, denn meine Meinung ist ja alles andere als Gold wert!

Hannibal (2013)
- Pilotfolge gesehen -
Oooh, eine kontroverse Serie, hurra! Hier geht es nicht um den Typen, der mit Elefanten die Alpen überquert hat, sondern den Kannibalen. Ich weiß, eine Serie über einen Kannibalen? Ich sage ja, kontrovers. Sie basiert auf Red Dragon von Thomas Harris und wird (hauptsächlich) aus der Perspektive des FBI-Profilers Will Graham erzählt, der die Hilfe des Psychiaters Hannibal Lecter aufsucht. Will Graham ist nämlich außerordentlich empathisch und kann sich deswegen in den Kopf eines Serienkillers hineinversetzen und Verbrechen quasi exakt nachvollziehen. Das spielt natürlich der Psyche des armen Kerl übel mit, und unter Leute geht er deswegen auch eher selten.
Ohne jetzt makaber klingen zu wollen: Die Serie ist visuell sehr ansprechend und hat diverse großartige Shots. Diese Shots sind zwar meistens Leichen(teile), die nahezu künstlerisch drapiert wurden, aber auch großartige Aufnahmen von kreativ zubereitetem Essen (das ist eben auch Menschenfleisch). Man darf auf keinen Fall einen schwachen Magen haben, und ich kann vollkommen verstehen wenn die ganze Beschreibung euch jetzt absolut abgeschreckt hat. Falls nicht solltet ihr die Serie aber durchaus mal ausprobieren! Herrlich psycho, manipulativ und ernst, und ich bin überzeugt davon dass es kein Happy End geben wird.

Teen Wolf (2011)
- Staffel 1 gesehen -
MTV macht Serien? War mir neu. Also abgesehen von Next, My Super Sweet Sixteen und so nem Quatsch. Ich sage direkt am Anfang: Teen Wolf ist keine gute Serie! Es ist quasi Vampire Diaries, bloß mit Wölfen, und ich würde es als "guilty pleasure" einstufen.
Lose basierend auf dem amerikanischen Film aus 1985 erzählt die Serie die Geschichte des Teenagers Scott McCall, der von einem Werwolf angefallen und gebissen wird. Er verwandelt sich daraufhin natürlich selbst und muss sich dann mit seinen neuen Kräften rumschlagen. Wie jede typische Teenagerserie ist er natürlich ein Nerd und Außenseiter (und sieht dafür unrealistisch gut aus, ebenfalls normal), verliebt sich in das Mädchen, dass neu auf die Schule kommt und fängt etwas mit ihr an nur um dann herauszufinden - oh Schreck! - ihre Familie ist seit Generationen auf die Werwolfjagd spezialisiert! Immer dabei ist sein trotteliger bester Freund (der beste Charakter übrigens, denn er ist realistisch trotz überzogener Persönlichkeit), der Fahrdienste übernehmen darf (typisch), recherchiert (typisch) und Kontakte zur Polizei hat und Dank seines Sheriff-Dads sofort an allerlei Informationen kommt (irgendwie ebenfalls typisch). Dann gibts noch den grummeligen Mentor mit schwieriger Vergangenheit, der als mysteriöser und cooler Typ mit Lederjacke rumläuft und immer den Eindruck erweckt, als wäre er was besseres; ebenfalls nichts neues.
Der Plot ist 100% vorhersehbar und die Serie weder hervorragend durch schauspielerische Leistungen, noch durch visuelle Effekte oder eindrucksvolles CGI (wobei die Verwandlungen jedes Mal erstaunlich gut gemacht sind, gerade im Vergleich zu anderen Filmen/Serien die zur Zeit auf dem Markt sind), und großartige Tiefe gibts auch nicht. Aber es ist nett für zwischendurch, und wie schon gesagt: Guilty Pleasure.
(Außerdem haben sie Staffeln nur jeweils 12 Folgen, weshalb der Plot relativ schnell voranschreitet und sinnlose Füller-Folgen quasi nicht vorhanden sind.)

Dienstag, 18. Juni 2013

Neue-Serien-Update

Im Moment ist ja dank den Sommermonaten ziemliche Flaute was Serien betrifft - Game of Thrones ging jetzt letzte Woche auch zu Ende und schließt sich damit sämtlichen anderen amerikanischen und/oder britischen Serien an, die ich so wöchentlich verfolge. Was also tun? Eifrig neue suchen. Hier also mal eine Zusammenfassung von allerlei Serien, von denen ich in letzter Zeit (mindestens) die erste Folge gesehen habe, und meine Meinung dazu.

Elementary  (2012) 
- Pilotfolge gesehen. -
Elementary ist eine amerikanische Crime Serie die sich um die Figur Sherlock Holmes dreht weil die BBC ja neulich ne gute produziert hat und die Amis das nicht auf sich sitzen lassen konnten. Der berühmte Detektiv ist nach New York umgezogen und leidet unter Entzug, weshalb ihm eine Helferin zugeteilt wird, die bei ihm einzieht und ihn quasi 24/7 überwacht - Dr Watson. Nein, ich hab mich nicht verschrieben, Dr Watson ist ne Frau.
Als Holmes-Fan und Anhänger der BBC-Version war ich selbstverständlich äußerst skeptisch, besonders wenn man die Guy-Ritchi-Filme mit RDJ und Jude Law bedenkt. Begeistern tun mich Crime Serien ohnehin nicht, mit Ausnahme von Castle, aber ich habe von vielen Seiten (tumblr) gehört, dass die Serie besser ist als erwartet. Außerdem: Ein(e?) weibliche(r?) Watson, gespielt von Lucy Liu?! Interessant!
Leider hat die Serie mich nicht besonders überzeugt. Natürlich kann man nach nur einer Folge nicht sagen, ob die Serie nicht vielleicht besser wird, aber es fehlt mir einfach das gewisse Etwas, was Holmes ausmacht. Dr Watson als Frau finde ich super, hey, Feminismus und so weiter - top! Ich mag zwar Lucy Liu so gar nicht, aber das ist ja was persönliches und ihr seht das vermutlich anders. Die Änderung der Location nach new York allerdings... ich weiß ja auch nicht. Das ganze britische geht da durch verloren. Jetzt ist es einfach eine stereotypische amerikanische Crime Serie mit einem Ermittlerteam an dessen Kopf ein Mann und eine Freu stehen, und davon gibts weiß Gott genug. Wie sehr kann man eine Geschichte verändern, bevor sie zu etwas ganz anderem wird und ihre eigentliche Identität verliert? Beispiele für moderne Figuren die auf Sherlock Holmes basieren aber so sehr verändert wurden dass sie eben nunmal nicht mehr der originale Holmes sind gibt es wie Sand am Meer - führen wir nur mal Dr House an. Funktioniert großartig.
Für Crime-Liebhaber ist die Serie sicher gutes Futter, aber mir persönlich hat sie nicht gefallen.

Grimm (2011)
- Pilotfolge gesehen -
Okay, die ist jetzt nicht wirklich "neu", aber ich habe sie neu entdeckt. Es geht, wie der Name schon vermuten lässt, um Märchen. Die sind ja im Moment wieder ziemlich heiß, schauen wir uns nur mal den Erfolg von Once Upon A Time an. Grimm ist allerdings neben Fantasy primär auch Crime, denn unser Protagonist ist Ermittler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten - er kann übernatürliche Wesen wahrnehmen wo andere nur normale Menschen sehen. Er löst also dann die Fälle, in denen der Mörder zum Beispiel wirklich ein großer böser Wolf war.
Ich muss mich nicht wiederholen was meine Einstellung zu Crime betrifft. Die Serie hat mich spontan allerdings mehr angesprochen als Elementary, und wenn mir schrecklich langweilig ist werde ich mir vielleicht auch nochmal ein paar mehr Folgen ansehen, wer weiß. Es hat eine ordentliche Mischung aus "normaler" Mistery und übernatürlichen Sachen, und ist dabei eine völlig solide amerikanische Ermittlerserie.

The White Queen (2013)
- Pilotfolge gesehen -
Nummer drei auf der Liste ist eine britische Produktion mit historischen Thema - der englische "Rosenkrieg", den Thronfolgekrieg zwischen den Häusern York und Lancaster im 15. Jhd. Erzählt (zum großen Teil?) aus der Perspektive von Elizabeth, der späteren Frau von König Edward und damit Königin von England (nein, nicht die Elizabeth, die heißen alle so) beginnt die Geschichte mit der Begegnung der beiden und ihrer Hochzeit.
Die Serie basiert auf einem historischen Roman und ist deswegen nicht 100%  akkurat, aber das ist "Die Tudors" auch nicht und trotzdem lernt man da den einen oder anderen Namen und Zusammenhang, also dafür einen Pluspunkt. Die Aufmachung und die visuellen Effekte waren gut, ansonsten war die erste Folge wenig spektakulär; die Schauspieler nicht gerade Umwerfend und der Plot auch etwas flach und hastig - Ellizabeth und Edward haben sich einmal getroffen, dann kommt er bei ihrem Haus vorbei und lädt sie zu sich in den Wald ein, dann vergewaltigt er sie fast und drei Tage später heiraten sie weil sie beide so unsterblich verliebt sind - hä? Aber scheinbar ist das ja für historische Geschichten normal - mal abwarten. Ich werde die Serie verfolgen, also erwartet Updates.

Da Vinci's Demons (2013)
- Pilotfolge halb gesehen -
Also okay, ich hab die Folge angemacht ohne zu wissen, was mich erwartet und hab nebenbei mit Lisa geskyped, deswegen war meine Aufmerksamkeit von Anfang an nicht voll dabei.
Es geht um den jungen Leonardo Da Vinci und sein Leben im Florenz der Renaissance, wo der Denker, Erfinder und Freigeist sich mit den (gesellschaftlichen) Fesseln seiner Zeit auseinandersetzen muss, der er bekanntlich um Weiten voraus ist.
Hat mich leider so gar nicht angesprochen. Der Leonardo-Schauspieler war mir irgendwie zu...keine Ahnung, cool? Schwer zu sagen. Irgendwie hat die Folge es nicht geschafft, meine Aufmerksamkeit zu fangen und zu halten. Die Absicht verschiedener Plotstränge und deren Wichtigkeit war ein wenig zu undurchsichtig, und das CGI war ne komplette Katastrophe - und ich bin an low-budget-Serien gewöhnt; sei es jetzt der Drache bei Merlin oder diverse Urzeitkreaturen in Primeval! Digital Map-Paintings waren entsetzlich. Aber eine Szene hat mir richtig gut gefallen: Man sieht Leonardo, wie er auf einem Markt ein paar Vögel kauft um sie dann frei zu lassen und beim Fliegen zu beobachten. Die Aufnahme der fliegenden Vögel wird dabei zu slow-motion und der Vogel wandelt sich zu einer Skizze und wieder zurück, um den Arbeitsprozess Leonardo's zu verdeutlichen. Gut gemacht, aber eine gute Szene reicht mir leider nicht aus.

Dates (2013)
- Folge 1-3 gesehen -
Dates ist eine pseudo-reality-TV-Serie (?), keine Ahnung wie ich das sonst nennen soll, des britischen Senders Channel 4. Im Gegensatz zu den anderen 4 Serien aufgeführt sind die Folgen hier in Sitcomlänge, und so wirkt die Serie auch; es fehlt allerdings der typische Witz und das lachende Publikum. Dates folgt verschiedenen Menschen unterscheidlichen Alters, Standes und Absichten, die (miteinander) auf Blind Dates gehen.
Ich habe keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin, das anzuschauen vermutlich wegen Katie McGrath, denn normalerweise ist das ja so gar nicht mein Milieu. Die Machart erwaeckt wirklich den Eindruck, als würde man normale Menschen bei ihren Dates beobachten, aber ohne diese nervigen Reality-TV Einblendungen, bei denen die Menschen dann irgendwo sitzen und ihre Meinung zu der jeweiligen Situation geben. Es ist ganz interessant, denn es wirkt relativ echt, aber ich habe keine Ahnung wie ich euch das sonst verkaufen soll. Wenn mir jemand sonst davon erzählen würde würde ich vermutlich auch skeptisch die Augenbraue nach oben ziehen auch wenn ich das nicht kann.

Samstag, 15. Juni 2013

The Graveyard Book - Neil Gaiman

The Graveyard Book
Gelesen vom 11. Juni 2013 bis 14. Juni 2013

Wisst ihr noch, wie ich vor einiger Zeit angekündigt habe, mehr Bücher von Neil Gaiman zu lesen? Genau.

The Graveyard Book ist ein wundervolles Buch! Offensichtlich beeinflusst vom Klassiker "Das Junglebuch" handelt es von einem kleinen Jungen, dessen Familie heimtückisch ermordet wurde und der sich seitdem auf einem Friedhof versteckt und von Geistern großgezogen wird. Ich weiß, herrlich makaber!

Für mich persönlich haben ja solche Geschichten einen ganz besonderen Charme. Tim Burton ist ja vorne mit dabei wenn es darum geht, makabere Geschichten auf eine nicht nur normale, sondern vielmehr fröhlich, kindliche oder liebenswerte Art und Weise zu erzählen. Ich führe da nur mal Corpse Bride an: Ein Typ heiratet aus Versehen eine Leiche? Sicher.
Neil Gaiman fährt die gleiche Schiene; seiner Feder verdanken wir zum Beispiel auch Coraline. Es bedarf eines besonderen Talentes, derartig gespenstische und teilweise gruselige Geschichten so zu erzählen, als wäre es das Normalste auf der Welt.

The Graveyard Book handelt von Nobody Owens, zu Beginn der Geschichte noch ein Baby, dessen Familie von dem Mann Jack ermordet wird. Warum weiß man (noch) nicht, und Nobody nutzt die Chance der offenen Eingangstür um aus dem Haus zu schlüpfen, den Berg hinauf zu krabbeln und den Friedhof zu erkunden. Dort nehmen sich die lokalen Geister dann seiner an, und Mr und Owens adoptieren das namenlose Baby. Nobody wächst daraufhin unter (Un)Toten auf, lernt alles erdenkliche über Geschichte, Manieren und wie man sich unsichtbar macht. Auch ansonsten erlebt er allerlei Abenteuer mit Ghoulen, Hexen, Werwölfen und der echten Welt - denn die gibt es ja trotz allem auch noch.

Spontan habe ich gedacht: Das ist ein Buch, was ich gerne meinen Kindern vorlesen möchte! Es ist eine schöne Geschichte, eine Geschichte um einen kindlichen Protagonisten die trotzdem ernst sein kann und nur ein bedingtes Happy End hat - und genau darin liegt der Realismus. Die Geschichte an sich ist selbstverständlich phantastisch und völlig absurd, aber es ist eine der wenigen "Kindergeschichten" die man ernst nehmen kann. Es ist ein Märchen, aber ein glaubwürdiges Märchen, auch wenn es im Vergleich zu manchen Grimm-Geschichten natürlich in einer ganz und gar irrealitischen Welt spielt.
An keiner Stelle wird irgendwie versucht, die Unglaublichkeit zu erklären - warum gibt es Geister, wie funktioniert die Tür zur Welt der Ghoule, was genau ist eigentlich Bod's Vormund Silas - und das ist auch nicht nötig. Denn darin ist es Kindergeschichte: Es stellt nichts in Frage sondern nimmt es einfach hin. Für Bod ist das eben normal, und wir Leser sehen die Welt durch seine Augen.

Es mag vielleicht ein Kinderbuch sein, aber es ist trotzdem nicht nur auf Kinder ausgelegt, und es hinterlässt ein mollig, fröhliches und insgesamt einfach schönes Gefühl.

The Eye of the World - Robert Jordan

The Eye of the World
Gelesen vom 26. Mai 2013 bis ...

Nein, das ist kein Fehler. Ich bin theoretisch immer noch daran, es zu lesen. Das rede ich mir wenigstens ein, denn sehen wirs mal ehrlich: Ich habe aufgegeben. Das mache ich ungern, aber wenn mir ein Buch eben so gar keinen Spaß macht...mmh.

Aber fangen wir vorne an! Ich ging einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nach: Durch die Fantasy-Abteilung bei Foyles spazieren und Bücher aussuchen. Zugelegt habe ich mir den 800-seitigen Schmöker schon vor einer ganzen Weile, und zwar bevor ich angefangen habe, Game of Thrones zu schauen. Ich stand lange Zeit vor dem Regal und habe überlegt, ob ich mir den ersten GoT-Band mitnehmen soll, ob ich lieber erst die Serie schaue, oder oder oder. Letztendlich habe ich mich dann dafür entschieden, einfach den ersten Band einer ganz anderen Reihe mitzunehmen: The Wheel of Time. Es sah nett aus und klang interessant, und epische Fantasyromane habe ja immer was für sich. Zum Beispiel einen relativ gleich ablaufenden Plot (bzw wenigstens Anfang): Ein total durchschnittlicher Typ (ja, es sind IMMER Typen, langsam frustriert mich das ziemlich) führt ein total durchschnittliches Leben im Auenland in einem kleinen Dorf irgendwo im ruhigen Hinterland wo nie irgendwas passiert. DENKSTE! Plötzlich tauchen Fremde auf! Dann wird das Dorf angegriffen und niedergebrannt! Was?! Die Angreifer waren auf der Suche nach dem durchschnittlichen Typen? Und dann kommt auch noch raus dass die Fremden nicht bloß harmlose Reisende sind sondern tatsächlich Mitglieder eines Geheimordens, und der durchschnittliche Typ ist Jesus der wiedergeborene Retter der Welt aus einer uralten Prophezeiung und kann als einziger die Welt vor ihrem drohenden Ende bewaren.

So weit, so gut. Ich wetter jeder von uns kennt mindestens ein Buch das ebenso abläuft oder hat sogar eins gelesen - es ist eben der Archetyp des Fantasyepos. Normalerweise spricht mich sowas an - was lief hier also schief?

Wenn man von vornherein weiß, dass man es mit einer vierzehnteiligen Saga zutun hat, deren Einzelteile jeweils 800 Seiten umspannen, muss das Buch dir das Gefühl geben, du willst gerne in diese Welt eintauchen und ein Teil von ihr werden. Ja, ihr habt es eraten: Das ging mir hier nicht so.
Eines der größten Probleme bei Fantasyromanen (egal ob episch oder Teenager-Niveau) ist der richtige Einstieg. Der Autor kennt sich in seiner Welt bestens aus; er weiß, wer wo wie eine Rolle spielt, woher die Welt kam und wohin sie geht, der Leser nicht. Es ist also eine Gradwanderung zwischen umschweifenden Erklärungen, die offensichtlich für den Leser geschrieben sind, und dem kompletten Weglassen ebensolcher. Beide Varianten haben ihre Tücken: Zu viele Erklärungen erwecken den Eindruck einer zu komplizierten Welt und zerstören die Freude am Entdecken; immerhin will man die Welt langsam kennen lernen und erforschen, und nicht schon alles verrarten bekommen. Wenn man allerdings auf der anderen Seite komplett ohne Vorwarnung direkt ins Geschehen hineingeworfen wird und jegliche Erklärung erst viel, viel später erfolgt kann das auch überfordernd wirken. Der Leser stellt sich dann die Frage: Wo bin ich hier eigentlich? Wer ist diese Übermacht die die Welt erschaffen hat? Was sind xy für Gestalten, und wer ist dieser und jener Geheimorden, von dem hier alle sprechen?
Wenn die Geschichte nicht in einer uns bekannten Welt beginnt und wir die neue Welt durch die Augen des Protagonisten langsam erkunden muss ein gewisses Vorwissen gegeben werden - so wie, um das ultimative Beispiel zu nennen, bei Tolkien. Und damit kommen wir dann auch zu dem Punkt, der mir an diesem Buch nicht besonders gut gefallen hat: Zu wenig Erklärung. Die Welt scheint eine sehr komplexe zu sein, und die Geschichte scheint viel Tiefe zu haben und auch auf die Entstehung dieser Welt einzugehen. Dafür hat man nicht ausreichend Informationen; stattdessen wird man einfach so in das Geschehen geworfen.
Die Art und Weise des Schreibens hat mich auch nicht beosnders angesprochen, irgendwie war alles etwas durcheinander und langatmig - 4 Seiten lang wurde ein Traum beschrieben der keinen (ersichtlichen?) Einfluss auf das unmittelbare Geschehen hatte.

Ich habe mich dementsprechend von der Buch "abschrecken" lassen - warum soll ich mich durchquälen wenn mir schon die ersten 100 Seiten nicht gefallen? Und dann stehen mir immer noch 13 weitere Bände bevor - nein danke.