Samstag, 15. Juni 2013

The Eye of the World - Robert Jordan

The Eye of the World
Gelesen vom 26. Mai 2013 bis ...

Nein, das ist kein Fehler. Ich bin theoretisch immer noch daran, es zu lesen. Das rede ich mir wenigstens ein, denn sehen wirs mal ehrlich: Ich habe aufgegeben. Das mache ich ungern, aber wenn mir ein Buch eben so gar keinen Spaß macht...mmh.

Aber fangen wir vorne an! Ich ging einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nach: Durch die Fantasy-Abteilung bei Foyles spazieren und Bücher aussuchen. Zugelegt habe ich mir den 800-seitigen Schmöker schon vor einer ganzen Weile, und zwar bevor ich angefangen habe, Game of Thrones zu schauen. Ich stand lange Zeit vor dem Regal und habe überlegt, ob ich mir den ersten GoT-Band mitnehmen soll, ob ich lieber erst die Serie schaue, oder oder oder. Letztendlich habe ich mich dann dafür entschieden, einfach den ersten Band einer ganz anderen Reihe mitzunehmen: The Wheel of Time. Es sah nett aus und klang interessant, und epische Fantasyromane habe ja immer was für sich. Zum Beispiel einen relativ gleich ablaufenden Plot (bzw wenigstens Anfang): Ein total durchschnittlicher Typ (ja, es sind IMMER Typen, langsam frustriert mich das ziemlich) führt ein total durchschnittliches Leben im Auenland in einem kleinen Dorf irgendwo im ruhigen Hinterland wo nie irgendwas passiert. DENKSTE! Plötzlich tauchen Fremde auf! Dann wird das Dorf angegriffen und niedergebrannt! Was?! Die Angreifer waren auf der Suche nach dem durchschnittlichen Typen? Und dann kommt auch noch raus dass die Fremden nicht bloß harmlose Reisende sind sondern tatsächlich Mitglieder eines Geheimordens, und der durchschnittliche Typ ist Jesus der wiedergeborene Retter der Welt aus einer uralten Prophezeiung und kann als einziger die Welt vor ihrem drohenden Ende bewaren.

So weit, so gut. Ich wetter jeder von uns kennt mindestens ein Buch das ebenso abläuft oder hat sogar eins gelesen - es ist eben der Archetyp des Fantasyepos. Normalerweise spricht mich sowas an - was lief hier also schief?

Wenn man von vornherein weiß, dass man es mit einer vierzehnteiligen Saga zutun hat, deren Einzelteile jeweils 800 Seiten umspannen, muss das Buch dir das Gefühl geben, du willst gerne in diese Welt eintauchen und ein Teil von ihr werden. Ja, ihr habt es eraten: Das ging mir hier nicht so.
Eines der größten Probleme bei Fantasyromanen (egal ob episch oder Teenager-Niveau) ist der richtige Einstieg. Der Autor kennt sich in seiner Welt bestens aus; er weiß, wer wo wie eine Rolle spielt, woher die Welt kam und wohin sie geht, der Leser nicht. Es ist also eine Gradwanderung zwischen umschweifenden Erklärungen, die offensichtlich für den Leser geschrieben sind, und dem kompletten Weglassen ebensolcher. Beide Varianten haben ihre Tücken: Zu viele Erklärungen erwecken den Eindruck einer zu komplizierten Welt und zerstören die Freude am Entdecken; immerhin will man die Welt langsam kennen lernen und erforschen, und nicht schon alles verrarten bekommen. Wenn man allerdings auf der anderen Seite komplett ohne Vorwarnung direkt ins Geschehen hineingeworfen wird und jegliche Erklärung erst viel, viel später erfolgt kann das auch überfordernd wirken. Der Leser stellt sich dann die Frage: Wo bin ich hier eigentlich? Wer ist diese Übermacht die die Welt erschaffen hat? Was sind xy für Gestalten, und wer ist dieser und jener Geheimorden, von dem hier alle sprechen?
Wenn die Geschichte nicht in einer uns bekannten Welt beginnt und wir die neue Welt durch die Augen des Protagonisten langsam erkunden muss ein gewisses Vorwissen gegeben werden - so wie, um das ultimative Beispiel zu nennen, bei Tolkien. Und damit kommen wir dann auch zu dem Punkt, der mir an diesem Buch nicht besonders gut gefallen hat: Zu wenig Erklärung. Die Welt scheint eine sehr komplexe zu sein, und die Geschichte scheint viel Tiefe zu haben und auch auf die Entstehung dieser Welt einzugehen. Dafür hat man nicht ausreichend Informationen; stattdessen wird man einfach so in das Geschehen geworfen.
Die Art und Weise des Schreibens hat mich auch nicht beosnders angesprochen, irgendwie war alles etwas durcheinander und langatmig - 4 Seiten lang wurde ein Traum beschrieben der keinen (ersichtlichen?) Einfluss auf das unmittelbare Geschehen hatte.

Ich habe mich dementsprechend von der Buch "abschrecken" lassen - warum soll ich mich durchquälen wenn mir schon die ersten 100 Seiten nicht gefallen? Und dann stehen mir immer noch 13 weitere Bände bevor - nein danke.

1 Kommentar: