Oz the Great and Powerful
Gesehen am 22. März 2013 im Kino
Der
Zauberer von Oz - wer kennt die Geschichte nicht? Ich, zugegebener
Maßen. Habe nie die Disney-Verfilmung gesehen, war nicht im Musical Wicked,
habe auch nicht das Buch gelesen. Und dabei geht es um eine magische
Welt und einen Zauberer, wie kann das sein? Irgendwie habe ich es mir
immer als die Amerikanische Version von Alice im Wunderland
vorgestellt; fragt mich nicht, wieso, aber es hat vermutlich damit
zutun, dass die Protagonistin ein kleines Mädchen ist, welches in eine
magische Welt befördert wird in der es eine böse Hexe gibt. Aber
vermutlich kennt ihr euch da besser aus als ich, liebe Leser, und die
Geschichte von Oz the Great and Powerful ist ja ohnehin eine andere.
Womit
wir dann auch beim Thema wären: In OtGaP geht es um den "Magier" Oscar
Diggs (gespielt von James Franco), oder Oz, der für einen Wanderzirkus
arbeitet. Er hat nicht viel Talent, dafür aber genügend Überzeugung von
sich selbst und seinen zweitklassigen Tricks um ein ordentliches Ego,
oder sagen wir Selbstvertrauen zu haben. Als besonders ehrlich oder
rechtschaffen kann man ihn auch nicht bezeichnen, und alles in allem ist
er alles andere als ein Held. Die perfekte Ausgangssituation, quasi,
denn durch einen Wirbelsturm wird der Gute ins magische Land Oz
transportiert (ja, heißt genauso wie er), wo er direkt von einer Hexe
aufgesammelt wird, die in für den prophezeihten Zauberer hält, der das
Land aus den Klauen der bösen Hexe befreien wird. Oz ist davon alles
andere als begeistert, aber die Hexe ist hübsch und man verspricht im
einen Haufen Geld sollte er gewinnen, also lässt er sich auf das Spiel
ein. Mehr erzähle ich jetzt an dieser Stelle nicht, aber die Zutaten
sind eindeutig und es handelt sich nunmal um ein Märchen, also kann sich
sicher jeder den Ausgang denken.
Für jemanden, der die
Geschichte(n) um Oz und seinen Zauberer nicht kennt, entstehen
keinerlei Probleme, den Weg in die Geschichte zu finden, aber das ist ja
auch der Sinn einer Prequel. James Franco spielt die Rolle von Oz
großartig, auch wenn ich ihn nicht besonders gut leiden kann kann man
ihn hier bloß loben. Mila Kunis als Theodora ist ebenfalls ganz
großartig; zuerst naiv und liebenswert und später verletzt und böse, und
auch Zach Braff ist ganz super als Assistent bzw fliegendes Äffchen.
Auch grafisch ist der Film sehr ansprechend; besonders schön gefällt
mir, dass er schwarz weiß und in einem 4:3 Format ist, solange er in
unserer Welt spielt, und sich das Bild vergrößert und bunt wird sobald
Oz nach Oz kommt. Wunderbarer Übergang hier: Oz fliegt nämlich mit einem
Heißluftballon, und während er so durch das Bild fliegt kommen die
Farben und es wird breiter - wirklich richtig gut gemacht! Ansonsten
kann man auch über die Gesammtgestaltung der Welt nicht meckern; es
steht Tim Burtons Wonderland im neuen Alice-Film in nichts nach.
Überhaupt erstaunlich, dass Tim Burton hier seine Finger nicht im Spiel
hatte, das wäre genau sein Terrain gewesen.
Zusammenfassend
kann ich sagen, dass der Film mir gut gefallen hat. Nette Storyline,
grafisch ansprechend, gute Charakterentwicklung und ein Happy End -
alles, was eine gute Märchenverfilmung braucht. Einziges Manko war die
Tatsache, dass er offensichtlich auf 3D gemacht war, was im 2D natürlich
auffiel, und ich hätte mir eine zusätzliche Szene am Ende gewünscht
(SPOILER: Eine Entschuldigung von Oz an Theodora
wäre nett gewesen, denn er ist eindeutig Schuld an ihrem Unglück, und so
wie sich sein Charakter entwickelt hat müsste ihm das klar sein),
aber solide 8 Punkte bekommt er von mir. Wem also Alice gefallen hat
wird auch hier nicht enttäsucht, wer aber lieber nach etwas
tiefgründigem, nachdenklichen oder overall realistischem sucht wird
eindeutig enttäuscht. Aber Hand aufs Herz, das sollte hier von Anfang an
klar sein.