Samstag, 23. März 2013

Oz The Great and Powerful

Oz the Great and Powerful
Gesehen am 22. März 2013 im Kino

Der Zauberer von Oz - wer kennt die Geschichte nicht? Ich, zugegebener Maßen. Habe nie die Disney-Verfilmung gesehen, war nicht im Musical Wicked, habe auch nicht das Buch gelesen. Und dabei geht es um eine magische Welt und einen Zauberer, wie kann das sein? Irgendwie habe ich es mir immer als die Amerikanische Version von Alice im Wunderland vorgestellt; fragt mich nicht, wieso, aber es hat vermutlich damit zutun, dass die Protagonistin ein kleines Mädchen ist, welches in eine magische Welt befördert wird in der es eine böse Hexe gibt. Aber vermutlich kennt ihr euch da besser aus als ich, liebe Leser, und die Geschichte von Oz the Great and Powerful ist ja ohnehin eine andere.

Womit wir dann auch beim Thema wären: In OtGaP geht es um den "Magier" Oscar Diggs (gespielt von James Franco), oder Oz, der für einen Wanderzirkus arbeitet. Er hat nicht viel Talent, dafür aber genügend Überzeugung von sich selbst und seinen zweitklassigen Tricks um ein ordentliches Ego, oder sagen wir Selbstvertrauen zu haben. Als besonders ehrlich oder rechtschaffen kann man ihn auch nicht bezeichnen, und alles in allem ist er alles andere als ein Held. Die perfekte Ausgangssituation, quasi, denn durch einen Wirbelsturm wird der Gute ins magische Land Oz transportiert (ja, heißt genauso wie er), wo er direkt von einer Hexe aufgesammelt wird, die in für den prophezeihten Zauberer hält, der das Land aus den Klauen der bösen Hexe befreien wird. Oz ist davon alles andere als begeistert, aber die Hexe ist hübsch und man verspricht im einen Haufen Geld sollte er gewinnen, also lässt er sich auf das Spiel ein. Mehr erzähle ich jetzt an dieser Stelle nicht, aber die Zutaten sind eindeutig und es handelt sich nunmal um ein Märchen, also kann sich sicher jeder den Ausgang denken.

Für jemanden, der die Geschichte(n) um Oz und seinen Zauberer nicht kennt, entstehen keinerlei Probleme, den Weg in die Geschichte zu finden, aber das ist ja auch der Sinn einer Prequel. James Franco spielt die Rolle von Oz großartig, auch wenn ich ihn nicht besonders gut leiden kann kann man ihn hier bloß loben. Mila Kunis als Theodora ist ebenfalls ganz großartig; zuerst naiv und liebenswert und später verletzt und böse, und auch Zach Braff ist ganz super als Assistent bzw fliegendes Äffchen. Auch grafisch ist der Film sehr ansprechend; besonders schön gefällt mir, dass er schwarz weiß und in einem 4:3 Format ist, solange er in unserer Welt spielt, und sich das Bild vergrößert und bunt wird sobald Oz nach Oz kommt. Wunderbarer Übergang hier: Oz fliegt nämlich mit einem Heißluftballon, und während er so durch das Bild fliegt kommen die Farben und es wird breiter - wirklich richtig gut gemacht! Ansonsten kann man auch über die Gesammtgestaltung der Welt nicht meckern; es steht Tim Burtons Wonderland im neuen Alice-Film in nichts nach. Überhaupt erstaunlich, dass Tim Burton hier seine Finger nicht im Spiel hatte, das wäre genau sein Terrain gewesen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der Film mir gut gefallen hat. Nette Storyline, grafisch ansprechend, gute Charakterentwicklung und ein Happy End - alles, was eine gute Märchenverfilmung braucht. Einziges Manko war die Tatsache, dass er offensichtlich auf 3D gemacht war, was im 2D natürlich auffiel, und ich hätte mir eine zusätzliche Szene am Ende gewünscht (SPOILER: Eine Entschuldigung von Oz an Theodora wäre nett gewesen, denn er ist eindeutig Schuld an ihrem Unglück, und so wie sich sein Charakter entwickelt hat müsste ihm das klar sein), aber solide 8 Punkte bekommt er von mir. Wem also Alice gefallen hat wird auch hier nicht enttäsucht, wer aber lieber nach etwas tiefgründigem, nachdenklichen oder overall realistischem sucht wird eindeutig enttäuscht. Aber Hand aufs Herz, das sollte hier von Anfang an klar sein.