Sonntag, 25. August 2013

Good Omens – Terry Pratchett und Neil Gaiman



Gelesen vom 10. Bis zum 25. August 2013

Gaiman Nr 4, und der 5. liegt bereit! Hier allerdings in Zusammenarbeit mit Terry Pratchett, der ja bekannt sein sollte.

Good Omens ist ein Buch über die Apokalypse. Ja, da habt ihr richtig gelesen. Die Welt endet nächsten Samstag, die vier Reiter der Apokalypse sind gestartet und der Antichrist wandelt unter uns. Ein gefallener Engel und einer, der (noch) steht sind beide auf der Suche, ebenso wie ein Hexenjäger und eine Okkultistin und Nachfahrin der Prophetin Agnes Nutter, die eben genau diese Apokalypse vor dreihundert Jahren vorhergesagt hat. Klingt das nicht herrlich willkürlich? Ist es auch.

Ich muss sagen, ich bin begeistert. Von Pratchett habe ich ja noch nichts gelesen, aber Gaimans Schreibweise erkenne ich eindeutig wieder. Diese herrliche Art und Weise, völlig unglaubliche Dinge auf eine Art und Weise zu erklären, die den Eindruck vermittelt, es wäre vollkommen normal. Ich meine, wie verrückt klingt die Zusammenfassung? Wie chaotisch und regelrecht abgefahren, und trotzdem würde man beim Lesen nie auf die Idee kommen, das plötzliche Auftauchen fliegender Untertassen in Frage zu stellen. Atlantis ist mal eben wieder aus den Tiefen des Meeres heraufgekommen? Klar. Steinalte Tibetaner kommen aus Berghöhlen hervor? Kein Wunder, morgen geht ja die Welt unter! Sehen tun wir die ganze Scharade abwechselnd durch die Augen des (gefallenen Engels) Dämonen Crowley, des Engels Aziraphale, der Okkultistin und Halbtags-Hexe Anathema, des Hexenjägers Newton und des Antichristen selbst; des 11jährigen Adam Young.

Wundervoll schräg, komisch und lustig; toll geschrieben und genau die richtige Art von skurril – Lisa auf jeden Fall, und Anne sicher auch, werden dieses Buch lieben. Ihr müsst es euch unbedingt ausleihen, Ladys. Dicker Daumen hoch; ich empfehle es unbedingt!

Animationsfilm-Masterpost



Ich war in letzter Zeit ganze drei Male mit den Kids im Kino und habe diverse Fortsetzungen von Filmen gesehen, deren erste Teile ich (noch) nicht kenne. Hier ein Masterpost dazu.

Gesehen irgendwann zwischen dem 5. Und 9. August 2013 im Kino

Meh. Minions…irgendwie schon süß, aber eindeutig überzogen. Die machen dieses Ding bei dem sie wissen, dass die Welt die Minions süß findet, und quetschen sie deswegen überall rein. Überzeugt mich nicht.
Ansonsten durchaus goldig; Gru ist ja ohnehin klasse und die kleine Agnes auch, aber die lange orangehaarige Frau nervt irgendwie, und die Storyline ist auch nicht so das Gelbe vom Ei.

Fazit: Gibt besseres.

Gesehen am 21. August 2013 im Kino

Prequel zu Monster AG, und keine Fortsetzung, aber das ist glaube ich bekannt. Mike und Sully gehen beide zur Uni und lernen das Erschrecken; nebenbei schlagen sie sich mit allerlei Uni-Cliquen und Bruderschaften herum.
Eine typische Geschichte zwischen einem Nerd und einem coolen Kid, die sich anfangs nicht leiden können und dann best Buddies werden. Habe ebenfalls besseres gesehen, hat mir aber trotzdem gefallen.

Fazit: Würde ich empfehlen

Gesehen am 24. August im Kino

Hm, ich wertschätze den Versuch, die Schlümpfe zurück zu bringen. So viele Kindheitserinnerungen. Der erste Teil war vielleicht auch besser, aber diese Fortsetzung hat mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen. Schlümpfe in unserer Welt, okay, aber das CGI war im Endeffekt ein klein wenig zu schlecht. Wenn man animierte Figuren in die reale Welt setzt muss das einfach 1A umgesetzt werden, sonst sieht es billig aus. Und das gilt hier nicht nur für die Schlümpfe, sondern auch teilweise für Gargamels Katze Azrael.
Story an sich beschäftigt sich mit dem Akzeptieren von Adoptiveltern, und das wurde ziemlich gut umgesetzt.
Die Charaktere der Schlümpfe an sich sind aber großartig ulkig überzogen, wie auch im Original, und Neil Patrick Harris spielt die menschliche Hauptrolle, also das sind zwei große Plus(e?).

Fazit: Kommt nicht an die Original-Schlümpfe heran, aber ein netter Versuch. Kann man sich ansehen.

Montag, 5. August 2013

Wolverine - Weg des Kriegers

Wolverine - Weg des Kriegers (2013)
Gesehen am 04. August 2013 im Kino


Jaah, endlich habe ich es ins Kino geschafft und Wolverine gesehen! Ist ja fast peinlich, nachdem er sogar in Deutschland schon über eine Woche draußen ist. Deswegen gehe ich mit Spoilern mal lockerer um, aber Plotrelevante werden definitiv eindeutig gekennzeichnet.

Wolverine – Weg des Kriegers, oder Wolverine vs Ninjas, wie ich ihn lieber nennen würde, begleitet den knurrenden Mutanten mit den eindrucksvollen Koteletten auf eine Reise ins Ferne Japan für den letzten Abschied eines alten Freundes Yashida. Logan wird da in die Fehde Japans mächtigster Familie hineingezogen und ungewollt Beschützer von Mariko, Yashidas Enkeltochter und Erbin eines Milliardenunternehmens, während er nicht nur versucht hinter den wahren Grund der Auseinandersetzungen zu kommen. Konfrontiert mit der Wahl zwischen Unverwundbarkeit und Unsterblichkeit oder dem Verschwinden dieses zweifelhaften Privilegs muss Wolverine vor allem auch für sich selbst einen Grund zum Leben und zum Kämpfen finden.

Zeitlich angesetzt nach X-Men: Der letzte Widerstand hat Logan sich in die nordamerikanischen Wälder zurückgezogen und der Kämpferei abgeschworen. Er hadert noch immer sehr mit dem Tod Jeans und ist emotional in keiner besonders guten Verfassung. Während einer Bar-Kapmf-Szene wird er dann von Yukio aufgegriffen; einer jungen Japanerin, die ihm eine Bitte eines von ihm während des Atombombenangriffs in Nagasaki geretteten Soldaten überbringt: Einmal noch auf Wiedersehen zu sagen. Widerstrebend lässt er sich darauf ein und fliegt mit nach Japan. Von dann an muss er sich mit allerlei Kreaturen herumschlagen: Japanischen Straßen-Mafiosos, mutierten Schlangen-Frauen und Ninjas – denn wenn wir schon eine Superheldengeschichte in Japan erzählen müssen auch Schattenkämpfer dabei sein.


Mit einem zurückgezogenen Wolverine, der sich selbst und seine Motive moralisch in Frage stellt und nach einem Sinn im Leben sucht reiht sich Weg des Kriegers in das Ensemble der zurzeit angesagten Superheldenfilme ein. Wer brauch schon einen Iron Man der wirklich „too cool for school“ ist, oder einen Thor, der quasi verbannt aber dafür trotzdem noch extrem gut gelaunt ist? Nein, wir haben hier eine interessante Mischung aus The Dark Knight Rises und Iron Man 3. Es fehlen die extrem düsteren Sequenzen des Dunklen Ritters; das ständig gequälte Gesicht und die humorlose, eisige Atmosphäre, aber Wolverine hat es, im Gegensatz zu Iron Man 3, geschafft, die schwächere Seite eines coolen Helden glaubhaft darzustellen. SPOILER Zum Beispiel die drei, vier Bettgespräche mit Jean Grey zeigen auf realistische Art und Weise die Vorwürfe, die Logan sich nach wie vor macht, und stechen Tony Starks merkwürdige Fieberträume in Sachen Authentizität allemal aus.
Ein Manko sind allerdings die tatsächliche Storyline und die Gegner, denn spätestens nach Wolverines Ankunft in Japan und Gespräch mit Yashida ist die folgende Geschichte absolut vorhersehbar und der vermeintliche große Twist am Ende extrem offensichtlich. Überhaupt und sowieso ist die gesamte Endsequenz, „Der Finale Kampf“ wenn man es so will, wieder einmal eine Aneinanderreihung merkwürdiger CGI-Effekte; vergleichbar mit Thors Kampf gegen den Destroyer: Irgendwie ein bisschen fehl am Platz.
Weiterhin enttäuscht hat mich das verschenkte Potential der weiblichen Charaktere, von denen es hier sogar ganze vier(!) gibt, die namentlich benannt sind: Mariko, Yukio, die Viper und Jean Grey. Spoiler: Mal abgesehen von Jean, die ja eigentlich tot ist und nur in Logans Fantasie auftaucht, sind alle relativ interessant und irgendwie sympathisch dargestellt (selbstverständlich außer Jean, die nervt), und sowohl Mariko als auch Yukio bekamen eine Hintergrundgeschichte und trugen ihren Teil zu Wolverines Sieg bei, und die Viper war eine giftige Gegenspielerin (pun intended). Umso enttäuschender ist es, dass der Film den Bechdel-Test nicht besteht: Selbst wenn die Frauen mal in einer Szene gemeinsam auftreten und sich unterhalten geht es dabei ausschließlich um Männer, und letztendlich ist ihr einziger Daseinsgrund für Wolverine: Als Jungfrau in Nöten, die gerettet werden muss, als witziger Sidekick  mit eindeutigem Crush, wobei man ihr das nicht verübeln kann!, und als Feind. Absolut austauschbar, und die wirkliche Story spielt sich zwischen Wolverine und Yashida an. Seufz.

Das Beste am Film war ohnehin die Szene nach dem Abspann, da kommt Vorfreude auf! Aber im Großen und Ganzen ist Wolverine – Der Weg des Kriegers ein ganz solider Superheldenfilm, der zwar eindeutig hauptsächlich die Zeit bis zu X-Men: Days Of Future Past im nächsten Mai überbrücken soll, aber trotzdem gut unterhält. Und mal im Ernst: Wolverine ist halt einfach ne coole Socke, da kann man über eine austauschbare Story hinwegsehen.

Sonntag, 4. August 2013

Die Bücherdiebin - Markus Zusak



Die Bücherdiebin
Gelesen vom 24. Juli bis 3. August 2013

Ein Buch auf das meine liebe Oma Ingi mich aufmerksam gemacht hat! Ich mache ja keinesfalls einen Hehl um meine Abneigung gegenüber dem Thema WW2, deswegen wird euch das hier vielleicht überraschen. Aber meine Omi liest generell eigentlich gute Sachen, also habe ich es spontan mitgenommen als es mich im Bücherladen so nett anlächelte. 

Das Buch handelt von Liesel Meminger, ein junges Mädchen das, gemeinsam mit ihrem Bruder, von der Mutter zu einer Pflegefamilie geschickt wird, denn der Krieg steht vor der Tür. Auf dem Weg dorthin stirbt ihr Bruder, und Liesel, die (noch) nicht lesen kann, stiehlt ihr erstes Buch. Angekommen bei den Hubermanns in Molching bei München ist Liesel zunächst todunglücklich, baut aber nach einiger Zeit sowohl zu ihrer Familie (besonders Papa Hans), als auch zu ihren Nachbarn eine Beziehung auf. Während sie älter wird, lesen lernt und weiterhin Bücher stiehlt geht der Krieg weiter, verschlimmert sich die Situation aller und zollt letztendlich ihren Tribut – auf die eine oder andere Weise. 

Viele Dinge haben mir an diesem Buch gut gefallen, aber ich musste mich eindeutig hineinlesen – war nicht von Anfang an überzeugt.
Die Bücherdiebin, trotzdem es sich um Liesel und ihr Schicksal dreht, ist aus der Perspektive des Todes geschrieben, und wird von ihm erzählt. Dadurch befindet sich der Leser in einer einzigartigen Position, einem Erzähler zu lauschen, der die Geschichte komplett kennt und nacherzählt – wie ein Großvater, der seinen Enkeln berichtet. Einige Male wird vorgegriffen, oder übergreifend erzählt, und oftmals wird der Leser direkt angesprochen.
Gerade die Darstellung des Todes ist eine unglaublich interessante und sympathische - als ein weicher, liebenswerter Charakter der die Sterbenden als letzter Freund empfängt und ihre Seelen in Jenseits trägt. Als eine mitfühlende, gütige Figur, der der Krieg ebenfalls keinen Spaß gemacht hat und die die zahlreichen unnötigen Opfer ebenso bedauert wie jeder von uns.
Überhaupt gefiel mir die ganze Rahmenhandlung sehr gut, denn es geht nicht primär um den Krieg. Naja, geht es schon, aber mit der Tatsache, dass wir uns im Krieg befinden wird ganz subtil und natürlich umgegangen – es wird dem Leser nicht dauernd ins Gesicht geschlagen, wie manche Bücher das gerne tun. Wir erfahren von Liesels Leben und ihrem Umfeld und deren Schicksalen, die selbstverständlich von Krieg beeinflusst werden, aber nicht nur dadurch definiert werden. Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte aus Kinderaugen erzählt wird – ich kann mich daran erinnern,  ähnliche Eindrücke gehabt zu haben, als ich Als Hitler das Rosa Kaninchen Stahl las.  

Gestern Abend beendete ich das Buch und schlief ziemlich schlecht – hing vermutlich damit zusammen, dass das Ende mich zum bitterlichen Weinen brachte. Und das kennzeichne ich hier ganz bewusst nicht als Spoiler, denn Hand aufs Herz: Hat hier irgendwer wirklich gedacht, das Buch hat ein Happy End? Ich bitte euch. 

Besonders gut gefällt mir noch dieser Kommentar der New York Times: 
 „Dies ist eines jener Bücher, die Leben verändern können, weil es Hoffnung vermittelt, ohne je die tiefe Unmoral und Willkür der Zeit zu leugnen.“ 
Ich war vielleicht traurig und erschüttert, aber auf eine gute Art und Weise - wenn das Sinn ergibt. Die Bücherdiebin kommt definitiv auf meine Pflichtlektüren-Liste, und ich würde es jedem empfehlen!