Sonntag, 4. August 2013

Die Bücherdiebin - Markus Zusak



Die Bücherdiebin
Gelesen vom 24. Juli bis 3. August 2013

Ein Buch auf das meine liebe Oma Ingi mich aufmerksam gemacht hat! Ich mache ja keinesfalls einen Hehl um meine Abneigung gegenüber dem Thema WW2, deswegen wird euch das hier vielleicht überraschen. Aber meine Omi liest generell eigentlich gute Sachen, also habe ich es spontan mitgenommen als es mich im Bücherladen so nett anlächelte. 

Das Buch handelt von Liesel Meminger, ein junges Mädchen das, gemeinsam mit ihrem Bruder, von der Mutter zu einer Pflegefamilie geschickt wird, denn der Krieg steht vor der Tür. Auf dem Weg dorthin stirbt ihr Bruder, und Liesel, die (noch) nicht lesen kann, stiehlt ihr erstes Buch. Angekommen bei den Hubermanns in Molching bei München ist Liesel zunächst todunglücklich, baut aber nach einiger Zeit sowohl zu ihrer Familie (besonders Papa Hans), als auch zu ihren Nachbarn eine Beziehung auf. Während sie älter wird, lesen lernt und weiterhin Bücher stiehlt geht der Krieg weiter, verschlimmert sich die Situation aller und zollt letztendlich ihren Tribut – auf die eine oder andere Weise. 

Viele Dinge haben mir an diesem Buch gut gefallen, aber ich musste mich eindeutig hineinlesen – war nicht von Anfang an überzeugt.
Die Bücherdiebin, trotzdem es sich um Liesel und ihr Schicksal dreht, ist aus der Perspektive des Todes geschrieben, und wird von ihm erzählt. Dadurch befindet sich der Leser in einer einzigartigen Position, einem Erzähler zu lauschen, der die Geschichte komplett kennt und nacherzählt – wie ein Großvater, der seinen Enkeln berichtet. Einige Male wird vorgegriffen, oder übergreifend erzählt, und oftmals wird der Leser direkt angesprochen.
Gerade die Darstellung des Todes ist eine unglaublich interessante und sympathische - als ein weicher, liebenswerter Charakter der die Sterbenden als letzter Freund empfängt und ihre Seelen in Jenseits trägt. Als eine mitfühlende, gütige Figur, der der Krieg ebenfalls keinen Spaß gemacht hat und die die zahlreichen unnötigen Opfer ebenso bedauert wie jeder von uns.
Überhaupt gefiel mir die ganze Rahmenhandlung sehr gut, denn es geht nicht primär um den Krieg. Naja, geht es schon, aber mit der Tatsache, dass wir uns im Krieg befinden wird ganz subtil und natürlich umgegangen – es wird dem Leser nicht dauernd ins Gesicht geschlagen, wie manche Bücher das gerne tun. Wir erfahren von Liesels Leben und ihrem Umfeld und deren Schicksalen, die selbstverständlich von Krieg beeinflusst werden, aber nicht nur dadurch definiert werden. Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte aus Kinderaugen erzählt wird – ich kann mich daran erinnern,  ähnliche Eindrücke gehabt zu haben, als ich Als Hitler das Rosa Kaninchen Stahl las.  

Gestern Abend beendete ich das Buch und schlief ziemlich schlecht – hing vermutlich damit zusammen, dass das Ende mich zum bitterlichen Weinen brachte. Und das kennzeichne ich hier ganz bewusst nicht als Spoiler, denn Hand aufs Herz: Hat hier irgendwer wirklich gedacht, das Buch hat ein Happy End? Ich bitte euch. 

Besonders gut gefällt mir noch dieser Kommentar der New York Times: 
 „Dies ist eines jener Bücher, die Leben verändern können, weil es Hoffnung vermittelt, ohne je die tiefe Unmoral und Willkür der Zeit zu leugnen.“ 
Ich war vielleicht traurig und erschüttert, aber auf eine gute Art und Weise - wenn das Sinn ergibt. Die Bücherdiebin kommt definitiv auf meine Pflichtlektüren-Liste, und ich würde es jedem empfehlen!

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