Samstag, 15. Juni 2013

The Graveyard Book - Neil Gaiman

The Graveyard Book
Gelesen vom 11. Juni 2013 bis 14. Juni 2013

Wisst ihr noch, wie ich vor einiger Zeit angekündigt habe, mehr Bücher von Neil Gaiman zu lesen? Genau.

The Graveyard Book ist ein wundervolles Buch! Offensichtlich beeinflusst vom Klassiker "Das Junglebuch" handelt es von einem kleinen Jungen, dessen Familie heimtückisch ermordet wurde und der sich seitdem auf einem Friedhof versteckt und von Geistern großgezogen wird. Ich weiß, herrlich makaber!

Für mich persönlich haben ja solche Geschichten einen ganz besonderen Charme. Tim Burton ist ja vorne mit dabei wenn es darum geht, makabere Geschichten auf eine nicht nur normale, sondern vielmehr fröhlich, kindliche oder liebenswerte Art und Weise zu erzählen. Ich führe da nur mal Corpse Bride an: Ein Typ heiratet aus Versehen eine Leiche? Sicher.
Neil Gaiman fährt die gleiche Schiene; seiner Feder verdanken wir zum Beispiel auch Coraline. Es bedarf eines besonderen Talentes, derartig gespenstische und teilweise gruselige Geschichten so zu erzählen, als wäre es das Normalste auf der Welt.

The Graveyard Book handelt von Nobody Owens, zu Beginn der Geschichte noch ein Baby, dessen Familie von dem Mann Jack ermordet wird. Warum weiß man (noch) nicht, und Nobody nutzt die Chance der offenen Eingangstür um aus dem Haus zu schlüpfen, den Berg hinauf zu krabbeln und den Friedhof zu erkunden. Dort nehmen sich die lokalen Geister dann seiner an, und Mr und Owens adoptieren das namenlose Baby. Nobody wächst daraufhin unter (Un)Toten auf, lernt alles erdenkliche über Geschichte, Manieren und wie man sich unsichtbar macht. Auch ansonsten erlebt er allerlei Abenteuer mit Ghoulen, Hexen, Werwölfen und der echten Welt - denn die gibt es ja trotz allem auch noch.

Spontan habe ich gedacht: Das ist ein Buch, was ich gerne meinen Kindern vorlesen möchte! Es ist eine schöne Geschichte, eine Geschichte um einen kindlichen Protagonisten die trotzdem ernst sein kann und nur ein bedingtes Happy End hat - und genau darin liegt der Realismus. Die Geschichte an sich ist selbstverständlich phantastisch und völlig absurd, aber es ist eine der wenigen "Kindergeschichten" die man ernst nehmen kann. Es ist ein Märchen, aber ein glaubwürdiges Märchen, auch wenn es im Vergleich zu manchen Grimm-Geschichten natürlich in einer ganz und gar irrealitischen Welt spielt.
An keiner Stelle wird irgendwie versucht, die Unglaublichkeit zu erklären - warum gibt es Geister, wie funktioniert die Tür zur Welt der Ghoule, was genau ist eigentlich Bod's Vormund Silas - und das ist auch nicht nötig. Denn darin ist es Kindergeschichte: Es stellt nichts in Frage sondern nimmt es einfach hin. Für Bod ist das eben normal, und wir Leser sehen die Welt durch seine Augen.

Es mag vielleicht ein Kinderbuch sein, aber es ist trotzdem nicht nur auf Kinder ausgelegt, und es hinterlässt ein mollig, fröhliches und insgesamt einfach schönes Gefühl.

1 Kommentar:

  1. Davon hast du mir ja neulich schon mal erzählt, das klingt toll! Das möchte ich auch mal lesen. Erinner mich bei Gelegenheit mal dran, dass ich das lesen will, sonst vergesse ich das sicher wieder.

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