Mittwoch, 27. November 2013

Fack Ju Göhte

Fack Ju Göhte
Gesehem am 23. November 2013 im Kino



Nach langem hin und her habe ich mich entgegen meines logischen Denkens entschieden, denn Film anzusehen. Okay, der Trailer war irgendwie witzig und auf unerwartete Weise ansprechend, aber das war der von Fremd Fischen ja auch und wir alle wissen wohin das geführt hat es ist nach wie vor eine Deutsche Komödie, und die sind nun mal nicht für Großartigkeit bekannt.Trotzdem, der Freundeskreis hatte so grundsätzlich die gleiche Einstellung wie ich, und diverse begeisterte Empfehlungen von Menschen aller gesellschaftlichen Schichten veranlassten uns dann doch zu einer Runde russisches-Film-Roulette. Und ob ihr glaubt oder nicht: Der Film war keine Kugel, ich lebe noch, und amüsiert habe ich mich auch. Verrückt, ich weiß.

Aber erst mal zum Inhalt des Films.
Ehemals-Gefängnisinsasse Zeki Müller kommt aus dem Bau und will mit Hilfe seiner Bekannten, Freundin, Nutte, was auch immer, direkt das Geld aus seinem Überfall bergen - das ist allerdings auf einer Baustelle  vergraben worden, und diese Baustelle ist mittlerweile weg. Stattdessen steht da jetzt die neue Turnhalle der Goethe-Schule (übrigens die einzige offensichtliche Reference zu Goethe, und somit wohl der Grund für den Titel? Nicht ersichtlich). Zeki bewirbt sich dort undercover als Hausmeister, wird aber als Aushilfslehrer eingestellt, und muss sich fortan tagsüber mit streber-Siebtklässlern, asozialen Zehntklässlern und einer absolut korrekten Referendarin herumschlagen, während er nachts fröhlich einen Tunnel unter der Turnhalle gräbt um an sein Geld zu kommen. 

Wer sich an dieser Stelle den Rest des Films noch nicht 1:1 erschließen kann wird vermutlich richtig begeistert sein, denn die absolute Vorhersehbarkeit ist schon ein bisschen ein Nachteil. Wie es sich für eine (deutsche) Komödie gehört läuft auch Fack Ju Göhte ausnahmslos nach Schema F ab und lässt keinerlei Raum für überraschende Wendungen, was man sowohl negativ als auch positiv betrachten kann – man wird zum Beispiel auch nicht durch unrealistische(re) Nebenhandlungen und unnötig verkomplizierte Twists irritiert.
Die Stärke des Films liegt, wie bei so vielen dieses Genres, eindeutig in der Art und Weise der Erzählung. 

Die absichtlich überzogenen Charaktere sind eine gelungene Karikatur; sowohl auf Deutschlands nachmittägliches  Fernsehprogramm als auch – tragischer Weise – auf das wahre Leben. Dabei sind die Witze selbstverständlich alles andere als niveauvoll, war aber bei einer solchen Prämisse auch keinesfalls zu erwarten, und der Humor insgesamt polarisiert sich größtenteils auf eine Art selbstironischer, vorurteilsbehafteter Gesellschaftssatire, wenn auch mit flacher Basis.

10/10 ist FackJu Göhte also keinesfalls, aber durchaus charmant und unterhaltsam für einen lockeren Kino-, oder vermutlich besser DVD-Abend mit Freunden. Würde ich mir den Film erneut ansehen? Durchaus. Nochmal im Kino: Nein.

1 Kommentar:

  1. Irgendwie weiß ich immer noch nicht wie ich zu der Sache stehe. Vermutlich muss ich ihn mir tatsächlich einfachmal anschauen (auf DVD oder irgendwann in ein paar Jahren im Fernsehen) um zu wissen wo ich stehe. Elyas M'Barek oder wie auch immer man ihn schreibt mag ich ja seit Türkisch für Anfänger eigentlich ganz gern. Mmmhhh.. schwierig alles. Merci für die - wie immer!- gute Review!

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