Neverwhere - Neil Gaiman
Gelesen vom 18. Juli bis 24. Juli 2013
Ich hänge mit meiner Reading-Challenge hinterher, deswegen muss ich mich ein bisschen durch die Bücher durchfressen. Bei Clash of Kings fehlen mir ja noch gute 100 Seiten, aber wie erwähnt liegt es in Deutschland; Fünf Freunde im Orient Express findet sich auf goodreads nicht und kann deswegen nicht mitgerechnet werden, aber wenn ich das nächste dann durch habe bin ich wieder auf Kurs.
Aber erst mal zum eben beendeten Werk: Neverwhere. Es ist Nr 3 in meiner Reihe der Neil Gaiman Werke und genauso wie Stardust und The Graveyard Book bin ich verliebt - aber es ist nicht auf Platz 1 gerückt.
Neverwhere handelt von Richard Mayhew, einem jungen Mann der seit einiger Zeit in London wohnt und dort sein Leben ziemlich ordentlich aufgebaut hat: Wohnung, Job, Verlobte; die Dinge laufen. Eines Abends (wie sollte es anders sein) findet er ein verletztes Mädchen auf der Straße und nimmt sie mit zu sich, um ihr zu helfen. Von diesem Moment an ändert sich sein Leben schlagartig, denn Door ist ein kein gewöhnliches obdachloses Mädchen - sie stammt aus 'London Below', der Londoner Unterwelt (im wahrsten Sinne des Wortes!), ist eine Lady und zusammen mit dem Marquis de Carabas und der Jägerin Hunter auf Rachefeldzug gegen die Mörder ihrer Familie. Richard wird ziemlich unfreiwillig in die ganze Sache mit hinein gezogen und erlebt in den Tunneln und Gewölben unterhalb Londons allerhand aufregende Abenteuer und begegnet einer Menge berühmt-berüchtigten Indiviuen.
Alice im Wunderland und der Zauberer von Oz mit dem Protagonisten von Corpse Bride (und damit meine ich Victor, nicht Emily): So ungefähr würde ich das Buch kurz zusammenfassen. Richard ist ein liebenswerter Tollpatsch, der mit Kämpfen, Fabelwesen und Untergrundexpedition wenig am Hut hat - ein bisschen wie ich Bilbo Baggins, vermutlich - wird für seinen Dienst als guter Samarither mit einer Reise durch Londons Untwerwelt belohnt. Belohnt, sage ich...darüber lässt sich streiten. Die Geschichte ist eine durchaus bekannte und vielfältig erzählte, aber diese Variante lässt sich durch ihre erfrischende Andersartigkeit leicht ins Herz fassen. Besonders schön sind selbstverständlich all die vielen Fingerzeige auf London und seine verschiedenen Ecken, Bezüge die man als London-Kenner-und-Lieber wie ich natürlich gerne findet und erkennt. Kennt man sich allerdings nicht besonders gut aus oder hat nicht seit Jahren den U-Bahn-Plan auswendig gelernt (hust, hust) gehen gerade kleinere Anspielungen leicht verloren, und die machen definitiv einen nicht geringen Teil des Charmes des Buches aus.
Geschrieben in Gaimans typischer Art und Weise die mich stark an Märchen erinnert wirkt Neverwhere an einigen Stellen vielleicht etwas emotional distanziert und flach. Es ist tatsächlich "nur" eine Erzählung, eine Abenteuergeschichte, ohne übertriebene Tiefe oder persönliche Erkenntnis. Viele Dinge wären durchaus ausbaufähiger gewesen; so manches wurde angeschnitten aber nicht weiter ausgeführt, und für die unendlichen Möglichkeiten, die Londons verschiedenste verrückte Orte bieten wäre hier sicher noch mehr drin gewesen. Ein bisschen wie wenn man als Erwachsener ein Kinderbuch liest: Die Magie packt einen nicht ganz so sehr wie sie es im Kindesalter getan hatten. Was allerdings nicht heißen soll, dass Neverwhere ein Kinderbuch ist; im Gegenteil! Es weißt allerdings dennoch gewisse ähnliche Charakterzüge auf.
Im Großen und Ganzen muss ich allerdings sagen, dass Neverwhere mir sehr gut gefallen hat. Es war klasse zu lesen und hatte wieder diesen typischen düsteren Charme, der Gaimans Büchern mitschwingt - irgendwie gothic-y, aber auf eine nette, fröhliche Art und Weise (auch wenn das irgendwie nach einer unmöglichen Kombination klingt).
Ich glaub ich muss mir dessen Bücher bei dir in näherer Zukunft mal ausleihen
AntwortenLöschenAber unbedingt!
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