Gesehen am 15. Juli 2013 im Kino
Now You See Me, zu Deutsch Die Unfassbaren, handelt von einer Gruppe Illusionisten die vom FBI und Interpol gejagt werden nachdem sie bei einer Show in Las Vegas scheinbar per Magie und Teleportation eine Pariser Bank ausrauben und das Geld Robin-Hood-Style an ihr Publikum verteilen.
Den Trailer zu diesem Film habe ich vor ein paar Wochen vor Man of Steel gesehen und dachte mir sofort, dass der sich sicher lohnen wird. Neben Interesse erweckendem Plot - Trickmagier rauben während ihrer Show Banken aus?! Aber klar! - hat der Film auch ein nettes Star-Aufgebot mit Morgan Freeman, Michael Caine, Mark Ruffalo usw.
Ich hatte jetzt kein geniales Meisterwerk erwartet und wurde deswegen auch keinesfalls enttäuscht; im Gegenteil. Der Film ist quasi gleichzusetzen mit den Ocean's Teilen, mit dem einzigen Unterschied, dass die Gruppe eben nur aus 4 und nicht aus 11-13 Leuten besteht. Allerdings wird hier ja auch kein Casino ausgeraubt sondern "bloß" eine Bank. Die insgesamte Inszenierung ist gut gelungen und gibt einem, wie eben bei Ocean's auch, das Gefühl, einen unglaublichen clever ausgedachten Plan zu verfolgen. Wenn man, wie hier sicher gedacht, sein Hirn ausschaltet und bei den teilweise sehr offensichtlichen logischen Fehlern eben alle Hühneraugen zudrückt kann man den Film sehr einfach genießen. Es ist eine gute Mischung aus Action, Inszenierung und Exposition und schafft es, diesen Charme der Trickmagie zu vermitteln.
Die Charaktere sind im allgemeinen eher flach und bieten wenig Angriffsfläche; auch wenn bei einigen hier und da mal auf etwaige Verbindungen der Vergangenheit hingedeutet wird. Aber man brauch hier auch keine besondere Charaktertiefe, denn durch die wenigen Informationen und fehlenden Beweggründe einzelner Personen kann man nie sicher sein, wem man nun letztendlich vertrauen kann und wer dann doch ein falsches Spiel spielt.
Manche Twists und Turns waren im Nachhinein doch etwas übertrieben, und die unumgängliche Liebesgeschichte musste selbstverständlich auf biegen und brechen eingebaut werden. Deswegen wirkte der Film gerade am Anfang des letzten Drittels etwas unruhig - zu viel Verwirrung, eine zu krasse Actionsequenz mit unpassend hartem Ende (SPOILER: Warum dieser Autounfall mit dem scheinbaren Tod von Jack Wilder? Das nimmt allem so etwas die Coolness und lässt sowohl die Magier als auch das FBI ein wenig wie aufgescheuchte Hühner ohne echten Plan wirken und dient im Endeffekt bloß als Ablenkungsmanöver vom echten Geschehen. Eine Verfolgungsjagd, okay, aber wieso den Tod inszenieren?)
Auch die letztendliche Enttarnung des Verräters hat mir nicht besonders gut gefallen - irgendwie hat das meiner Meinung nach nicht schlüssig mit dem Rest des Films zusammen gepasst. Wie bei einem echten Trick eben: Er ist faszinierend solange er läuft, und eigentlich will man gar nicht rausfinden, wie er funktioniert. Und wenn man es dann doch erzählt bekommt ist es irgendwie ein wenig enttäuschend.
Also alles andere als ein tiefgreifender Film der zum Nachdenken anregt, aber für einen netten Kinogang mit Freunden oder lockere DVD-Abende würde ich ihn definitiv empfehlen!
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