Sonntag, 21. Juli 2013

The Jane Austen Book Club - Karen Joy Fowler



Gelesen vom 13. Juli bis 18. Juli 2013
 
Mit dem Buch habe schon seit einiger Zeit, naja, sagen wir sogar zwei, drei Jahren, geliebäugelt. Ich bin im Herbst letzten Jahres in einem Kellershop darüber gestolpert und habe es für 2 Pfund gebraucht erstanden; warum auch nicht. Habe es dann eine ganze Weile herumliegen lassen; war ganz einfach doch irgendwie nicht motiviert, es zu lesen. Letzte Woche dann hatte ich das dringende Bedürfnis, Stolz und Vorurteil zu lesen, aber alle meine Austens sind ja in Deutschland. Das Nächstbeste was ich also dazu finden konnte war The Jane Austen Book Club, und so gab ich dem Buch eine Chance. 

Es handelt, wie der Name schon sagt, von einem sich auf Jane Austen fokussierenden Buch-Club, bestehend aus 5 Frauen unterschiedlichen Alters und einem Mann. Die treffen sich einmal im Monat an verschiedenen Orten und diskutieren die Werke Jane Austens, wie sich das für einen Buch-Club gehört. Jede(r) der Teilnehmer(innen) hat dabei einen besonderen Bezug zu einem besonderen Werk und ist in der Lage, es auf sein/ihr Leben direkt zu beziehen. 

Das klingt jetzt ein bisschen käsig, ich weiß. Nachdem ich mehrmals und lautstark meine Abneigung gegenüber Frauenfilmen kundgetan habe werden sich einige jetzt sicher fragen, wieso ich mich entschied, das Buch zu lesen. Die ehrliche Antwort ist das ich es selbst nicht weiß. Manchmal sehe ich Potential in Plots. Häufig falle ich dabei gehörig auf die Nase, wie zum Beispiel bei Fremd Fischen, aber The Jane Austen Book Club war tatsächlich gar nicht so schlecht. Das hängt vermutlich damit zusammen dass es kein so offensichtlicher kitschiger Frauenroman ist sondern tatsächlich versucht, sich an Jane Austen anzulehnen. Die ist natürlich eine Marke für sich und der Versucht gelingt auch nur teilweise, aber die Autorin verzichtet komplett auf diese überemotionale Schreibweise durch die man sich bei Schnulzen sonst so durchkämpfen muss. Die Leben der Charaktere werden hier völlig trocken geschildert; es wird an keiner Stelle versucht mehr daraus zu machen als sie letztendlich sind. Auch die Parallelen zu Austens Heldinnen sind sehr subtil gezogen und fallen häufig gar nicht auf, besonders wenn man die Bücher (wie ich) nur teilweise und dann auch nur einmal gelesen hat (P&P mal ausgenommen).
Das Buch unternimmt also nicht etwa den Versuch, Austens Geschichten zu nehmen und in die neue Zeit umzuschreiben, sondern kreiert seine eigenen, durchaus realistischen, Charaktere und lässt sie ihre eigenen Schicksale durchleben. Wenn dann hier und da mal eine Parallele zu Austen auftaucht heißt man die eher wissend willkommen als zu denken: „Ja ja ja, wir habens ja kapiert, es ist Elizabeth Bennett wiedergeboren.“ Und das macht Austen ja letztendlich auch aus: Man kann sich mit ihren Geschichten identifizieren und sich selbst darin wiedererkennen, denn wer von uns war nicht schon einmal so fasziniert von einem Krimi das wir selbst Mörder an jeder Ecke gesehen haben wie Catherine Morland, und in wem steckt nicht wenigstens ein bisschen von Lizzy oder Jane? 

The Jane Austen Book Club ist, um Gottes Willen!, überhaupt nicht intellektuell ansprechend oder bringt einen ins Grübeln, aber es ist auch keine kitschige Schnulze á la Rosamunde Pilcher. Es ist ein nettes Buch, gut zu lesen, mit schön viel Gequatsche über Jane Austen. Wenn man es, so wie ich, rumliegen hat, spricht absolut nichts dagegen, es zu lesen. Aber ich würde nicht so weit gehen zu sagen dass ich zum Kauf raten würde. Leiht es euch eher mal aus (zB bei mir).

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