Montag, 16. September 2013

The Mortal Instruments – City of Bones




Es war mal wieder Zeit für einen vorhersehbar und vermutlich schlechten teeny-fantasy-Film, und was bietet sich da eher an als einer, der gerade im Kino läuft? Schnappe ich mir also Lis und Sahra, denn die sind ja immer vorne mit dabei, wenns ums schlechte-Filme-shaming geht.

Über die Mortal-Instruments-Serie, oder zu Deutsch Die Chroniken der Unterwelt, wusste ich nur, dass es irgendwie um Dämonen und Runen geht und Stephenie Meyer, also die Twilight-Autorin, die Bücher ziemlich großartig findet. In den Hauptrollen haben wir Lily „Riesenaugenbraue“ Collins als die komplett langweilige, jammernde, austauschbare weibliche Protagonistin Clary Frey und Jamie Campbell Bower (Grindelvald oder der blonde Jüngling, der sich in Sweeney Todds Tochter verliebt hat) als ultra-mysteriöser, ultra-attraktiver und ultra-badass Love-interest Jace.
Völlig berechenbar beginnt der Film mit einer Schilderung von Clarys extrem normalen Leben. DOCH HALT! Irgendwas stimmt nicht mit ihr, denn ständig malt sie gedankenverloren ein seltsames Symbol, dessen Bedeutung sie nicht weiß. Ihre Mutter reagiert auch plötzlich komisch, und während ihr „nerdiger“ bester Freund Simon das noch als unwichtig abtut, begegnet sie plötzlich einem mysteriösen Hottie, den außer ihr keiner zu sehen scheint! Dann, wer hätte es erwartet; PLOT TWIST! Clary ist gar kein normaler Mensch, sondern eine Schattenjägerin! Menschen mit irgendwelcher Engels-DANN (oder so), die sich auf die Dämonenjagd spezialisieren. Wissen tut sie davon nichts, denn ihre Mum, ebenfalls eine Schattenjägerin, lässt seit Jahren ihr Gedächtnis verzaubern, denn sie war mal big im buisness und hat dem Oberfiesling den Feuerkelch, nein, den Heiligen Gral, NEIN, den Engelskelch (entschuldigung, ist alles so ähnlich, da kommt man manchmal durcheinander) gestohlen. Den Wegweiser dazu hat sie natürlich in Clarys Kopf versteckt, und alle sind jetzt hinter der armen kleinen her.

Meine Erwartungen an diesen Film waren unterirdisch, und ich muss sagen, er hat mir richtig gut gefallen. Was natürlich nicht heißen soll, dass er gut war, um Himmels Willen! Aber er hat extrem Spaß gemacht in seiner fast übertriebenen Berechenbarkeit. Die schauspielerischen Leistungen ließen wie erwarten zu wünschen übrig, die Charaktere (uns ganz besonders Clary) waren irgendwo zwischen geradeweg unsympathisch und schwach. Anders als Bella Swan zB hatte Clary wenigstens ein bisschen Charakterprofil, was sie leider aber nicht unbedingt liebenswerter macht. Wieder einmal ein Franchise, der seine weibliche Protagonistin bloß darauf reduziert, wen sie denn nun jetzt heißer findet – ihren besten Freund oder den in leder gekleideten Unbekannten mit wallendem blonden Haar? Ebenfalls typisch – die Beziehung kommt so ziemlich aus dem Nichts. Okay, der Funke war scheinbar da, aber plötzlich ist von Liebe die Rede? Pff.

Trotz allem hatte ich nicht durchgehend das Bedürfnis, mich zu übergeben! Einige Stellen waren richtig witzig und der Film hat sich offensichtlich selbst ganz und gar nicht ernst genommen, und vielleicht war es gerade das, was den Film von seinen unzähligen austauschbaren Vorgängern unterscheidet. Wer also man wieder einen guten schlechten Film sehen will, dem kann ich City of Bones nur empfehlen. Wer weiß, vielleicht lese ich ja sogar demnächst mal die Bücher so zum Spaß, denn leider wurde der Dreh für die Sequel ja auf unbestimmte Zeit verschoben – und dabei hatten wir uns schon so sehr darauf gefreut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen