Es war mal wieder Zeit für einen vorhersehbar und vermutlich
schlechten teeny-fantasy-Film, und was bietet sich da eher an als einer, der
gerade im Kino läuft? Schnappe ich mir also Lis und Sahra, denn die sind ja
immer vorne mit dabei, wenns ums schlechte-Filme-shaming geht.
Über die Mortal-Instruments-Serie,
oder zu Deutsch Die Chroniken der
Unterwelt, wusste ich nur, dass es irgendwie um Dämonen und Runen geht und
Stephenie Meyer, also die Twilight-Autorin, die Bücher ziemlich großartig
findet. In den Hauptrollen haben wir Lily „Riesenaugenbraue“ Collins als die
komplett langweilige, jammernde, austauschbare weibliche Protagonistin Clary
Frey und Jamie Campbell Bower (Grindelvald oder der blonde Jüngling, der sich
in Sweeney Todds Tochter verliebt hat) als ultra-mysteriöser, ultra-attraktiver
und ultra-badass Love-interest Jace.
Völlig berechenbar beginnt der Film mit einer Schilderung
von Clarys extrem normalen Leben. DOCH HALT! Irgendwas stimmt nicht mit ihr,
denn ständig malt sie gedankenverloren ein seltsames Symbol, dessen Bedeutung
sie nicht weiß. Ihre Mutter reagiert auch plötzlich komisch, und während ihr „nerdiger“
bester Freund Simon das noch als unwichtig abtut, begegnet sie plötzlich einem
mysteriösen Hottie, den außer ihr keiner zu sehen scheint! Dann, wer hätte es
erwartet; PLOT TWIST! Clary ist gar kein normaler Mensch, sondern eine
Schattenjägerin! Menschen mit irgendwelcher Engels-DANN (oder so), die sich auf
die Dämonenjagd spezialisieren. Wissen tut sie davon nichts, denn ihre Mum,
ebenfalls eine Schattenjägerin, lässt seit Jahren ihr Gedächtnis verzaubern,
denn sie war mal big im buisness und hat dem Oberfiesling den Feuerkelch, nein,
den Heiligen Gral, NEIN, den Engelskelch (entschuldigung, ist alles so ähnlich,
da kommt man manchmal durcheinander) gestohlen. Den Wegweiser dazu hat sie
natürlich in Clarys Kopf versteckt, und alle sind jetzt hinter der armen
kleinen her.
Meine Erwartungen an diesen Film waren unterirdisch, und ich
muss sagen, er hat mir richtig gut gefallen. Was natürlich nicht heißen soll,
dass er gut war, um Himmels Willen! Aber er hat extrem Spaß gemacht in seiner
fast übertriebenen Berechenbarkeit. Die schauspielerischen Leistungen ließen
wie erwarten zu wünschen übrig, die Charaktere (uns ganz besonders Clary) waren
irgendwo zwischen geradeweg unsympathisch und schwach. Anders als Bella Swan zB
hatte Clary wenigstens ein bisschen Charakterprofil, was sie leider aber nicht
unbedingt liebenswerter macht. Wieder einmal ein Franchise, der seine weibliche
Protagonistin bloß darauf reduziert, wen sie denn nun jetzt heißer findet –
ihren besten Freund oder den in leder gekleideten Unbekannten mit wallendem
blonden Haar? Ebenfalls typisch – die Beziehung kommt so ziemlich aus dem
Nichts. Okay, der Funke war scheinbar da, aber plötzlich ist von Liebe die
Rede? Pff.
Trotz allem hatte ich nicht durchgehend das Bedürfnis, mich
zu übergeben! Einige Stellen waren richtig witzig und der Film hat sich offensichtlich
selbst ganz und gar nicht ernst genommen, und vielleicht war es gerade das, was
den Film von seinen unzähligen austauschbaren Vorgängern unterscheidet. Wer
also man wieder einen guten schlechten Film sehen will, dem kann ich City of
Bones nur empfehlen. Wer weiß, vielleicht lese ich ja sogar demnächst mal die
Bücher so zum Spaß, denn leider wurde der Dreh für die Sequel ja auf
unbestimmte Zeit verschoben – und dabei hatten wir uns schon so sehr darauf
gefreut.
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